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Rezension zu „wolken streicheln am wegesrand“ von Roger Jud

Poesie ertränkt die Seele.

Roger Jud alias „garnim“ hat auf BookRix schon einige Werke veröffentlicht. Aus diesem Fundus möchte ich Euch heute eine kleine Lyriksammlung mit dem Titel „wolken streicheln am wegesrand“ vorstellen.
Der Autor offenbart in seinem Buch einen Hang zum Experimentellen. Seine Texte fließen ohne Reim, Versmaß und Großschreibung dahin und lenken den Fokus des Lesers somit auf ihren höchst kreativen Inhalt. Dieser variiert von philosophischen Gedankengängen über die Beschreibung visueller und emotionaler Eindrücke bis hin zu lautmalerischen Aneinanderreihungen von Worten oder Silben. Dabei hat man stets den Eindruck, etwas Gereiftes, wohl Durchdachtes zu lesen, bei dem es nicht um bloße Effekthascherei geht. Vielmehr steht der schöpferische Aspekt im Mittelpunkt, das Kunstwerk als solches, das sich jedoch nicht auf Anhieb greifen lässt, sondern nach und nach seine Wirkung entfaltet.
Besonders gefallen hat mir „werkstatt“, das ich als Beschreibung des literarischen Schaffens verstehe. Man kann hier regelrecht nachfühlen, wie der Autor von der Poesie überflutet wird, da seine Worte die Eindrücke präzise und doch auf eine noch nie dagewesene Weise schildern.
Für diejenigen, die wahre Kunst schätzen, ist diese Lyrik ein Erlebnis der ganz besonderen Art.