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Rezension zu „Atem auf deiner Haut“ von Ewa Aukett

Mut und Entschlossenheit …

Mal wieder hat die Autorin mit dem angenehm vielseitigen Schreibstil, Ewa Aukett, ein neues Werk verfasst. „Atem auf deiner Haut“ ist sein Titel, der bereits andeutet, wohin die Reise geht, nämlich ins Romantische. Doch auf dem Weg dahin gibt es einige Hindernisse zu überwinden. Die habe ich mir etwas genauer angesehen.

Doch fangen wir vorne an. Kirsten MacAllister, eine Frau im besten Alter, ist eine erfolgreiche Künstlerin. Ihre Bilder verkaufen sich gut, doch zu Hause läuft nicht alles so reibungslos, wie sie es gerne hätte. Sie ist mit Jeff verheiratet, die Beziehung ist glücklich, nur kann Kirsten selbst keine Kinder bekommen und mit Jeffs Tochter aus erster Ehe, der achtzehnjährigen Grace, versteht sie sich sehr schlecht. Außerdem benimmt sich Jeff in letzter Zeit etwas merkwürdig und hält sich bis spät am Abend im Büro auf, angeblich um an einem geheimen Projekt zu arbeiten. Wenn Kirsten nur wüsste, dass er dabei ist, eine Überraschungsparty zu ihrem 30. Geburtstag vorzubereiten.

Wie man es von Ewa Auketts bisherigen Büchern – z.B. das wundervoll komplexe „Crafael“ – schon gewöhnt ist, kommt auch der neue Roman in sehr ansprechender Form daher, was sowohl für die äußere Aufmachung mit einem von Sascha Pikkemaat eigens dafür illustrierten Cover wie auch für den Inhalt gilt. Hier bekommt man – mal wieder – ein Buch, das in puncto Ausarbeitung und Rechtschreibung keinen Grund zur Beanstandung bietet. Und die Geschichte, die hier erzählt wird, bahnt sich mühelos den Weg in die Herzen ihrer Leser. Kirstens Gefühlswelt wird nachvollziehbar und mitreißend geschildert. Man erlebt die Höhen und Tiefen ihres Lebens quasi hautnah mit und wird fast schon ein unsichtbarer Teil ihrer Familie. Von knisternder Erotik bis hin zu zwischenmenschlichen Desastern bekommt man alles geboten.

Dass die Geschichte um Kirsten so emotional und einfühlsam ausgefallen ist, kommt nicht von ungefähr, denn wie wir im Nachwort von der Autorin erfahren, hat auch ihre Schwester, der dieses Buch übrigens gewidmet ist, selbst einen Schicksalsschlag erfolgreich überwunden. Folglich steht auch Kirsten in ihrem fiktiven Leben oft an dem Punkt, an welchem sie der Mut verlässt und sie schon aufgeben möchte. Doch wie sich zeigt, kommt dann plötzlich wieder eine weitere Wendung im Weltenlauf und die Karten werden neu gemischt. Das erkennt Kisten schließlich und nutzt es für sich, indem sie wieder kämpft.

Atem auf deiner Haut“ ist also eine Geschichte, die Mut macht und zeigt, wie wichtig ein jeder Moment des Lebens doch ist. Anhand von Kirstens Beispiel stellen wir fest, dass selbst im tiefsten Jammertal noch eine Quelle für neue Hoffnung sprudelt.

Man kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass „Atem auf deiner Haut“ das emotionsgeladenste und lebendigste Buch von Ewa Aukett ist. Es bietet ein Beziehungsdrama mit allen Facetten der Zweisamkeit und lässt auch dann und wann mal kräftig die Funken fliegen – im romantischen Sinne. Und das Ganze stellt sich in literarisch einwandfreier Form dar. Was will man mehr?

Rezension zu „Liebe auf leisen Sohlen“ von Emilia Licht

Von der hohen Kunst, aneinander vorbeizuleben …

Die Indie-Autorin Emilia Licht ist erst seit Kurzem auf der Selfpublishing-Plattform BookRix zu finden. Sie hat aber gleich einen ganzen Roman mitgebracht, der sich „Liebe auf leisen Sohlen“ nennt und vom Thema Beziehung handelt. Da sich die Autorin im Nachwort Rezensionen wünscht, habe ich mir die Lektüre gleich mal angeschaut.

Buchcover Emilia Licht - "Liebe auf leisen Sohlen"Die Hauptfigur der Geschichte heißt Josina Hollenstein. Sie ist seit 19 Jahren verheiratet, Mutter zweier Teenager und Chefin eines angesehenen Hotels in Dresden. Abgesehen von der Organisation des Betriebes muss sie sich auch noch mit ihrer Schwiegermutter Gisela herumärgern, die für Josinas Geschmack ein wenig zu neugierig ist. Soweit scheint sich also das Leben der Protagonistin nicht von demjenigen anderer Hotelbesitzerinnen zu unterscheiden, wenn da nicht das Wörtchen „wenn“ wäre. Insgeheim wünscht sich Josina nämlich etwas mehr Zuwendung von ihrem Gatten. Die Gewohnheit des Alltages hat sich in der Ehe breit gemacht. Auch die Kinder teilen immer öfter ihre Ansichten nicht, weshalb es hinter der noblen Fassade mehr und mehr zu kriseln beginnt. Josina holt sich Rat bei ihrer besten Freundin und kommt schließlich auf die Idee, ihrem Mann zum bevorstehenden runden Hochzeitstag eine ganz besondere Überraschung vorzubereiten. Doch dabei läuft etwas schief.

Emilia Licht hat hier ein Buch abgeliefert, das durch erfreulich fehlerfreie Orthographie und Grammatik glänzt. Es ist ein Vergnügen, so einen Text zu lesen. Was die Handlung angeht, muss ich aber anmerken, dass es eine ganze Weile dauert, bis sich mal endlich etwas Entscheidendes tut. Dieser Umstand lässt den Roman vor allem zu Beginn ein wenig langatmig erscheinen, was sich im weiteren Verlauf allerdings legt. Dann setzt Josinas Überraschungsaktion ein, die völlig aus dem Ruder läuft und wahrhaft groteske Auswirkungen auf ihre Ehe und ihr Vorstrafenregister hat. Turbulente Szenen sind da also vorhanden, die vorrangig dadurch entstehen, dass der Protagonistin immer wieder ein gewisses Feingefühl für Kommunikation zu fehlen scheint. Jedenfalls ist das mein Eindruck und ich habe Josinas Handlungsweise nicht immer ganz nachvollziehen können. Sehr hingerissen bin ich aber vom Schreibstil der Autorin. Das gesamte Buch ist ein Paradebeispiel für abwechslungsreichen, treffsicheren und flüssigen Ausdruck. Stilistisch ist der Text ebenso meisterhaft wie orthographisch.

Liebe auf leisen Sohlen“ ist ein Beziehungsroman, der sich durch hervorragendes Schreibhandwerk auszeichnet. Da ist der Preis von 2,99€ beinahe ein bisschen zu günstig. Der Roman spricht vor allem die Freunde des Genres Liebe an. Wer also ein handwerklich perfektes Buch mit diesem Thema sucht, sollte hier zugreifen.

1992 bedeutungsschwere Worte …

Heute ist mal wieder ein kostenloses eBook aus unserer Community an der Reihe, ausführlich besprochen zu werden. Und zwar handelt es sich um „Sag Lebewohl“ von Indie-Autorin Sandra Todorovic. Im betreffenden Klappentext wird eine „Kurzgeschichte über das Leben in seiner vollen Härte“ angekündigt, was sich nach dem Lesen als zutreffend herausstellt.

Buchcover Sandra Todorovic - "Sag Lebewohl"Sandra Todorovic zeigt mit diesem Text eine neue Facette ihres Könnens, denn bislang sind ihre Bücher zumeist im Fantasy-Genre angesiedelt gewesen. Hier jedoch berichtet sie über den schmerzvollen Abschied von ihrer Mutter. Der Krebs hat sie viel zu früh aus dem Leben gerissen. Ihre Angehörigen bleiben zurück mit alledem, was sie ihr noch hätten sagen wollen, es nun aber nicht mehr können. Sie versuchen, die Situation irgendwie zu fassen. Zurück bleiben die Erinnerungen, die von nun an ein leidvoller Teil des Lebens bleiben.

Stilistisch wie orthographisch ist „Sag Lebewohl“ äußerst angenehm und fehlerfrei ausgefallen. Die vielen quälenden Gedanken, mit denen sich die Autorin notgedrungen beschäftigen muss, werden in angemessener Weise literarisch umgesetzt und stimmen beim Lesen spontan traurig. Doch das Geschriebene bewegt sich fernab jeglichen Klischees; es ist vielmehr etwas, was aus tiefster Seele nach außen dringt, um mit dem Schmerz und dem Unvorhergesehenen umzugehen.

Das Buch ist, wie schon erwähnt, kostenlos zu lesen, ein Grund mehr, es sich anzusehen. Es beeindruckt durch emotionale Tiefe und aussagekräftigen Ausdruck, bietet also einen gelungenen Text, der es wert ist, beachtet zu werden. Er besteht, das sei noch angemerkt, aus exakt 1992 Wörtern. Dies ist kein Zufall, sondern stimmt mit dem Geburtsjahr von Sandras Bruder überein.

101. Weltfrauentag!

Diskussion

Heute ist es also wieder soweit

Im letzten Jahr jährte er sich zum 100. Mal, der Weltfrauentag. Ein Thema dem sich viele Medien gerne und ausführlich annehmen, und dem wollen wir natürlich auch in nichts nachstehen.  Trotz der Tatsache, dass sich seit der Einführung des Weltfrauentages im Jahr 1911 einiges in Sachen Gleichberechtigung und Selbstbestimmung getan hat, macht es durchaus Sinn, heute die noch offenen Missstände anzusprechen. Doch bevor wir ein wenig nachgrübeln was noch zu tun ist, sollten wir einen kurzen Blick auf die positiven Veränderungen werfen.

Es gibt viele verschiedene Fakten, an denen man feststellen kann, dass es in Sachen „Gleichberechtigung“ stetig voran geht und die Frau von heute mehr und mehr Führungsrollen übernimmt. Alles beginnt mit der Tatsache, dass Frauen gegenüber Männern früher selbständig werden. Umfragen haben ergeben, dass die „junge Frau von heute“ bereits mit 21 Jahren Ihren eigenen Haushalt hat, die Kollegen auf der männlichen Seite verlassen erst mit durchschnittlich 23 Jahren die elterlichen 4 Wände.

Auch in Sachen Führungspositionen hat sich über die letzten Jahre so einiges getan. Laut Statistiken aus dem Jahr 2011 befand sich in rund 20 % aller deutschen Betriebe mindestens eine Frau in einer solchen Position. Schätzungen zufolge sollte sich dieser Prozentsatz über die nächsten Jahre noch weiter steigern, wobei man gerne diskutieren darf, ob eine gesetzliche Regelung Sinn macht oder nicht. Dort gehen die Meinungen der Experten und Politiker doch weit auseinander.

Ebenfalls verändert hat sich das Familienleben in den letzten 25 Jahren. Im Jahr 1996 gaben noch 40 % der befragten Frauen an, Hausfrau zu sein, bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2010 waren es bereits 10 % weniger. Diesen Umstand bemerkt man auch an der Tatsache, dass es immer mehr Familien gibt, in denen beide Elternteile berufstätig sind.

Viele, viele Fortschritte sind durchaus zu erkennen, aber dennoch gibt’s es immer noch einiges was es anzusprechen und zu ändern gibt. Man denke nur an die in weiten Teilen verbreiteten Beschneidungen von jungen Mädchen, häusliche Gewalt oder die teils gravierenden Unterschiede im Einkommen.  Ein weiterer wichtiger Punkt, weshalb auch nach all den positiven Änderungen ein Weltfrauentag eminent wichtig ist, ist die Tatsache das statistisch gesehen das Risiko der Verarmung  für alleinerziehende Frauen um einiges höher ist.

Was ist also zu tun? Welche Maßnahmen machen Sinn, welche nicht? Wir würden uns freuen, wenn wir euch zum Nachdenken bewegen konnten und daraus vielleicht eine konstruktive Diskussion zum Thema „Gleichberechtigung“ entsteht.

Wer Lust hat sein Wissen zum Weltfrauentag zu testen klick mal beim Quiz auf zeit.de vorbei:

In diesen Sinne, viele Grüße