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Rezension zu „Stunde der Drachen“ von Ewa Aukett

„Sie wird Feuer und Tod in diese Welt tragen und doch ist sie dem Leben gleich …“

Endlich! Ja, endlich ist es so weit und es gibt ein neues Buch von Ewa Aukett, der sympathischen Autorin, die mit ihrem Erstlingswerk „Crafael“ für Aufsehen gesorgt hat. Jetzt kommt ihr neuster Roman „Stunde der Drachen“, und als ob das nicht schon genug Anlass zur Freude wäre, stellt man beim Anlesen auch noch fest, dass es sich um eine Fortsetzung von „Crafael“ handelt, die man jedoch problemlos auch ohne Vorkenntnisse genießen kann. Was will man mehr?

Man kriegt sogar NOCH mehr, denn „Stunde der Drachen“ ist der Auftakt einer Trilogie. Aber der Reihe nach, nicht dass sich der begeisterte Rezensent vor Aufregung noch vertippt…

Crafael“ ist ja im Genre „Fantasy-Romance“ angesiedelt. Es beginnt mit klassischen Fantasy-Elementen, entwickelt sich dann aber nicht nur zu einer wundervollen Romanze, sondern auch zu einer komplexen Zeitreisegeschichte, die nicht zuletzt durch einen ausgezeichneten Schreibstil vollauf überzeugt. Dass Ewa Aukett ein Faible sowie ein ausgeprägtes Talent für gefühl- und niveauvolle Liebesgeschichten hat, konnte man in „Crafael“ bereits feststellen. Und auch ihre folgenden Werke gingen ja in diese Richtung. Mit „Stunde der Drachen“ hat sie nun ein Buch geschrieben, das sowohl die Fantasy- wie auch die Romantikfans begeistern wird.

Zu Beginn von „Stunde der Drachen“ lernen wir die Protagonistin Lee kennen. Sie ist sehr einsam und sieht keinen Sinn mehr in ihrem irdischen Dasein. In allergrößter Verzweiflung stürzt sie sich in einen reißenden Fluss, doch… tja… anstatt im Jenseits zu landen, findet sie sich unter einem Baum im eiskalten Schnee liegend wieder. Sie ist völlig verwirrt, da sie sich an kaum etwas erinnern kann. Glücklicherweise kommt ihr aber ein brummiger, doch gutmütiger Krieger zu Hilfe, der sie nach Callahan-Castle im Lande Sijrevan bringt. Dort trifft sie erstmals auf Royce McCallahan, den Anführer eines Clans von Highlandern. Obwohl ihr ihre Erinnerungen nach wie vor beharrlich den Dienst verweigern, spürt sie beinahe überdeutlich, dass Royce für sie kein Unbekannter zu sein scheint. Was steckt hinter diesen Gefühlen? Und wird sie sich in dieser mittelalterlichen Umgebung behaupten können? Ein spannendes Abenteuer beginnt.

Um es gleich vorwegzunehmen, „Stunde der Drachen“ wird sowohl die Fans von Liebesgeschichten wie auch die von Fantasy-Abenteuern in seinen Bann ziehen. Die Handlung beginnt zunächst ein wenig geheimnisvoll, da Lee sich erst mal an die ungewohnte Welt und Zeit (!) gewöhnen muss. Nach und nach entwickelt sich dann eine zarte Romanze, die von einigen Wirrungen begleitet wird, denn die Hauptfigur beschließt, sich zu ihrem Schutz als Mann auszugeben, was ein paar skurrile Situationen verursacht. Dann, ungefähr ab dem zweiten Drittel des Buches, setzen die Fantasy-Elemente ein, worauf sich die Spannung enorm ausdehnt. Erfreulicherweise ist der Roman recht umfangreich ausgefallen, weshalb die einzelnen Handlungsstränge genügend Raum zur Entfaltung haben. Dadurch ergeben sich zahllose detaillierte Szenenbeschreibungen, die das Lesen zu einem sagenhaften Ereignis werden lassen.

Ewa Aukett ist ja bereits für ihre qualitativ hochwertigen Bücher bekannt. Auch „Stunde der Drachen“ fügt sich in diese lobenswerte Tradition ein und gibt in puncto Rechtschreibung und Grammatik überhaupt keinen Anlass zur Kritik. Das Erzähltempo ist ebenfalls gut umgesetzt. Langatmige Stellen gibt es nicht und die Spannung kann sich immer weiter steigern, bis sich dann am Schluss die Ereignisse förmlich überschlagen. Man hat also stets das Gefühl, einen hochkarätigen und sehr durchdacht erarbeiteten Roman vor sich zu haben.

Inhaltlich bietet uns Ewa Aukett eine interessante Mischung von Romantik und Fantasy. Auch etwas „knackigere“ Szenen sind enthalten, was für das nötige Knistern sorgt, auch wenn, wie ich persönlich anmerken möchte, die Formulierungen ebendieser Szenen nicht so kreativ wirken wie das Buch an sich. Das wird aber nur sehr pedantischen Rezensenten auffallen, die Liebhaber feuriger Erotik werden es ohnehin genießen und voll auskosten.

Fazit: Als Nachfolger von „Crafael“, als erster Teil einer ereignisreichen Trilogie, als perfekt abgestimmte Synthese aus Liebe, Schwertkämpfen und geheimnisvoller Zeitreise zieht „Stunde der Drachen“ so ziemlich alle Register. Und das Tolle ist, dass es Ewa Aukett grandios gelingt, aus diesen Zutaten einen bombastischen Roman zu zaubern, der nicht nur aus einem Guss ist, sondern auch großartige Unterhaltung bietet, die den literarischen Anspruch nicht vermissen lässt. Mit „Stunde der Drachen“ kann man nichts falsch machen, weil einfach alles passt. Und dazu ist der Roman auch noch so umfangreich, dass man damit ein ausgedehntes Leseerlebnis haben wird. Man kann ihn übrigens auch ohne Kenntnisse zu „Crafael“ problemlos verstehen. „Stunde der Drachen“ ist also der heißeste Tipp, seit es Bücher von Ewa Aukett gibt.

Rezension zu „Stern der Macht – Erwachen“ von Elvira Zeißler

 Aus wahrer, unveränderlicher, unendlicher Liebe zu allen Menschen …

Endlich ist der dritte Teil zu haben! Nachdem ich schon ganz begeistert die beiden ersten Bände der Trilogie „Stern der Macht“ gelesen habe, geht es nun daran zu erfahren, wie die Geschichte zu einem Abschluss kommt. „Erwachen“ nennt sich der letzte Teil der Reihe von Elvira Zeißler. Mal gucken, was man da lesen kann.

Nach „Herzensglut“ und „Salomons Fluch“ ist „Erwachen“ nun das große Finale. Nach den Ereignissen in Band 2 ist Erin mehr oder weniger auf sich gestellt. Doch das Leben muss auch ohne Daniel weitergehen, auch wenn es schwerfällt. Mit ihrer Freundin Mia bezieht Erin eine Studentenbude. Eines Tages steht Gareth, der walisische Barde, ganz unvermittelt vor der Tür. Er hat ein kleines Mitbringsel von seinem Großvater, dem Druiden, dabei, das Erin angeblich helfen soll. Noch ehe sie überhaupt eine Ahnung hat, wofür sie das Geschenk brauchen könnte, macht sie in einem Club eine unerwartete Entdeckung. Kennt sie den Mann an der Theke wirklich? Und was haben diese seltsamen Träume zu bedeuten, die sie seit einiger Zeit verfolgen? Derweil erlebt auch Enrico von Treibnitz, skrupelloser Anführer der „Suchenden“, so einige Überraschungen. Offenbar haben sich seine Widersacher, die Bruderschaft, neu organisiert und greifen wieder in das Geschehen ein. Und dann ist da ja auch noch Erhard, der Wächter des Sterns. Er geht mittlerweile eigene Wege, doch hat er nach wie vor ein Auge auf die Amulette. Auf welcher Seite steht er?

Erwachen“ hat als abschließender Band der Trilogie die schwere Bürde zu tragen, dass hier möglichst alle losen Handlungsstränge zu einem Ende geführt und die noch offenen Fragen größtenteils geklärt werden sollten. Das ist Elvira Zeißler hier wirklich gut gelungen. Und mehr noch: „Erwachen“ bietet jede Menge überraschende Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Spannung gibt’s dabei ohne Ende und man fragt sich stets aufs Neue, wie das Ganze wohl ausgehen mag, weil die Vorhersehbarkeit durch die vielen Ereignisse schon bald völlig abhandenkommt. Erfreulicherweise wirkt die Handlung dadurch sehr abwechslungsreich und bereitet beim Lesen ein Wechselbad der Gefühle. Sehr stimmungsvoll finde ich persönlich die wiederkehrenden Rückblenden in die Zeit der Entstehung des Sterns der Macht, nicht nur weil sie die Geschichte durch den Perspektivwechsel auflockern, sondern auch wegen der tieferen Bedeutung, die sie für das Ende haben.

Was ebenfalls wieder positiv auffällt, ist die qualitativ hochwertige Ausarbeitung des Buches. Elvira Zeißler zeigt einmal mehr, dass ihre Werke ausgereift und durchdacht sind. Vom Cover über die Rechtschreibung bis hin zur Ausschmückung der Seiten ist alles wie aus dem Ei gepellt. So ein Buch zu lesen, macht einfach Freude.

Alles in allem bildet „Erwachen“ einen würdigen Abschluss der Reihe „Stern der Macht“ und dabei außerdem ihren besten Teil. Elvira Zeißler hat wieder einmal ihr Talent fürs Romanschreiben unter Beweis gestellt und ein gleichermaßen spannendes wie auch romantisches Buch herausgebracht. Für all diejenigen, die die beiden ersten Bände schon gelesen haben, ist es natürlich Pflichtlektüre. Für alle anderen empfiehlt sich jetzt erst recht ein genauerer Blick in die Trilogie, um auf den Geschmack zu kommen. Es lohnt sich.

Rezension zu „Stern der Macht – Salomons Fluch“ von Elvira Zeißler

Die Glut des Herzens ist entflammt.

Vor einer Weile hat Elvira Zeißler den ersten Teil ihrer Romantasy-Trilogie „Stern der Macht“ veröffentlicht, nämlich „Herzensglut“. Das Buch überzeugte nicht nur durch den gewohnt guten Schreibstil der Autorin, sondern hatte auch bei der rasanten Handlung Einiges zu bieten. Nun ist mit „Salomons Fluch“ der zweite Teil der Reihe erschienen.

Zur Erinnerung: Die 17-jährige Erin wird Zeugin eines schrecklichen Verkehrsunfalls. Das Opfer, eine alte Dame, drückt ihr mit letzter Kraft ein Amulett in die Hand, das sich bald als Bestandteil von Salomons Stern der Macht herausstellt. Erin gerät zwischen die verbitterten Fronten zweier Geheimbünde, die nach den insgesamt fünf Amuletten trachten. Und zu allem Überfluss tritt Daniel in ihr Leben, der durch sein Schicksal ebenfalls zwischen den beiden Organisationen steht. Der Konflikt eskaliert und Daniel ist gezwungen, seinen Eid gegenüber einem der beiden Bünde zu brechen, um Erin zu retten. Das allerdings hat fatale Folgen. Er wird sterben. Es gibt lediglich einen Ausweg: Erin und Daniel müssen ein weiteres der fünf Amulette finden, welches angeblich über Heilkräfte verfügt.

Das ist in Teil 1 geschehen. Nun, im zweiten Band „Salomons Fluch“ geht die Suche für Erin und Daniel los. Die beiden forschen nach den Spuren eines gewissen Erik Buchman, dem das verschollene Diamant-Amulett zuletzt gehört haben soll. Da dies aber mehr als 70 Jahre her ist, gestaltet sich das Unterfangen ziemlich schwierig. Allerdings können Erin und Daniel mit Hilfe ihrer eigenen Amulette seine Fährte aufnehmen.

Salomons Fluch“ bildet einen beinahe nahtlosen Übergang zum ersten Band, wobei zu Beginn dankenswerterweise ein paar Erklärungen zu beteiligten Personen und wichtigen Gegenständen erfolgen, um sich einige Fakten der Handlung wieder in Erinnerung zu rufen. Darauf setzt sich die Geschichte fort. Und das tut sie mit eiligem Tempo. Das Geschehen fliegt am Leser vorbei wie in einem grandios arrangierten Film. Weder ist es zu langatmig, noch zu überhastet. Eine Szene fügt sich elegant in die nächste und die Handlung wirkt plausibel. Die langwierige Suche nach dem Diamant-Amulett wird ausgeschmückt mit den zwischenmenschlichen Problemen, die Erin und Daniel beschäftigen. Die Nachforschungen werden glaubhaft erzählt und man hat nie den Eindruck, dass die Geschichte überstürzt oder unüberlegt dargestellt wird. Das ermöglicht beim Lesen intensives Mitfiebern.

Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung sind hier in bester Ordnung, wie man es auch von Teil 1 und generell von Elvira Zeißler schon gewohnt ist. Man merkt hieran deutlich, dass die Autorin großen Wert auf Qualität legt und nicht mal so eben ein halbgares Produkt auf den Markt werfen will.

Stern der Macht – Salomons Fluch“ kann also als gelungene Fortsetzung angesehen werden. Meiner Meinung nach ist dieser Teil sogar noch flüssiger und spannender ausgefallen als sein Vorgänger. Man kann sich prima in die Atmosphäre einer jeden Szene hineinfühlen und somit das Lesen ausgiebig genießen. Wer allerdings Teil 1 „Herzensglut“ noch nicht kennt, sollte zuerst dort anfangen, da „Salomons Fluch“, für sich alleine gelesen, eher wenig Sinn macht. Fazit: Unbedingt reinschauen!

Rezension zu „Drachenstaub“ von Paula Roose

Drachenblut und Sternenstaub …

Vor einer Weile hat uns Paula Roose schon mit ihrem wundervollen Roman „Drachentau“ in das beschauliche Bärendorf Mühlenau entführt und mit Rosa bekannt gemacht. Die schöne Bärin wird vom gierigen Drachen Tumaros geraubt und in dessen Höhle verschleppt. Die gefühlvolle, außergewöhnliche Geschichte um Rosas Leben und Flucht hat „Drachentau“ zu einem ganz besonderen literarischen Schatz werden lassen und nebenbei auch einen Riesenerfolg ermöglicht. Die Fans und Bewunderer von Paula Roose können sich nun freuen, denn mit „Drachenstaub“ liegt eine Fortsetzung der Saga vor, die genau wie der erste Band sowohl von innen wie auch von außen begeistern wird.

Viele Jahre sind vergangen, seit Rosa aus den Fängen des Ungeheuers Tumaros entkommen ist. Nun lebt sie zusammen mit ihren Nachfahren wieder in Mühlenau. Ihre Enkelin Patrizia macht eines Tages beim Pilzesammeln eine schauderhafte Entdeckung. Beim Auskundschaften eines Tunnels unweit des Drachenberges wird sie beinahe von gespenstischen Händen in den Erdboden gezogen. Eine unvorstellbare Kälte umgibt sie dabei. Doch Bernhard, ihr Vater und Rosas Sohn, kann sie retten. Was geht da vor sich? Kurz darauf bekommt Bernhard unerwarteten Besuch. Keine Geringere als Eschagunde, die königliche Waldfee, erscheint und erzählt ihm, was es mit dem Angriff auf Patrizia auf sich hat. Tumaros, der Drache von einst, ist zwar schon längst besiegt, doch hat er im Inneren des Berges ein noch viel bedrohlicheres Unheil eingesperrt, das nun mit aller Macht versucht, sich zu befreien. Eschagunde hat zwar einen Plan, was dagegen unternommen werden kann, aber leicht wird dieses Vorhaben nicht gerade.

Wir erleben dann eine gefährliche Reise in das Menschenland sowie durch einen toten Wald, aus dem noch nie jemand wieder herausgefunden hat.

So wie bei Band 1 der „Drachentau-Saga“ lädt auch hier bei „Drachenstaub“ das Cover zum Reinschnuppern ein. Und der Inhalt des Buches ist dann alles Andere als enttäuschend. Eine märchenhafte Geschichte entfaltet sich bildgewaltig, die weder an Gefühlen noch an Dramatik spart. Spannend ist es von Anfang an und einige geschickt eingestreute Perspektivwechsel lockern die Handlung gezielt auf. Bei einem kontinuierlich flüssigen Erzähltempo fühlt man sich wunderbar unterhalten.

Stilistisch und orthographisch gibt es fast nichts zu kritisieren. Nur gelegentlich stolpert man über die dann zu häufig benutzten Verben „sagen“ und „antworten“, aber bei dem durchweg gehobenen sprachlichen Niveau stolpern da bloß Pedanten wie ich. Jedenfalls gibt es nur wenige Bücher, die Sprache auf so eine angenehme und wohltuende Weise gebrauchen, wie es hier der Fall ist. Man kann die Wortwahl am besten als „bezaubernd“ bezeichnen.

Die Handlung enthält reichlich Motive aus dem Bereich der Märchen, geht aber darüber hinaus. Besonders gelungen finde ich, dass am Ende der gefährlichen Reise nicht gleichzeitig auch das Ende des Buches erreicht ist, sondern die Geschichte noch weiterläuft und etliche Aspekte wieder aufgreift und zusammenführt, die zuvor schon angesprochen worden sind. Man hat dadurch am Schluss den Eindruck, etwas Abgerundetes und sorgsam Konzipiertes gelesen zu haben.

Mit „Drachenstaub“ setzt Paula Roose ihre Saga über die sympathischen Bären aus dem Dorf Mühlenau ebenso fort, wie sie sie schon begonnen hat, nämlich spannend, romantisch, mitreißend und sprachlich perfekt. Fans von Fantasy-Abenteuern werden sich hier genauso wohlfühlen wie diejenigen Leser, die eine nicht alltägliche und gehobene Lektüre bevorzugen. Die Mischung aus liebevoll geschilderter Handlung und literarischer Eleganz ist bei „Drachenstaub“ mehr als geglückt. Unbedingt kaufen und lesen!

Rezension zu „Drachentau“ von Paula Roose

Faszination des Augenblicks …

Drachentau“ ist ein Fantasy-Roman der Autorin Paula Roose. Das stilvolle Cover lädt geradezu zum Hineinschauen ein, weshalb auch ich nicht widerstehen konnte. Was ich beim Lesen gefunden habe, hat mich in mehrfacher Hinsicht sehr gefreut.

Paula Roose - DrachentauEs beginnt alles recht friedlich. Der alte Bär Jakob sitzt vor seiner Hütte am Waldesrand und lässt sich von der Sonne verwöhnen. Doch die Ruhe stellt sich als trügerisch heraus, denn im Gehölz haust der riesige Drache Tumaros, der vor Jahren bereits Jakobs Dorf ausraubte und niederbrannte. Die Bären waren machtlos gegen das große Ungetüm. Nur eine Fee aus dem Wald kann Tumaros einigermaßen in Schach halten. Dazu legt sie einen Schlafzauber auf die Höhle des Drachen, doch leider wirkt dieser nicht für die Ewigkeit.

Alsbald besucht Eschagunde, die Fee, ihren Bärenfreund Jakob, um ihm ihre Sorgen um ein mögliches Erwachen Tumaros’ mitzuteilen. Das bereitet Jakob Kummer, da er auf seine Enkeltochter Rosa aufpassen muss. Er ahnt nicht, dass der Drache diesmal nicht beabsichtigt, das Dorf zu plündern. Er hat ganz andere Pläne.

Das Buch macht schon mal von außen durch das gelungene Cover und den ansprechenden Klappentext viel her. Der gute Eindruck setzt sich dann im Inneren konsequent fort. Rechtschreibung und Grammatik befinden sich in tadellosem Zustand. Auch der sprachliche Ausdruck überzeugt durch gehobenes Niveau und vorbildliche Vielseitigkeit. Die Handlung wird in angenehm flüssigem Tempo geschildert. Erfreulich ist außerdem, dass die Bären als Hauptakteure unverbraucht wirken, wodurch sich „Drachentau“ von der großen Masse der Fantasy-Bücher weiter abhebt.

Doch das ist noch nicht alles. Die Geschichte entwickelt sich nämlich in eine doch ungewöhnliche Richtung. Das heikle Thema häusliche Gewalt wird hier nämlich in der Fantasywelt von Bären und Drachen aufgegriffen und behandelt. Das lässt die Geschichte zwar recht bedrückend verlaufen, zeigt aber, dass sich das Fantasy-Genre auch für tiefsinnige Aufarbeitungen bestens eignet. Insofern hat „Drachentau“ also deutlich mehr an Inhalt und Aussage zu bieten als viele andere Titel aus der Kategorie Fantasy.

Drachentau“ kann als rundum gelungener Roman bezeichnet werden. Gestaltung, Inhalt und Ausarbeitung stimmen und das anspruchsvolle Thema wird angemessen umgesetzt. Wer eine verträumte Liebesgeschichte für die schnelle Lektüre zwischendurch sucht, wird hier möglicherweise etwas überfordert sein, aber „Drachentau“ ist ein Werk, das nicht durch Schlichtheit glänzt und daher weit mehr als einen flüchtigen Blick wert ist.

Anmerkung: Noch bis zum 31.03.2014 läuft zu diesem Buch eine Verlosung. Mitmachen lohnt sich!

Rezension zu „Element Girl“ von Stefan Schröder

„Kein Augenblick ist je vergessen.“

Schon vor einer Weile habe ich den Roman „Silbermondgeschwister – Chroniken der Nacht“ von Stefan Schröder vorgestellt und für sehr gut befunden. Der Autor ist fleißig und hat weitere eBooks auf der Selfpublishing-Plattform BookRix veröffentlicht, darunter auch den Titel „Element Girl“. Dieser gehört ebenfalls in die Kategorie Fantasy, daher habe ich ihn mir gleich vorgenommen.

Buchcover Stefan Schröder - "Element Girl"Die Geschichte beginnt mit einer Beerdigung. Freya, ein sechzehnjähriges Mädchen, betrauert den Tod ihres Freundes Torben, der durch einen Anschlag auf einen Jugendtreff ums Leben gekommen ist. Während sie noch im Unklaren ist, wie sie sich verhalten soll, erscheinen plötzlich mehrere merkwürdige Personen. Zunächst erscheint ein angeblicher Steifbruder von Torben kurz nach der Feierlichkeit, der in Rätseln spricht und andeutet, dass Torbens Vergangenheit ganz anders verlaufen ist, als er ihr erzählt hat. Dann taucht eine Chinesin auf, während Freya mit Momo, Patricia und Tom, ihren besten Freunden, in einem Café sitzt, und berichtet ihr von einem gewissen Meister, der sie bereits erwartet. Sie ist völlig verwirrt. Auch Tom macht auf dem Nachhauseweg eine seltsame Bekanntschaft mit einer unterkühlten Schönheit. Was geht da nur vor sich? Doch bald trifft sie wieder auf Torbens Stiefbruder, der ihr eine Erklärung liefert. Doch diese ist alles andere als rational und Freya erlebt Dinge, die wahrlich unbegreiflich scheinen.

Stefan Schröders Schreibstil ist auch bei „Element Girl“ ansprechend und abwechslungsreich. Die einzelnen Szenen werden anschaulich ausgeschmückt und lassen konkrete Bilder im Kopfkino entstehen. Gelegentlich ist die orthographische Umsetzung des Textes ein wenig schusselig ausgefallen, vor allem an den Wortenden, aber das hält sich in Grenzen, weshalb das Buch einen zufriedenstellenden Eindruck hinterlässt. Im Gegensatz zu „Silbermondgeschwister“ ist die Handlung bei „Element Girl“ nicht ganz so ungewöhnlich und skurril, aber auch hier gibt es dann und wann ganz ausgefallene Ideen, die somit ein Markenzeichen des Autors bilden. Die Thematik bei „Element Girl“ wirkt im direkten Vergleich mit „Silbermondgeschwister“ eher bodenständig, tanzt etwas weniger forsch aus der Reihe, welche das Genre grob vorgibt. Man findet eine Mischung aus Esoterik, alten chinesischen Mythen und modernem Teenager-Verwandlungs-Plot vor, die in jedem Falle ihre großen Momente hat und die Zeit beim Lesen vergessen lässt. Ich habe mich jedenfalls gefreut, einen weiteren Text von Stefan Schröder genießen zu können.

Der Download für dieses Werk kostet 0,99€. Bei der beträchtlichen Seitenzahl ist das recht günstig. Wer also über die kleinen Schwächen hinwegsieht, bekommt einen spannenden und ausführlich geschilderten Fantasy-Roman, der viele Stunden Lesespaß verspricht. Für die Fans des Genres ein heißer Tipp!

Indie-Autorin Sandra Todorovic begeistert mit Blutmagier

Das Buch, das die Erbin findet …

Der Roman „Blutmagier“ ist ein weiterer Vertreter der Gattung Fantasy und stammt aus der Feder von Indie-Autorin Sandra Todorovic, die bereits sehr ansprechende Werke wie z.B. „Wächter der Unterwelt“ und „Sag Lebewohl“ auf der Selfpublishing-Plattform BookRix veröffentlicht hat. „Blutmagier“ liegt mittlerweile in einer überarbeiteten Fassung vor, was ein Grund mehr ist, das Buch hier im Blog zu besprechen.

Olivia hat ein Problem. Weil sie sich unerlaubt mit ihrem Freund getroffen hat, beschließen ihre Eltern, sie auf ein Internat in der Schweiz zu schicken. Ihr kommt das wie eine Bestrafung vor. Doch schon nach wenigen Tagen auf der neuen Schule sieht sie Welt wieder optimistischer, denn sie kann schnell neue Freundschaften schließen und stellt fest, dass mehr als ein Junge aus ihrer Klasse eine Auge auf sie geworfen hat. Während sie Viktor sehr sympathisch findet, scheint es bei Jayden etwas mehr als nur Mögen zu sein. Schließlich bittet Olivia ihn um ein Date, doch dabei geschieht etwas, womit sie nicht gerechnet hätte.

„Blutmagier“ bietet eine flüssig erzählte Geschichte, die vor allem auch durch den Prolog, der eine Begebenheit aus ferner Vergangenheit schildert, schnell Spannung aufbaut. Durch immer neue Fügungen bleibt diese auch bis zum Schluss erhalten.

Was mir im Text etwas negativ aufgefallen ist, dass sich über das gesamte Buch hinweg viele Wiederholungen, entweder einzelner Begriffe oder ganzer Formulierungen finden.

Ansonsten ist die Überarbeitung sehr erfreulich ausgefallen, was Rechtschreibung und Grammatik betrifft, und auch das Cover weiß zu begeistern.

Das Buch ist komplett für 2,99€ zu haben. Fans von Geschichten wie „Twilight“ oder „Harry Potter“ sollte hier nicht zögern und seinen eReader startklar machen, denn sie werden eine helle Freude an diesem Buch haben.

Rezension zu „Silbermondgeschwister – Chroniken der Nacht“ von Stefan Schröder

„Verfluchter Hackbraten, das war doch nicht mehr normal.“

Der „Hackbraten“ kann zwar nichts dafür, aber heute geht es hier im Blog um den Roman „Silbermondgeschwister – Chroniken der Nacht“, den uns Indie-Autor Stefan Schröder schmackhaft machen will. Das Lesefutter gehört in die Kategorie Fantasy und hat mir köstlich geschmeckt.

Buchcover Stefan Schröder - "Silbermondgeschwister - Chroniken der Nacht"Warum ich so viel über Essen schreibe? Nun, das wird sich gleich aufklären. Die Geschichte, um die es nun geht, spielt in der Gegenwart und geht zunächst sehr gruselig los. Jemand wird von einer unheimlichen Kreatur gnadenlos durch die Dunkelheit gejagt, schließlich verletzt, doch nicht getötet. Das Opfer kann sich zu einer Straße retten, wird dort gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Doch da geschieht etwas Eigenartiges: Die tiefen Wunden verheilen innerhalb einer Nacht vollkommen.

Die Hauptfigur, die auch das Opfer des nächtlichen Angriffs ist, heißt Isa Nolde. Sie ist Krankenschwester und findet sich am nächsten Morgen an ihrem Arbeitsplatz wieder, nur diesmal als Patientin mit Verletzungen, die auf unerklärliche Weise verschwunden sind. Das alleine ist schon merkwürdig, aber es kommt noch doller. Sie hat auf einmal einen unbändigen Hunger, den sie nur mit viel Mühe und massenweise Nahrung bewältigen kann. Und dann bekommt sie aus heiterem Himmel Besuch, und das von ihrer eineiigen Zwillingsschwester Lisa, die sie bisher nicht gekannt hat. Beide sind sie nämlich adoptiert worden. Als sie sich kennenlernen, stellen sie überraschende Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede fest.

Was den Inhalt angeht, ist „Silbermondgeschwister“ eine recht ungewöhnliche Geschichte. Der Leser wird mit vielen Ungereimtheiten und Absonderlichkeiten konfrontiert, wobei man aber nie den Eindruck hat, völlig verwirrt zu werden oder den roten Faden zu verlieren. Eher ist es so, dass jedes neue Rätsel noch mehr Spannung aufbaut, sodass man unbedingt erfahren möchte, wie denn nun alles zusammenhängt.

Die Ausarbeitung dieses interessanten Stoffes ist sehr gut gelungen, wenn auch dann und wann ein Tippfehler im Text aufkreuzt. Den verzeiht man angesichts des flüssigen Erzähltempos und des variantenreichen Ausdruck aber mehr als gerne. Mir hat besonders die Leichtigkeit gefallen, mit welcher Isas häufige Stimmungswechsel beschrieben werden. Einzig die Kapitelaufteilung hätte ein wenig gleichmäßiger erfolgen können. So sind die ersten drei Abschnitte etwas kurz, die letzten beiden etwas lang geraten.

Mit „Silbermondgeschwister – Chroniken der Nacht“ bekommt man eine Lektüre, die einem Wechselbad der Gefühle gleicht und einen hohen Unterhaltungswert besitzt. Mal heiter, mal mysteriös, dann wieder philosophisch wird eine Geschichte geschildert, für die man gerne mehr bezahlt als die geforderten 0,99€. Wer nicht auf ausgetretenen Pfaden lesen will, greift hier sofort zu.

Rezension zu „Toran der Jäger“ von Philipp Tholey

Jäger, Schwerter, Edelsteine …

Nach wie vor ist die Fantasy sehr beliebt bei vielen Lesern. Daher ist sie heute wieder das Thema hier im Blog. „Toran der Jäger“ heißt ein eBook von Indie-Autor Philipp Tholey, das den ersten Teil seiner „Khesin-Saga“ darstellt. Von dieser sind bereits mehrere Bände auf der Selfpublishing-Plattform BookRix erschienen, ein Grund mehr, ausführlich reinzulesen.

Buchcover Philipp Tholey - "Toran der Jäger"Wie der Titel des Romans unschwer vermuten lässt, ist die Hauptfigur der Jäger Toran. Er lebt auf der Insel Khesin, die einen eigenständigen Staat bildet und von König Thar regiert wird. Der gutmütige Herrscher ist Torans Freund. Daher bittet er ihn gelegentlich um Hilfe, wenn ein brisanter Auftrag ansteht, den er in vertrauenswürdigen Händen wissen will. So auch jetzt: Toran soll sich im Palast des Monarchen einfinden. Auf dem Weg dorthin hat er jedoch einen Unfall im Gebirge, wird aber von zwei Heilerinnen gerettet. Als er dann endlich am Königshof eintrifft, erklärt ihm der Herrscher, dass er auf dem Festland nach einem wertvollen Zepter suchen soll, das womöglich in falsche Hände geraten könnte. Toran macht sich also auf die beschwerliche Überfahrt ins Land Goor. Begleitet wird er von Tarax, dem er kurz vor der Abreise das Leben gerettet hat. Die beiden haben so manches gefährliche Abenteuer zu bestehen.

Toran der Jäger“ ist in einer mittelalterlich anmutenden Welt angesiedelt, in der allerhand Schwertkämpfe bestritten werden. Dementsprechend ist auch die Wortwahl des Romans ausgefallen. Die Ausdrucksweise ist gehoben, altertümlich und abwechslungsreich. Ab und an gibt es ein paar Wortwiederholungen und vor allem zu Beginn des Romans hat man den Eindruck, dass der eine oder andere Absatz ein wenig mit Adjektiven überladen ist. Das gibt sich im Verlaufe der Geschichte jedoch. Die Handlung wird mit viel Liebe zum Detail geschildert, manchmal für meinen Geschmack ein bisschen zu ausufernd. Insgesamt kann aber ein positives Fazit gezogen werden, zu dem auch die tadellose Rechtschreibung beiträgt.

Ein wenig gewundert habe ich mich über den Prolog, der den kompletten Inhalt des Bandes vorwegnimmt. Zwar möchte man ihn wegen des feinen sprachlichen Niveaus trotzdem selber lesen, doch nimmt es der Handlung etwas von der notwendigen Spannung.

Mit 1,99€ ist das eBook außerordentlich preiswert. Man erhält einen soliden Fantasy-Roman, der diesem Genre mehr als gerecht wird, auch wenn er wenig zu bieten hat, was darüber hinausreicht. Ab und an ist der Stoff jedoch ein wenig blutrünstig. Allzu zart besaitete Gemüter sollten sich also vorsehen. Zu empfehlen ist das Buch also in erster Linie für die Anhänger der Fantasy. Sie werden ihn lieben. Und eine Fortsetzung ist ja bereits vorhanden.

Rezension zu „Der geheimnisvolle Cherubim“ von Any Cherubim

Engel, Würfel, Rätsel …

Die Indie-Autorin Any Cherubim ist auf der Selbstverlagsplattform BookRix bereits durch ihren Liebesroman „Half Moon Bay“ bekannt geworden. Nun hat sie ein neues Werk veröffentlicht, das sich „Der geheimnisvolle Cherubim“ nennt und der Kategorie Fantasy angehört. Laut Klappentext kündigt es zwar als „leichte Unterhaltung“ an, aber ich kann schon mal verraten, dass ich das für ein bisschen stiefgestapelt halte.

Buchcover Any Cherubim - "Der geheimnisvolle Cherubim"Aber der Reihe nach: Bei einem tragischen Verkehrsunfall verliert die 22-jährige Alyssa ihre Eltern und muss sich nun um ihre beiden jüngeren Brüder Ethan und Michael kümmern, was nicht gerade leicht ist. Während sich Michael zunehmend verschließt, befindet sich Ethan in einem schwierigen Alter und macht seiner Schwester oftmals Probleme. Glücklicherweise kommen die drei aber bei Verwandten im italienischen Dörfchen Cavalano unter. In der anfangs fremd wirkenden Umgebung geschehen alsbald recht merkwürdige Dinge, die Alyssa mehr und mehr beschäftigen. Sie lernt Tristan kennen, einen jungen Mann, der offenbar einen eigenartigen Einfluss auf Michael ausübt. Kann sie ihm trauen? Dann wird ein toter Junge im Wald gefunden. Die Ereignisse werden bedrohlich.

Der Roman ist angenehm und liebevoll geschrieben, die Hauptfigur ist von Beginn an sympathisch. Stilistisch und orthographisch ist nur ab und zu eine Kleinigkeit zu bemängeln, ansonsten merkt man, dass viel Arbeit und Herzblut in das Buch eingeflossen sind. Die verschiedenen Aspekte der Handlung werden gekonnt verflochten, sodass die Geschichte immer neue Wendungen nimmt, die man zunächst gar nicht in der Form erwartet. Die Spannung wird noch durch den Prolog des Romans gesteigert, da sich der Inhalt dieses kurzen Kapitels erst im weiteren Verlauf der Handlung in das Gesamtbild einfügt.

Das komplette eBook kostet nur 1,99€. Das ist für ein handwerklich so gut geratenes Buch sehr günstig. „Der geheimnisvolle Cherubim“ spricht Fantasy-Begeisterte ebenso an wie Freunde kurzweiliger Unterhaltung, wobei „kurzweilig“ hier ausdrücklich im positiven Sinne gemeint ist, denn die Handlung hat immer etwas Neues zu bieten. Der Roman ist mehr als einen flüchtigen Blick wert.