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Rezension zu „Detektive & Drachen“ von Marc E. Valentin

„Ich bitte Sie. Ein Drache, was ist das schon?“

Der Roman „Detektive & Drachen“ des Indie-Autors Marc E. Valentin hat mich bereits durch sein drolliges Titelbild neugierig gemacht. Und beim Studium des Klappentextes ergibt sich die Erkenntnis, dass hier eine Mischung aus zwei Genres vorliegt, nämlich der Detektivgeschichte und der Fantasy. Das verspricht interessant zu werden. Ob die Kombination gelungen ist, erfahrt Ihr hier.

Buchcover Marc E. Valentin - "Detektive & Drachen"Marc Arson ist Privatdetektiv. Seinen Unterhalt bezieht er gewöhnlich mit der Bespitzelung fremdgehender Ehemänner, wobei es sich meistens nicht um „Männer“, sondern um Trolle handelt, denn er lebt in einem Land, das alle möglichen Geschöpfe beherbergt. Eines Tages erhält er Besuch von einem Boten eines wohlhabenden Adeligen aus einer reichen Stadt im Norden. Der sucht nämlich nach einem fähigen Ermittler, um ein Verbrechen aufzuklären. Seine Tochter ist von einem Drachen geraubt worden. Um sie aus den Fängen der Kreatur zu erretten, bekommt Marc Arson einen Begleiter namens Eduard mit auf den Weg. Die beiden begeben sich also in das Gebiet der Drachen, ohne einen konkreten Plan zu haben, wie der „Fall“ zu lösen ist.

Gleich in den ersten Szenen wird eines klar: Es wird sehr viel Spaß machen, den Roman zu lesen, denn Humor ist in Hülle und Fülle vorhanden. Zum einen ergibt sich der aus der doch skurril wirkenden Mischung von Ermittlungsarbeit und Märchenmotiven. Eigentlich passt das ja nicht so recht zusammen, was die besondere Komik mancher Szenen erklärt. Zum anderen kommen immer wieder scherzhafte Einwürfe vor, die bisweilen sogar auf historische Werke Bezug nehmen. Allerdings ist auch festzustellen, dass man des Öfteren Rechtschreib- und Grammatikfehler vorfindet, was sich im Laufe der Geschichte ein wenig bessert. Die Wortwahl ist wiederum die reine Freude, aufgeweckt und einfallsreich. Die Handlung bietet auch die eine oder andere Überraschung. Langeweile wird beim Lesen sicher nicht entstehen.

Für 3,99€ bekommt man mit „Detektive & Drachen“ eine urkomische erheiternde Geschichte, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Das Konzept der Vermengung zweier Genres ist durchaus aufgegangen. Wer die vorhandenen Fehler verschmerzen kann, wird mit humorvoller und geistreicher Lektüre belohnt, die für alle Altersklassen etwas zu bieten hat. Das Buch ist trotz der nicht ganz perfekten Form eine Empfehlung.

Neue eBook-Verlosung: Taliel

Fantastischer Lesespaß

Derzeit könnt ihr auf BookRix ein richtig tolles Buch gewinnen, das mit Sicherheit auch euch begeistern wird. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftswerk des Ehepaars Sascha und Claudia Schröder mit dem Titel Taliel:Erwachen.

Schon das wunderschön gestaltete Cover des eBooks, das eine Gesichtshälfte einer jungen Frau zeigt, macht Lust auf mehr. Die Geschichte hält, was das Cover verspricht und lässt den Leser nicht mehr los.

Klappentext:

Cathryne Bennett ist Schülerin einer Privatschule in London. Aber sie kommt mit dem Leistungsdruck nicht klar. Auch die Tatsache, dass sie niemanden hat, mit dem sie reden kann, nagt an ihr.

Das ändert sich erst, als zwei neue Schülerinnen in ihre Klasse kommen. Die beiden sind so verschieden wie Tag und Nacht, doch beide geben Cathryne das Gefühl, endlich wieder Freunde zu haben. Aber eine von ihnen treibt ein falsches Spiel, während die andere ihr hilft, ihre wahre Bestimmung zu finden und zu erfüllen…

Wie ihr mitmachen könnt:

Macht einfach mit bei unserer Verlosung und überzeugt euch selbst von der Einzigartigkeit dieses eBooks. Was ihr dafür tun müsst? Ganz einfach: Beantwortet die Frage zur Leseprobe richtig und werft euren Namen damit in den Lostopf.

Viel Glück!

Rezension zu „Taliel: Erwachen“ von Sascha & Claudia Schröder

Agenten, Engel, Geister …

Und wieder ist es Zeit für Fantasy. „Taliel: Erwachen“ ist ein umfangreicher Roman der Indie-Autoren Sascha & Claudia Schröder, der auf der Selfpublishing-Plattform BookRix erschienen ist. Da habe ich gleich mal reingeguckt.

Buchcover Sascha Schröder, Claudia Schröder - "Taliel: Erwachen"Die Hauptfigur heißt Cathryne Bennett. Sie besucht das Princeton College in London. An der Schule für privilegierte Kinder fühlt sie sich allerdings ziemlich fehl am Platze, weshalb sie auch kaum Kontakt zu ihren Mitschülern unterhält. Das ändert sich eines Tages aber schlagartig, als zwei neue Mädchen, Stella und Lily, in ihre Klasse kommen. Cathryne versteht sich mit beiden sofort blendend, die beiden können sich gegenseitig jedoch so gar nicht riechen. Zu allem Überfluss ereignen sich bei ihr zu Hause allerhand seltsame Dinge. Und an der Schule taucht wenig später ein neuer Lehrer auf, der sich angeblich um sie kümmern soll.

Parallel dazu erfahren wir aber noch eine weitere Geschichte: Ein Mädchen, welches stets als „Agentin“ bezeichnet wird, erhält den Auftrag, mit einer „Zielperson“ in Kontakt zu treten. Schon bald ist klar, dass die „Agentin“ eine der beiden Neuen und die „Zielperson“ Cathryne ist. Aber ob nun Lily oder Stella die ominöse Agentin ist, bleibt für den Leser lange völlig im Dunkeln. Außerdem hat die Agentin auch noch eine Gegenspielerin. Daraus entwickelt sich eine außerordentlich fesselnde Geschichte, die eine überraschende Wendung nach der anderen bietet.

Was Schreibstil und Ausarbeitung anbelangt, ist das Buch recht ordentlich ausgefallen. Dann und wann finden sich aber Wortwiederholungen, vor allem bei der Benennung der einzelnen Figuren, sowie einige Flüchtigkeitsfehler, was beides leicht hätte vermieden werden können. Mehr zu beanstanden gibt es nicht. Der Ausdruck wirkt jugendlich frisch und unterhaltsam. Langweile kommt beim Lesen jedenfalls nicht auf.

Taliel: Erwachen“ hat aber eine ausgesprochen große Stärke: Die Spannung. Die Autoren haben ein Talent dafür, ihr Publikum bis zum Schluss bei Laune zu halten, indem sie immer wieder einzelne Details des Geheimnisses verraten, in das Cathryne offensichtlich verstrickt ist, dabei aber auch ständig neue Rätsel aufgeben, sodass man gar nicht zu lesen aufhören kann, weil man wissen möchte, was denn jetzt Sache ist. Und eben diese Spannung wird bis zum Ende aufrechterhalten.

Das eBook ist für 4,99€ zu haben. Das geht in Ordnung, da man mit „Taliel: Erwachen“ einen Roman erhält, der durch seine kurzweilige Handlung einen rasanten Lesespaß bietet. Vor allem die Freunde der Fantasy werden es zu schätzen wissen. Auch wer gerne Thriller liest, ist hier an der richtigen Adresse.

Rezension zu „Crafael“ von Ewa Aukett

„Wenn ich falle in diesem Krieg, der nie der meine war, wirst du um mich weinen?“

Die Indie-Autorin Ewa Aukett ist schon seit einer Weile Mitglied auf BookRix und hat bereits viele Leser mit ihren Werken begeistert. So hat beispielsweise ihr „Commissario Andretti“ im Newbie-Schreibwettbewerb den Sieg davongetragen. Deshalb habe ich mir für den heutigen Beitrag zu dieser Rezensionsreihe einen längeren Text von ihr erwählt, um ihn hier vorzustellen. „Crafael“ nennt sich ihr Fantasy-Roman, der zu den Büchern zählt, die ich ohne Abstriche als „literarische Schätze“ bezeichnen möchte. Warum das so ist, lest ihr nun.

Buchcover Ewa Aukett - "Crafael"Die Geschichte nimmt ihren Anfang in den schottischen Highlands. Wir befinden uns in einer tausend Jahre zurückliegenden Vergangenheit. Eine dunkle Macht bedroht den Clan der McCallahans. Leandra, die Schwester des Clanführers, erhält jedoch überraschend Hilfe. Ein uralter Drache wird zu ihrem Begleiter und unterstützt sie auch im Kampf. Eines Tages werden die beiden an der Grenze des Landes der Dunkelalben überfallen und von den Soldaten des Crafael Ledoux gerettet. Zunächst ist Leandra von dem Fürsten der Dunkelalben nicht eben begeistert, obwohl er sich ihr gegenüber neutral verhält, doch nach und nach ergibt sich für die beiden ein gemeinsames Leben.

Was Leandra jedoch nicht weiß, ist, dass Crafael als Dunkelalb über Fähigkeiten verfügt, die ihr fremd sind. So kann er seine Seele vom Körper trennen und mit dieser durch die Zeit reisen. Als Leandra eines Tages auf dem Schlachtfeld aus dem Leben gerissen wird, beschließt Crafael, ihrer Seele durch die Zeiten zu folgen.

An diesem Werk gibt es fast nichts zu bemängeln. Ab und zu begegnet einem ein Flüchtigkeitsfehler, den man aber kaum bemerken wird, da die Handlung einen völlig in ihren Bann zieht. Diese ist recht komplex, aber dennoch stets nachvollziehbar und verständlich geschildert. Anfangs verwirren die vielen mitwirkenden Figuren zwar ein wenig, aber das legt sich nach ein paar Seiten wieder. Außer Leandra und Crafael betreten nämlich noch weitere Charaktere die Bühne, aber nach und nach wird klar, was sie miteinander verbindet. Man befindet sich beim Lesen dieses Romans also auf einer faszinierenden und äußerst spannenden Entdeckungsreise, auf welcher man immer wieder mit überraschenden Wendungen und Fügungen belohnt wird.

Zu Beginn des Textes erscheinen zwar solche Begriffe wie „Drachenkriegerin“, „Highlander“ oder „Alben“, die gewisse Assoziationen bezüglich des Buchinhaltes wachrufen. Davon sollte man sich jedoch keinesfalls beirren lassen, denn die Handlung geht weit über das hinaus, was man für gewöhnlich in Fantasy-Romanen vorfindet. Die Geschichte ist romantisch und gefühlvoll, doch ebenso mysteriös und tragisch. Keine dieser Emotionen erscheint dabei gekünstelt oder konstruiert. Sie wirken stattdessen stets organisch und lebendig und reißen einen mit.

Ewa Aukett verfügt über einen überzeugenden, prägnanten Schreibstil, der keinerlei Wünsche offen lässt. Ihr Ausdruck passt perfekt zum jeweiligen Szenario und bewegt sich weit abseits ausgetretener Pfade. Wer einen gepflegten und versierten Umgang mit dem Medium Sprache zu schätzen weiß, wird sich hier sofort wohl fühlen.

Die 0,99€ für den Download halte ich eindeutig für zu wenig, denn „Crafael“ hat so viel an hervorragend ausgestaltetem Inhalt zu bieten, dass man dafür gerne mehr bezahlt. Das aufmerksame Lektorat tut sein Übriges zum rundum positiven Eindruck. Man hat hier das Gefühl, etwas Ganzes, Vollwertiges zu bekommen. „Crafael“ steckt voller Überraschungen, weshalb hier nicht nur die Fans der Fantasy unbedingt zugreifen sollten, sondern auch diejenigen Leser, die hochwertige Literatur lieben. Selten war eine so formvollendete Geschichte so günstig zu haben wie hier.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ von T.J.Hudspeth

„Die Träne wird euch den Weg weisen.“

Die Indie-Autorin T.J.Hudspeth hat auf der Selfpublishing-Plattform BookRix bereits mehrere Romane veröffentlicht und eine beträchtliche Anzahl treuer Fans gewonnen. Bisher waren vornehmlich Vampire ihr bevorzugtes Thema. Mit „Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ betritt sie nun jedoch neue Pfade, denn hier wird es märchenhaft.

Buchcover T.J.Hudspeth - "Fay - Vermächtnis des Blutes"Dalila, ein recht gewöhnlicher weiblicher Teenager, wacht eines Tages aus dem Koma auf. Das Klinikpersonal verhält sich ihr gegenüber irgendwie seltsam und schon bald erfährt sie den Grund dafür: Ihre Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sie selbst kann sich zunächst an nichts erinnern, doch schon bald plagen sie heftige Schuldgefühle, weil sie befürchtet, die Eltern während der gemeinsamen Fahrt abgelenkt und das tragische Unglück somit verschuldet zu haben. Nun aber kommen weitere sonderbare Ereignisse hinzu: Die Eltern haben einen Abschiedsbrief hinterlassen. Dalila soll so schnell wie möglich zu ihrer Großmutter Daphne ziehen, welche sie bisher jedoch noch nie gesehen hat. Sie wohnt an einem Ort namens Fairywicket. Ebenso skurril wie diese Bezeichnung verläuft auch die Reise dorthin. Und als ob das nicht schon genug wäre, ist die Frau, die sich ihr als Daphne vorstellt, völlig anders, als sie es erwartet hat. Doch wenigstens kann ihr die Großmutter alle absonderlichen Vorkommnisse erklären und sie außerdem auf ihre wahre Bestimmung vorbereiten. Dalila erfährt von ihr, dass die Wesen, die man für gewöhnlich nur aus Märchen kennt, tatsächlich existieren und sie selbst auch noch dazugehört. Auch der schöne Jo, ein guter Freund von Daphne, verkompliziert Dalilas Leben ungemein.

T.J.Hudspeth verzaubert ihre treuen Fans mit einem wundervollen Roman, der viel zu bieten hat und sich außerdem deutlich von ihren bisherigen Werken unterscheidet. Das trifft sowohl auf den Inhalt, wie auch auf den Schreibstil zu. Vor allem von Letzterem bin ich recht angetan, da er individuell und unverwechselbar wirkt. Die Autorin drückt sich vielseitig und präzise aus, stellenweise vielleicht ein wenig zu wissenschaftlich für eine fiktive Fantasy-Geschichte, was aber nur zu Beginn des Textes zu beobachten ist. Orthographisch ist alles im grünen Bereich.

Was mir aber am meisten gefällt, ist das entspannte und ausführliche Erzähltempo. Oftmals leiden Fantasy-Romane ja daran, zu schnell auf den Punkt zu kommen, indem die Hauptfiguren urplötzlich ungeahnte Fähigkeiten besitzen und dadurch übermächtige Gegner ohne Weiteres bezwingen können. Nicht so hier; zwar erfährt Dalila, dass sie dem feenhaften Volk der Fay – zumindest zur Hälfte – angehört, doch macht sie das nicht zum Übermenschen, der auf einmal alles kann. Sie bleibt angreifbar, was ein deutlicher Gewinn für die Geschichte ist. So bleibt die Spannung auf einem hohen Level erhalten und die Handlung wirkt plausibel.

Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ ist ein faszinierendes und angenehm erzähltes Fantasy-Abenteuer, das mit einem Preis von 1,49€ auch noch unverschämt günstig zu haben ist. Es wird durch seinen sehr guten sprachlichen Ausdruck und die einfühlsame und nachvollziehbare Erzählweise nicht nur die angestammten Fantasy-Fans hinreißen wird, sondern auch solche Leser, die nicht schon auf der ersten Seite wissen wollen, wie die Geschichte ausgeht. „Fay – Das Vermächtnis des Blutes“ überzeugt gleichermaßen durch Spannung und Gefühl.

Nachtrag: Das wundervolle Cover ist übrigens vom Bruder der Autorin gezeichnet worden.

Rezension zu „Bota Ëndërr 2“ von Michael J. Unge

Der Traum geht weiter. Oder ist es die Wirklichkeit?

Vor nicht allzu langer Zeit ist hier im Blog der heitere Fantasy-Roman „Bota Ëndërr“ von Indie-Autor Michael J. Unge vorgestellt worden. Da mir dieser außerordentlich gut gefallen hat, ist es eine Freude, dass es nun eine Fortsetzung dazu gibt. Diese soll nun besprochen werden.

Zur Erinnerung: Benjamin findet sich plötzlich an einem unheimlichen Ort wieder, wo verschiedene Gefahren auf ihn lauern. Zum Glück hat er einen Schutzengel namens Sam, der ihn nach Bota Ëndërr bringt, dem Traumland, das von seiner Großmutter erschaffen worden ist. Dort lernt er verschiedene Geschöpfe kennen, wie etwa Knox, ein kleines, blaues Kerlchen, und Tefan, den Banditen. Doch Benjamin möchte wieder in die Realität zurückkehren, was ihm am Ende auch gelingt. Zu seiner Verblüffung befindet er sich in einem Krankenhaus und ist soeben aus dem Koma erwacht. Und noch eine Überraschung gibt es: Sam ist auch anwesend, allerdings nicht als Sam, sondern als Zad, einem Krankenpfleger, der dem Engel jedoch wie ein Zwilling gleicht.

Buchcover Michael J. Unge - "Bota Ëndërr 2"Zwei Jahre – und ein eBook – später: Benjamin lebt inzwischen glücklich mit Zad zusammen, als dieser eines Abends spurlos verschwindet. Zusammen mit seiner besten Freundin Lara begibt sich der Protagonist auf die Suche nach ihm, doch da geschieht das Unglaubliche: Die beiden werden Bota Ëndërr versetzt, so wie der Gesuchte bereits vor ihnen. Doch das Traumland ist nicht mehr so, wie Benjamin es in Teil 1 verlassen hat. Von Knox erfährt er, dass die Träumerin in einen tiefen Schlaf versunken ist. Außerdem treibt der düstere Seelenjäger jetzt sein Unwesen, eine Kreatur, die dem „Wald der süßen Träume“ entwichen ist, einem Ort, den wir bereits aus dem ersten Teil kennen. Benjamin und seine Gefährten müssen sich aufmachen, das bunte Land vor dem finsteren Geschöpf zu bewahren. Ein rasantes Abenteuer nimmt seinen Lauf, in dem eine Armee von Nussknackern, sprechende Bäume mit Sinn für Humor und eine ziemlich verzettelte Fee mit von der Partie sind.

Wie schon Teil 1 bezaubert auch „Bota Ëndërr 2“ durch eine Vielzahl sehr origineller Einfälle, wobei ich die Bäume am sympathischsten finde. Insgesamt erscheint die Handlung hier aber dramatischer und spannender, ist außerdem mehr aus einem Guss. Zu bemängeln gibt es nur wenig, vor allem aber Fehler bei der Kommasetzung. Ansonsten sprudelt der Text nur so vor Wortwitz und Situationskomik. Das sprachliche Niveau kommt dabei nicht zu kurz, ein recht erfreulicher Umstand.

Mit 3,99€ ist die Fortsetzung etwas billiger als der vorangehende Teil. Liebens- und lobenswerte Lektüre ist sie ebenfalls, da man hier eine Geschichte geboten bekommt, die sich abseits ausgetretener Pfade bewegt und dabei auch noch prima unterhält. „Bota Ëndërr 2“ ist ein kurzweiliges Lesevergnügen und fasziniert sicherlich nicht nur Fantasy-Fans, sondern auch Leser, die Geschichten mit reichlich Humor mögen.

Rezension zu „Eagle Island“ von Nelia Korbe

Buchbewertung mit allen Sinnen …

Heute ist mal wieder eine Kurzgeschichtensammlung an der Reihe, hier im Blog vorgestellt und durchleuchtet zu werden. Sie heißt „Eagle Island“ und stammt aus der Feder von Indie-Autorin Nelia Korbe. In dem eBook sind neun Texte enthalten, von denen der erste den Titel beisteuert.

Buchcover Nelia Korbe - "Eagle Island"Nun mag sich manch einer fragen, was die Überschrift dieser Rezension zu bedeuten hat. Tatsächlich bezieht sich diese auf die Handlung von „Eagle Island“. Wir lernen Kinara kennen, eine junge Frau, die einen wirklich fantastischen Job hat: Sie bewertet Bücher! Allerdings muss sie kein einziges davon durchlesen, da sie mit einer phänomenalen Gabe ausgestattet ist. Sie braucht einen Schmöker nur zu berühren und prompt wird sie von dessen Inhalt buchstäblich aufgesogen, taucht wie eine lebendige Forschungssonde in eine völlig fremde Welt ein und schaut sich dort um, lauscht und fühlt, stets darauf bedacht, dabei genügend Daten über das Geschehen im Buch zu sammeln, um daraus eine fachkundige Bewertung zu erstellen. Obwohl Kinara eine sehr professionelle Rezensentin ist, passiert es ihr doch bei einem Besuch einer der fiktiven Welten, dass sie dort die Zeit vergisst und einschläft. Allerdings gibt es dafür einen Grund, den sie erst später enthüllen kann.

Nicht ganz unähnlich, was die Grundidee betrifft, ist der Text „Zurück ins Moor“, nur dass hier nicht jemand in eine Geschichte eintaucht, sondern in ein Moor, in welchem er sich überraschend wiederfindet, ohne sich erinnern zu können, wo er zuvor gewesen ist. Doch auch hierfür gibt es einen Grund.

Eher satirisch gibt sich „Linke Tonsille“, denn hier begeben wir uns in den Hals einer vom Pech verfolgten Ich-Erzählerin. Dort steckt etwas fest, das ihr ziemliches Unbehagen verursacht und bald darauf auch Thema in sozialen Netzwerken wird, denn Schadenfreude ist ja bekanntlich etwas Erheiterndes. Auch die Belegschaft einer deshalb konsultierten HNO-Arztpraxis erfreut sich an dem Leid der Patientin.

Die Texte sind stilistisch allesamt gelungen. Sie wirken kurzweilig, ausdrucksstark und kreativ, was die jeweilige Grundidee anbelangt. Außer ein paar Flüchtigkeitsfehlern ist nichts zu bemängeln. Allerdings gehen manche der Texte inhaltlich recht deutlich über das hinaus, was die von der Autorin angegebenen Stichwörter vermuten lassen. So ist „Eagle Island“ selbst eher im Fantasy-Genre anzusiedeln, als dass es eine „Alltagsgeschichte“ darstellt.

Umso wichtiger ist es, diesen Sammelband zu empfehlen, kostet er doch gerade einmal 1,49€. Dafür bekommt man neun Geschichten, die sich durch Einfallsreichtum und gute Ausarbeitung auszeichnen. „Eagle Island“ verspricht daher abwechslungsreichen Lesespaß.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Bota Ëndërr“ von Michael J. Unge

„Wo bin ich hier nur reingeraten?“

Genau dies fragt sich Benjamin, Protagonist des Romans „Bota Ëndërr“ von Indie-Autor Michael J. Unge, der als „mick76“ auf unserer Selfpublishing-Plattform BookRix angemeldet ist. Sein  hier vorgestelltes eBook fasziniert bereits von außen durch ein künstlerisch recht anspruchsvolles Cover. Also habe ich mir vorgenommen, es auch mal von innen zu untersuchen. Dass ich dabei nicht enttäuscht worden bin, kann ich jetzt schon verraten.

Buchcover Michael J. Unge "Bota Ëndërr"Der Text ist dem Genre Fantasy zugehörig. Tatsächlich erfahren wir, wie sich Benjamin, die Hauptfigur, unerwartet an einem sonderbaren Ort wiederfindet. Um ihn herum ist alles finster, doch schon bald stellt er fest, dass er beobachtet wird. Die Situation ist ihm nicht geheuer. Er versucht zu fliehen, wird bald von einem riesigen Wolf verfolgt und entkommt nur knapp mit einem Aufzug. Aber dort, wo er diesen wieder verlässt, sieht’s nicht eben viel besser aus, denn eine Horde seiner eigenen Spiegelbilder hat es plötzlich auf ihn abgesehen. Glücklicherweise bekommt er Hilfe. Ein Mann namens Sam weist ihm den Weg zu einem Ausgang und bringt ihn so nach Bota Ëndërr, einer ziemlich bunten Welt, in der scheinbar nichts so ist, wie es Benjamin gewohnt ist. Um etwas Klarheit über seine Situation zu bekommen, schlägt Sam ihm vor, die Träumerin aufzusuchen, eine Seherin. Als sie in ihrem Schloss eintreffen, muss Benjamin erstaunt feststellen, dass diese Träumerin für ihn keine Unbekannte ist. Auch trägt sie ihre Bezeichnung nicht ohne Grund.

Wer sich fragt, was der Titel des Buches wohl bedeuten könnte, dem sei verraten, dass es sich um die Übersetzung von „Traumwelt“ ins Albanische handelt. Der Autor liebt also nicht nur das Spiel mit Gedankenbildern, sondern auch mit Worten und Sprachlauten. Die Handlung bietet eine rasante, unterhaltsame Abfolge verschiedenster Szenen, in welchen Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen. Dies geschieht jedoch nicht grundlos, sondern hat einen tieferen Sinn, der sich beim Lesen nach und nach erschließt und deshalb hier nicht vorweggenommen werden soll. Stilistisch überzeugt der Text ebenso. Allerdings finden sich eine Reihe von Flüchtigkeitsversehen, die jedoch zu verzeihen sind, da die Geschichte äußerst kreativ und ansprechend ausgeschmückt ist. Dazu zählen auch sehr viele humoristische Einlagen, die wirklich gelungen sind.

Für den Download verlangt der Autor 4,99€. Das halte ich für angemessen, da „Bota Ëndërr“ eine Geschichte ist, mit der man sich auch nach dem Lesen noch lange gedanklich beschäftigt. Da ist aber noch mehr: Der Text verursacht eine optimistische, sehr angenehme Stimmung, ist also wahrlich ein literarischer Genuss, sowohl stilistisch wie inhaltlich. Er ist mehr als Fantasy, man muss ihn gelesen haben, um das nachvollziehen zu können.

Übrigens läuft derzeit auch eine Verlosung zu diesem eBook.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Sorgenschwer“ von Monirapunzel

Seelenschmerz und Geheimnisvolles …

Die Indie-Autorin Monirapunzel dürfte der Gemeinschaft auf der Selfpublishing-Plattform BookRix inzwischen wohlbekannt sein. Nicht zuletzt durch ihre unermüdliche und liebevolle Betreuung der großen Kurzgeschichten-Gruppe hat sie sich viele Freunde gemacht. Außerdem ist sie stets recht produktiv, was das Schreiben anbetrifft. Nun hat sie mit „Sorgenschwer“ einen neuen Sammelband ihrer Werke veröffentlicht.

Das eBook beherbergt 25 Texte und bietet einen Querschnitt von Monis bisherigem Schaffen. Eines ihrer bevorzugten Themen sind Alltagsprobleme und persönlicher Schmerz. So ist etwa „Angst“ aus der Sicht einer Mutter geschrieben, die sich mit der Tatsache abfinden muss, dass ihr Sohn eine Straftat begangen hat. In „Das Haus“ geht es um die Pflege von Familienangehörigen, sowie um Erbschaftsstreitigkeiten, wobei die Geschichte hier ein ziemlich böses Ende nimmt. Recht bedrückend gibt sich „Sie faltet“. Darin wird in nüchternen, aber präzisen Worten über die Auswirkungen von Demenz berichtet.

Buchcover Monirapunzel "Sorgenschwer"Darüber hinaus hat Moni aber auch ein Faible für Fantastisches und Geheimnisvolles. So sind einige Texte in „Sorgenschwer“ dem Fantasy-Genre zuzurechnen. Zunächst ist die Kurzgeschichte „Wo ist Tim?“ zu nennen. Hier wird nach und nach ein Puzzle aus anfangs zusammenhangslos scheinenden Szenen und Perspektivwechseln vervollständigt; bisweilen magisch wirkende Formulierungen ergeben am Schluss ein klares Bild, das durch seine emotionale Intensität und Tiefe einmal mehr betroffen macht. Der nächste Paukenschlag ist „Desmeralda“. Die Hauptfigur Jonas, ein junger Student, berichtet von seiner Begegnung mit einer bezaubernden Fremden auf einem Weihnachtsmarkt. Sofort ist er in ihrem Bann, möchte sie wiedersehen, leidet Qualen, weil er sie nicht mehr finden kann. Doch er wird erlöst, scheinbar zumindest, denn es stellt sich bald heraus, dass Desmeralda kein gewöhnlicher Mensch ist. Jonas gerät in einen Sog aus Hingabe und Abhängigkeit. Schließlich tut er Dinge, die er zuvor nicht für vertretbar gehalten hätte.

Dieser Text verfügt über einen recht gepflegten Stil. Die Wortwahl ist durchdacht und vielseitig, die Beschreibungen lassen die Höhen und Tiefen von Jonas’ Gefühlswelt lebendig werden. Das Näherkommen der beiden Figuren wirkt sehr romantisch. Es findet sich darin aber nichts Kitschiges oder Abgedroschenes. Was die Geschichte jedoch zu etwas Besonderem macht, ist der Schluss. Plötzlich wird aus einer überaus sensiblen Liebesgeschichte eine schonungslos direkte Gesellschaftskritik, die den Umgang mit älteren Menschen anprangert. Wie die Autorin diese literarische Wandlung hinbekommt, möchte ich nicht vorwegnehmen.

In eine etwas andere Richtung geht „Der Fluch“. Hier wird ebenfalls eine Liebe erwähnt, und zwar die zwischen Wilhelm und Alexandra. Wir erleben dabei zunächst, wie sich Wilhelm einer Kirche nähert. Dabei scheint er jünger zu werden, bis er sein Ziel schließlich erreicht und die Turmuhr sieht, deren Zeiger rückwärts läuft. Im Fenster erblickt er Alexandra, die auf ihn wartet. Was hat das alles zu bedeuten? Wilhelm hat zunächst keine Erklärung dafür. „Der Fluch“ erzeugt eine mystische Atmosphäre, in welcher man die Zuneigung von Wilhelm und Alexandra deutlich wahrnehmen kann. Die Beschreibung ist sehr bildhaft und erregt so die Neugier des Lesers. Man möchte wissen und verstehen, was vor sich geht, und bis man es erfährt, wird man ganz und gar von der Stimmung übermannt. Das Erzähltempo ist hier recht flott, was wunderbar zum Szenario der rückwärts laufenden Uhr und dem sich dadurch rapide verjüngenden Wilhelm passt.

Sorgenschwer“ zeigt in seiner Gesamtheit das ganze Können von Monirapunzel auf. Die Texte erzielen stets ihre Wirkung beim Lesen. Sie verursachen starke Emotionen. Manche machen betroffen und fassungslos, wieder andere begeistern durch ihre Sensibilität und Feinsinnigkeit. Die Autorin hat keine Scheu, die Dinge beim Namen zu nennen. So wirkt die ein oder andere Geschichte recht direkt und umgangssprachlich. Generell sind sie allesamt sorgfältig ausgearbeitet und in orthographisch korrekter Form niedergeschrieben, ein sehr erfreulicher Umstand.

Die Kosten für den Download des kompletten Sammelbandes belaufen sich auf 1,99€. Ehrlich gesagt, halte ich das angesichts der Qualität des Gebotenen für einen Schleuderpreis. Man bekommt hier schließlich 25 Texte, die wirklich etwas zu sagen haben und das auch auf eindrucksvolle Weise tun. „Sorgenschwer“ hat viele Facetten, die sich stets gehaltvoll entfalten. Ich würde die Geschichten nicht als leichte Lektüre bezeichnen, da sie zumeist sehr berühren und nachdenklich stimmen. Vielmehr handelt es sich um Literatur mit Tiefgang, die sehr betroffen macht.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Time Dynasty“ von Jane Montgomery

„Die Nacht breitete sich vor ihr aus und verweigerte jegliche Stellungnahme zu den Vorkommnissen.“

Die 13-jährige Amanda hat ein ziemlich großes Problem: Ihr Körper verselbstständigt sich nämlich eines Nachts und verlässt gegen ihren Willen ihr Zimmer. Draußen läuft er einfach weiter, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen kann. So skurril beginnt der Roman „Time Dynasty“ von Indie-Autorin Jane Montgomery, der seit Kurzem auf der Selfpublishing-Plattform BookRix zu bewundern ist. Ein im wahrsten Sinne „eigenwilliger“ Anfang, der mich sofort neugierig gemacht hat.

Buchcover Jane Montgomery "Time Dynasty"Amanda stellt bald darauf fest, dass sie von zwei Männern telepathisch kontaktiert wird, die ihr etwas Erstaunliches mitteilen möchten. Sie halten sie für eine Auserwählte, die auf eine Zeitreise ins Mittelalter gehen soll. Dort ist nämlich einer ihrer Vorfahren bedroht und Amanda soll ihn unterstützen. Ein unglaubliches Abenteuer beginnt für sie, bei dem jedoch nicht alles so läuft, wie es geplant worden ist. Da sie nämlich nicht im vorgesehenen Jahr eintrifft, wird kurzerhand ihr kleiner Bruder Ian hinterhergeschickt, um sie zu suchen.

Die Geschichte ist komplex und die einzelnen Handlungsstränge werden durch mehrere Perspektivwechsel miteinander verflochten. Das sorgt für jede Menge Spannung und auch der Unterhaltungswert ist hoch, da der Schreibstil der Autorin neben einem exquisiten, distinguierten Ausdruck auch noch über reichlich Humor verfügt. Weiterhin fließt historisches und biologisches Wissen in den Text ein. Fehler sind hier äußerst rar und wohl nur der Flüchtigkeit geschuldet. Insgesamt fällt das Fazit also positiv aus. Hilfreich beim Lesen ist außerdem die konsequente Kursivschreibung der Stimmen, die sich lediglich in Amandas Gedanken melden, sowie der telepathischen Unterhaltungen der übrigen Figuren untereinander.

3,99€ kostet der Download des kompletten Romans. Das Preisleistungsverhältnis stimmt auf jeden Fall, denn der Text gibt sich sprachlich ausgereift und inhaltlich spannend und originell. Jane Montgomery zeigt uns, wie perfekt eine Mischung aus gepflegtem Ausdruck und abwechslungsreicher Unterhaltung gelingen kann. „Time Dynasty“ sollte man sich daher nicht entgehen lassen, auch dann nicht, wenn man das Genre Fantasy für gewöhnlich eher meidet, denn dieses Werk dürfte mit seinem besonderen Charme sicherlich so Manchen auf den Geschmack bringen. Es ist zwar als Kinder- und Jugendbuch eingestuft, fasziniert aber problemlos auch volljähriges Publikum. Na, neugierig? Dann lies schnell rein!