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Rezension zu „Flucht aus dem Paradies“ von Cornelia Richter

„Es liegt wohl in der Natur der Frau, dass sie immer alles ergründen muss.“

Eine „erotische Komödie“ verspricht Indie-Autorin Cornelia Richter mit ihrem Selfpublishing-eBook „Die Flucht aus dem Paradies“, welches sie auf BookRix veröffentlicht hat. Da kann man nur schwer widerstehen, nicht wahr? Mir ist es jedenfalls so ergangen, daher habe ich reingelesen.

Die Hauptfigur stellt sich als Judith vor. Sie ist eine junge Frau, die sich bislang noch keine großen Gedanken über Familienplanung und die damit verbundenen Umstände gemacht hat. Eines Tages ergibt es sich, dass sie ihrem Chef Alexander näherkommt. Zwischen den beiden entwickelt sich in der Folge eine lockere Beziehung. Doch schließlich kommt Judith an den Punkt, an welchem sie sich fragen muss, was ihr im Leben wichtiger ist: Eine feste Bindung oder ihre Freiheit. Die Entscheidung fällt ihr nicht gerade leicht.

Sie macht sich also reichlich Gedanken über Männer und Frauen, über Glück und Beziehungen, über den Umgang der Geschlechter miteinander, Gedanken, die sie uns in humorvoller, oftmals satirischer oder gar provokativer Form mitteilt. So werden Rollenklischees und Verhaltensweisen aufgezählt und auf die Schippe genommen. Man sollte dabei stets den Titel des Werkes im Hinterkopf behalten, denn die „Flucht“ ist ja etwas Anderes als die „Vertreibung“ aus dem Paradies. Die Autorin stellt außerdem gleich in der Widmung klar, dass das Leben mit einem Schuss Humor um einiges entspannter verläuft. Wie recht sie doch hat.

Cornelia Richter verfügt über einen aufgeweckten, unterhaltsamen Schreibstil. Die Handlung wird durchgehend im Präsens berichtet, wodurch sie rasant und kurzweilig wirkt. Amüsant erscheint auch die Tatsache, dass die Geschehnisse in der Ich-Form einer imaginären Zuhörerin geschildert werden, die immer mal wieder in der zweiten Person Singular angesprochen wird, wie es in einer E-Mail der Fall wäre. Das trägt deutlich zur Auflockerung bei. Gelegentlich leiden aber Ausdruck und Grammatik ein wenig unter dem Umstand, dass der Text recht umgangssprachlich geschrieben ist. Zu bemängeln ist vor allem die Zeichensetzung, die oftmals nicht stimmig ist. Ansonsten macht der Roman einen soliden Eindruck, was auch an dem angemessenen Erzähltempo liegt. Das Cover ist ebenfalls nett anzuschauen.

Das Buch ist erst ab 16 Jahren freigegeben, was seine Berechtigung hat, denn so manches Mal gehen Judiths Live-Berichte über einen ereignisreichen Abend zu zweit (oder zu dritt) ziemlich ans Eingemachte. Wen dieser Umstand und die vielen fehlenden Kommas nicht stören, der bekommt für 3,99€ eine überaus quirlige Hommage an die gelungene Flucht aus dem Paradies, sowie an die Vorzüge von Gelassenheit und Humor.

Rezension zu „Kim – Schlimmer geht immer“ von Mona Lida

„Fliegst du schon, oder zieht die Physik dich zu Boden?“

Und heute ist die Liebe das Thema in dieser Rezensionsreihe. „Kim – Schlimmer geht immer“, ein Roman aus ebendiesem Genre, hat mich durch sein aufwendiges Cover angesprochen und nach dem Lesen kann ich sagen, dass das eBook nicht nur ein stilvolles Äußeres zu bieten hat, sondern auch einen knackigen, heiteren Inhalt.

Buchcover Mona Lida - "Kim - Schlimmer geht immer"Doch der Reihe nach: Das Werk ist von Indie-Autorin Mona Lida geschrieben worden. Auf dem sympathisch anmutenden Cover entdeckt man außer der Hauptfigur Kim noch einen kullernden Euro, einen Revolver und einen Kater. Und dies alles kommt in der Geschichte vor. Kim hat einen Traum: Sie möchte ihr Vermögen auf sieben Stellen vor dem Komma vergrößern. Ihr erster angesparter Euro befindet sich in einer Schneekugel in ihrer kleinen Wohnung. Der Kater Maurice gehört ihrem Ex-Freund und sie stellt fest, dass sie den Stubentiger tatsächlich mehr geliebt hat als dessen Herrchen. Und mit dem Revolver wird ein Mord verübt, unglücklicherweise ebenfalls in ihrer kleinen Wohnung. Kim will herausfinden, in welche Machenschaften das Mordopfer verwickelt gewesen ist. Ihre Lage wird jedoch dadurch erschwert, dass sich gleich mehrere Männer um die Nachfolge ihres Ex-Freundes bemühen. Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Mona Lida bietet uns hier eine quirlige Liebesgeschichte mit einem Schuss Kriminellem. Ausdruck und Orthographie sind dank eines kompetenten Lektorats in bester Ordnung, von ganz vereinzelten Flüchtigkeitsfehlern abgesehen, die aber so gut wie nicht auffallen. Die Handlung saust nämlich rasant am Leser vorbei, man möchte einfach erfahren, was es mit den dubiosen Geschäften des Toten auf sich hat und für wen sich Kim nun letztlich in beziehungstechnischer Hinsicht entscheidet. Für Spannung ist demnach stets gesorgt. Vor allem gefällt mir aber der aufgeweckte Humor, der sich immer wieder in kessen Sprüchen bemerkbar macht.

Für 2,99€ erhält man einen Roman, der auf jeden Fall für kurzweilige und amüsante Unterhaltung sorgt. Die Themenschwerpunkte Liebe und Mordermittlung halten sich in ungefähr die Waage und ergänzen sich daher perfekt. Wer Liebe, Spannung und Wortwitz in einem haben möchte, ist hier goldrichtig.