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Nachdenkliche Literatur:

Gedanken über eine ungeahnte Sehnsucht.

Geschichten aus dem Leben bietet uns der Autor Mathias Erhart in seinem Text „Der alte Mann mit dem Einkaufswagen und das Mädchen mit den traurigen Augen“. Allerdings handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Geschichte. Wir lernen hier zwei Menschen kennen, die auf den ersten Blick recht unterschiedlich wirken, aber doch eine Sehnsucht teilen, ohne es zu wissen.
Dabei stellt Mathias Erhart die beiden Charaktere sehr ausführlich, facettenreich und plausibel dar. Ihr Gefühle sind ebenso nachvollziehbar wie ihre Gedankengänge. Hinzu kommt die Beschreibung äußerlicher Einflüsse wir etwa des tristen Spätherbstwetters, die das ihre zur Stimmung des Textes beitragen.
Beim Lesen wird man also ganz aufgesogen von dem, was die beiden Protagonisten erleben und fühlen. Es kommt zu einer ungewöhnlichen Mischung von Melancholie und Schwere auf der einen Seite und dem ganz persönlichen Glück auf der anderen. Und diese Mischung ist es, die der Autor präzise und gekonnt ausarbeitet und nachempfindbar formuliert.
Wenn man überhaupt etwas kritisieren möchte, dann sind es die ein wenig umständlichen Relativsätze im ersten Abschnitt des Textes. Diese wären unauffälliger, wenn sie nach dem finiten Verb eingefügt worden wären. Aber wie gesagt, dieser Mangel betrifft lediglich den Anfang und tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Ansonsten ist der Schreibstil solide und variantenreich, der Ausdruck bis ins Detail ausgefeilt.
Ich möchte Euch diese Geschichte daher ans Herz legen, da sie mich sehr beeindruckt hat.

Rezension zu „Gedanken…“:

Gedichte aus der Stille.

„Silencium“ nennt sich die Autorin Sara A. Mönch auf BookRix, und dabei hat sie doch so viel zu sagen, und sie weiß auch, wie man etwas sagt.
In ihrem Buch „Gedanken…“ finden sich sieben lyrische Texte, die uns einen Einblick in den „Alltag“ – so der Untertitel – der Autorin gewähren. Die Gedichte erzählen mit wohlbedachten Worten von dem ein oder anderen Vorkommnis, welches sie ausdrucksstark und vielschichtig beschreiben. Dabei erschließt sich der tiefere Sinn so mancher Zeile erst, nachdem sie eine Weile gewirkt hat. So wird das Lesen dieser Texte zu einem Erlebnis des Entdeckens und Erkennens.
Besonders zu empfehlen möchte ich das letzte Gedicht „Paradiesvogel“, das eine Situation, die wir alle schon erlebt haben (dürften), in ganz besonders schillernden Bildern transportiert.
Generell ist das Buch ein literarischer Leckerbissen. Dann und wann begegnen ein paar Flüchtigkeitsfehler, die aber angesichts des aussagekräftigen Inhalts kein bißchen schmerzen.