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Geburtstag

Heinrich Böll

Genau heute vor 95 Jahren wurde der Schriftsteller und Übersetzer Heinrich Böll geboren. Er war einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur.  Böll musste den zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 hautnah an der Front miterleben, was sein gesamtes späteres Schaffen sehr prägte. Als er schließlich dem Leben als Soldat den Rücken kehren konnte, nahm er seine schriftstellerischen Tätigkeiten wieder auf. Er veröffentlichte verschiedene Kurzgeschichten und Romane, in denen er seine Kriegserfahrungen verarbeitete.

Sprungbrett seiner Karriere war für Böll, wie auch für viele andere Nachkriegsliteraten, die Gruppe 47. Er wurde 1951 eingeladen, eine seiner Geschichten dort vorzutragen. Böll rezitierte die Satire „die schwarzen Schafe“ und gewann damit nicht nur ein Preisgeld von 1000 DM, sondern auch einen Autorenvertrag bei einem Verlag. Im Laufe der Zeit veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Im Jahr 1972 gipfelte seine Karriere im Erhalt des Literaturnobelpreises. 13 Jahre später, am 16. Juli 1985, starb Böll.

Wofür der Autor seiner Zeit besonders geschätzt, aber auch gefürchtet wurde,  ist die Tatsache, dass er nie ein Blatt vor den Mund nahm. Zum Beispiel kritisierte er die gesellschaftliche Fehlentwicklung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. Ein besonderer Dorn im Auge war Böll außerdem die Berichterstattung des Springer-Verlages, die er unter anderem in seinem wohl bekanntesten Werk, „die verlorene Ehre der Katharina Blum“ scharf angriff. Durch seine unerschrockene Literatur polarisierte der Autor stark zu seiner Zeit. Doch es ist unbestreitbar, dass er einer der größten, deutschen Literaten aller Zeiten war. Alles Gute, Heinrich Böll.

Gründung der Gruppe 47

Forderung und Förderung…

…so kann man zusammenfassen, was die Gruppe 47 für Nachkriegsautoren bedeutete. Genau heute vor 65 Jahren – also im Jahre 1947 – wurde die berühmte Literatur-Gruppierung von Hans Werner Richter ins Leben gerufen.

Nur explizit von Richter eingeladene Autoren durften an diesen Zusammenkünften teilnehmen, um dort ihre Werke anderen Schriftstellern vorzutragen. Diese wiederum äußerten anschließend in einer Diskussion ihre Kritik und Verbesserungsvorschläge an den Werken und wählten in einer demokratischen Abstimmung zum Schluss den besten Beitrag, der dann den Preis der Gruppe 47 erhielt. Diese Auszeichnung stellte für viele Autoren einen Türöffner für ihre weitere literarische Karriere dar.

Das Treffen fand zumeist halbjährlich an wechselnden Veranstaltungsorten statt und brachte im Laufe der Zeit berühmte Namen der Trümmerliteratur wie Heinrich Böll und Ingeborg Bachmann hervor. Einer der größten Erfolge der Gruppe 47 war auf alle Fälle Schriftsteller Günter Grass (siehe Foto), der im Zuge der Versammlung das erste Kapitel seines Buches „die Blechtrommel“ rezitierte.

Nachdem er dafür den Preis erhielt, rissen sich die Verlage um sein Manuskript und es wurde zu einem  riesen Erfolg. Die Gruppe traf sich zum letzten Mal im Jahre 1967. Doch bis heute wird der Gruppierung und den vielen Werken, die durch sie hervorgebracht wurden, eine große Bedeutung beigemessen.