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Kindle Fire – Kampfansage und Erfolgsrezept

Was lange währt…

Wir haben ja schon fast nicht mehr daran geglaubt, aber jetzt ist es amtlich. Nachdem das Tablet letzten November vorerst ausschließlich in den USA auf den Markt gebracht wurde, erobert eine überarbeitete Version des Kindle Fire ab sofort auch den deutschen Markt.

Damit greift Amazon geschickt ein in den Kampf um das beste Preis-Leistungsverhältnis im boomenden Tablet Markt. Das Geschäftsmodell, das Amazon vorschwebt, ist auch durchaus schlüssig:

Die Kosten für das hochwertige Tablet halten sich in Grenzen, ja Experten vermuten sogar, dass Amazon letzten Endes für die Gerätkosten draufzahlen muss. Doch die Firma legt auch nicht primär darauf an, durch den Verkauf des Gerätes Gewinne einzufahren. Vielmehr solle dies im zweiten Schritt über die vertriebenen Inhalte passieren, die auf dem Tablet abgespielt werden. Dabei handelt es sich vorrangig um Bücher, Filme und Musik, die dann über Amazon und ihre Tochterfirmen direkt bezogen werden können.

Das Kindle-Fire ist eine deutliche Offensive gegen den bisherigen Marktführer – dem IPad von Apple. Mit einem Preis, der sich zwischen 199 und 249€ bewegt ist es erschwinglich und so wird auch auf dem deutschen Markt ein reißender Absatz des Gerätes erwartet. Die Zukunft wird es zeigen.

Mehr dazu auch hier.

eReader: Der Anfang vom Ende

Das Tablet ist dem eReader sein Tod.

Kindle Fire - Amazon TabletNoch bevor sich reine eReader als digitale Lesegeräte in der breiten Masse etablieren konnten, scheinen sie schon ein Auslaufmodell zu sein. Wofür braucht man einen eReader, wenn Tablets ebenso eBooks anzeigen und darüberhinaus noch viel mehr können: Spiele, Schreibprogramme, Videos, eMails, Internet… Es scheint nichts zu geben, was ein Tablet nicht kann. Der Trend geht ganz klar in die Richtung: „Alle Anwendungen in einem Gerät!“ Zusätzlich werden die flachen Computer immer leistungsfähiger, preisgünstiger, leichter und dabei dünner. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis falt- bzw. zusammenrollbare Displays kostengünstig genug produziert werden können, um flächendeckend eingesetzt zu werden.

Trotzdem können sich viele Menschen immer noch nicht vorstellen, zukünftig Texte jeglicher Art auf digitalen Lesegeräten zu konsumieren, egal ob Tablet oder eReader. Aber so war das doch schon immer, wenn technische Revolutionen im Alltag an die Tür klopften, z.B. beim Mobiltelefon: Noch vor 15 Jahren zweifelten die meisten Menschen daran, dass es sich durchsetzen würde, mit einem „riesengroßen Kasten“ durch die Gegend zu laufen, dessen Nutzung für den Durchschnittskonsumenten sowieso viel zu teuer sein würde. Und wer um Himmels Willen möchte schon rund um die Uhr erreichbar sein?

Aber zurück zum Thema: Amazon hat Apple jetzt auch in Sachen Tablets den Kampf angesagt. Das neue Kindle Fire ist deutlich billiger als das iPad, Amazon zahlt nach eigenen Angaben sogar 50 € pro Gerät drauf, denn der Konzern erwartet gesteigerte Einnahmen durch Content-Verkauf: Musik, Filme, Apps, eBooks, etc. Aber genau hier liegt nach wie vor die Probelmatik, so schön und billig das Kindle Fire auch sein mag. Man begibt sich mit dem Gerät quasi in eine Abhängigkeit durch die Bindung an das Kindle Format. Amazon verweigert sich weiterhin dem ePub-Standard und kocht sein eigenes Süppchen. Es bleibt also spannend im Kampf Kindle vs. Plattform-unabhängiges Format (ePub).

Zum Schluß noch eine interessante Zahl, die zum Diskutieren einlädt: Laut Amazon kaufen Kindle-Besitzer dreimal mehr Bücher als Leser ohne Kindle. Revolutioniert der neue eBook-Markt also auch das Verhalten der Leser? Lesen Menschen einfach mehr, wenn sie die Bücher auf ihrem mobilen Lesegerät mit sich tragen können? Oder sind die Menschen, die jetzt schon als „Early Adopter“ ein Kindle besitzen, einfach nur die richtigen „Heavy Leser“, diejenigen die ohnehin am meisten Bücher kaufen?