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Rezension zu „Im Namen des Vaters“ von Kurt Jahn-Nottebohm

„Sie sondierte ihre Gefühle und stellte eine Kälte in sich fest, die sie noch nie gespürt hatte.“

Mal wieder dreht es sich im Blog um eisige Emotionen. Der Kriminalroman „Im Namen des Vaters“ von Indie-Autor Kurt Jahn-Nottebohm beschreibt einen Mordfall, der sich zum Jahresende zuträgt.

Buchcover Kurt Jahn-Nottebohm - "Im Namen des Vaters"Im Namen des Vaters“ bildet den Auftakt der Krimireihe um Kommissar Frank Wallert. Er ist in Mülheim an der Ruhr stationiert und wird an einem kalten 30. Dezember an einen Tatort gerufen. In einer Hauseinfahrt ist eine weibliche Leiche gefunden worden, die eine weiße Rose in ihren Händen hält. Sie ist ermordet worden, doch niemand scheint sie zu kennen. Es gelingt Wallert und seinem Team jedoch, zwei Zeugen ausfindig zu machen, die am selben Morgen an der Einfahrt vorbeigekommen sind. Doch die Aussagen der beiden werfen nur weitere Fragen auf. Der eine behauptet sogar, die Frau habe keine Rose bei sich gehabt. Immer mehr beschleicht die Ermittler der Eindruck, dass die Nachbarschaft die Tote sehr wohl kennt, aber das nicht zugeben möchte. Es entspinnt sich ein verwirrender Fall, der Wallerts Team in Atem hält.

Kurt Jahn-Nottebohm erzählt hier eine mitreißende Geschichte, die von Anfang an enorme Spannung aufbaut. Ab und an wird sie stets auch von Begebenheiten aus dem Privatleben des Kommissars aufgelockert, was das Buch thematisch breiter werden lässt und dem Leser erholsame Pausen von der aufwühlenden Schilderung der Ermittlungsarbeit verschafft. Das ist auch nötig, denn der Mordfall ist nicht nur äußerst spannend, sondern greift auch die Problematik festgetretener Traditionen und Bräuche auf, was sich im Verlauf der Handlung durchaus als heißes Eisen herausstellt. Das Geschehen schockiert, doch dem Autor gelingt es, die Ereignisse völlig objektiv darzulegen.

Stilistisch und orthographisch gibt es nicht zu bemängeln, wenn man von vereinzelten Flüchtigkeitsmissgeschicken absieht, wie sie wohl in jedem guten Buch vertreten sind. Das Erzähltempo ist adäquat, die Handlung erfährt durch einige Rückblenden weitere Abwechslung. Die recht sympathische Ermittlercrew tut ihr Übriges zum rundum positiven Eindruck des Werkes.

Wer gerne Krimis liest, die vor schockierenden Themen nicht zurückschrecken, ist bei „Im Namen des Vaters“ an der richtigen Adresse. Spannung und guter Ausdruck sind hier garantiert. Glücklicherweise gibt es von Kommissar Wallert bereits weitere Fälle im Fundus des Autors. Der „Zugriff“ lohnt sich hier also.