Schlagwort-Archiv: Kurzgeschichte

Rezension zu „Die Sünden der Väter …“ von adorabelle

Die Erinnerung wird lebendig.

Die Autorin „adorabelle“ hat schon eine ganze Menge Literatur auf BookRix veröffentlicht. Aus diesem reichen Fundus möchte ich Euch eine Kurzgeschichte vorstellen, die sich „Die Sünden der Väter …“ nennt und etwas ganz Besonderes ist.

Wir lernen Shoram kennen, einen Jäger eines Naturvolkes, das in einer halb zerstörten Welt lebt. Die Zivilisation, wie wir sie kennen, ist seit Jahrhunderten untergegangen. Von ihr sind nur Geschichten geblieben, die von Generation zu Generation mündlich tradiert werden. Doch es gibt auch handfeste Beweise für die einstige Existenz großer Städte und überwältigender Technologien, sowie deren plötzliches Ende: Bestimmte Gebiete der Erde gelten als tot. Dort sollen sich merkwürdig verunstaltete Kreaturen aufhalten.

Eben eine solche Kreatur möchte Shoram erlegen, um sie als Jagdtrophäe für die Brautwerbung mitzunehmen. Also begibt sich der furchtlose Jäger nur mit seinem Speer bewaffnet in eine Ruinenstadt. Dort begegnet er tatsächlich dem, was er bisher nur in Erzählungen vernommen hat. Seine Eindrücke bewegen ihn schließlich dazu, dafür zu sorgen, dass die Erinnerung an die Fehler der früheren Erdbewohner wach gehalten wird.

Adorabelle verfügt über einen sehr guten sprachlichen Ausdruck. Es gibt so gut wie gar nichts zu bemängeln. Die Schilderungen von Shorams Erlebnissen sind flüssig und bildhaft, sodass man beim Lesen völlig in das Szenario eintauchen kann.

Die große Stärke dieser Geschichte liegt aber in der Botschaft. Shoram erkennt auf seiner Reise den Sinn des Wachhaltens der Erinnerung an die Fehler der untergegangenen Zivilisation. Dadurch unterstreicht die Autorin die Notwendigkeit des generellen Erinnerns begangener Fehler, erreicht dies aber, ohne ihrem Publikum die Moral der Geschichte aufzudiktieren. Vielmehr reift die Erkenntnis beim Lesen ganz von allein.

„Die Sünden der Väter …“ ist ein großartiger Text, ein geborgener Schatz, der es wert ist, gelesen zu werden.

Nicht nur Mathenerds sollten diese Geschichte lesen

Rezension zu „Der koerzive Raum“ von Maximilian Isaac Rex

.

Der Autor Maximilian Isaac Rex nennt sich auf BookRix „styxnawaiok“ und bietet uns mit „Der koerzive Raum“ eine originelle Kurzgeschichte, die ich Euch vorstellen möchte.

Offenkundig ist der Autor Mathematiker und hat koerzitive Funktionen zum Inhalt seiner Geschichte gemacht. Der Protagonist findet sich selbst am Rande des koerziven Raumes wieder und trifft auf seine Begleiterin Lambda, die mit ihm ein Stück des Weges geht, bis er schließlich in der Unendlichkeit aufgeht.

Zunächst ist anzumerken, dass der Ausdruck des Autors sehr ausgefeilt und ästhetisch ist. Die überdurchschnittlich vielfältige Wortwahl lässt keine Wünsche offen und überrascht oft durch originelle Formulierungen. Die Handlung als solche entfaltet vermutlich nur bei anderen Angehörigen seiner Fachrichtung die volle Geltung, aber auch ohne detaillierte Kenntnis der gewählten Symbolik erzielt der Text eine durchaus gehaltvolle Wirkung. Entscheidend ist die Erklärung Lambdas ganz am Schluss, wieso der Protagonist ausgerechnet in dieser sonderbaren Umgebung gelandet ist. Er sei nicht mehr in der Lage, über seinen Körper zu verfügen, sagt die Begleiterin unter Tränen. Dadurch wird die Geschichte auch für Nicht-Mathematiker mit Sinn erfüllt.

Die Idee, eine Funktionsgleichung in ein literarisches Werk zu verwandeln, ist recht originell. Die somit verklausulierte Sprache erinnert an die Kommunikation der Mitglieder geheimer Logen. Dennoch bereitet der wirklich sehr gelungene Schreibstil ein großes Vergnügen beim Lesen.

Rezension zu „Das Erbe der Bestie“ von Manuel Timm

Die Geschichte einer Entführung.

Der Autor Manuel Timm nennt sich auf BookRix „empty3171“. Allerdings erweckt sein Benutzername vielleicht falsche Erwartungen, denn „leer“ sind seine Texte ganz und gar nicht. Deshalb möchte ich Euch heute auch die Kurzgeschichte „Das Erbe der Bestie“ vorstellen.
Schon das Cover lässt auf etwas Grausiges schließen. Allerdings erfolgt die überraschende Wendung erst ganz am Ende. Zuvor werden wir Zeugen, wie die Ganoven Tom und Paul den Sohn eines wohlhabenden Firmenchefs entführen, um diesen zu erpressen. Paul macht sich nun auf den Weg, den alten Herrn anzurufen. Allerdings verläuft das Telefonat mit der Bekanntgabe der Entführung völlig absonderlich, da der Angerufene einfach auflegt. Paul kehrt unverrichteter Dinge zu seinem Komplizen zurück. Doch dieser scheint wie vom Erdboden verschluckt.
Manuel Timm schreibt sehr professionell. Schwachstellen sind kaum auszumachen. Wortschatz und Ausdruck sind abwechslungsreich und genau. Die Szenen werden lebhaft und anschaulich dargestellt. Die Handlung fließt in angemessenem Tempo dahin, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Problematisch ist allerhöchstens der am Ende stattfindende Genrewechsel, aber das ist sicher Geschmackssache. Die letzte Szene lässt genügend Freiraum für die eigene Interpretation der Vorkommnisse, sodass man noch eine Weile lang darüber nachdenken kann, was vorgefallen ist.
Die Geschichte ist für all diejenigen ein Leckerbissen, die eine spannende Lektüre suchen.

„Die Braut“ von Helena Scheiermann

„Erlösung, dachte er.“

Die Autorin Helena Scheiermann schreibt als seerose auf BookRix und bietet uns eine düstere und mysteriöse Kurzgeschichte dar. Wir erhalten einen kurzen Einblick in das Leben eines namenlosen Protagonisten, dessen Alltag durch bestimmte Umstände erschwert wird. In seinem Kopf toben sich fremde Stimmen aus, die er mit diversen Medikamenten zum Schweigen bringen muß, um nicht in ihnen unterzugehen. Eine dieser Stimmen, die ihm auch als Person im Traum begegnet, hat aber eine besondere Bedeutung, die er nicht vollständig ergründen kann.

Eines Nachts geschieht es, daß er eben dieser Stimme in der Realität begegnet. Sie befindet sich an einem für ihn markanten Ort, am Geländer einer Brücke, von der er bereits hatte in den erlösenden Tod springen wollen. Die Stimme trägt ein wallendes Brautkleid, und er beschließt, sie vor einem möglichen Suizid zu bewahren.

Der Schreibstil der Autorin ist durchaus gut. Stellenweise könnte die Wortwahl etwas differenzierter sein, und die Handlung hätte auch ausführlicher geschildert werden können. Doch was mich beim Lesen hier wirklich beeindruckt hat, sind zum einen das unerwartete Ende und zum anderen die Symbolsprache, mit der Helena Scheiermann so subtil und tiefsinnig die innere Zerrissenheit des Protagonisten darstellt. Die erschreckend nahe gehende Wirkung dieser bildhaften Ausdrucksform entfaltet sich allerdings erst, wenn man den Text eine Weile lang in sich arbeiten läßt.

„Die Braut“ von Helena Scheiermann ist auf jeden Fall einen Blick wert.

Die raumreisenreisenden Heuschrecken

Eine politische Kurzgeschichte aus aktuellem Anlaß

Was derzeit in Ägypten abgeht, erschüttert die Welt. Die sozialkritische Autorin Marinella van ten Haalen hat dies in einer Kurzgeschichte literarisch verarbeitete und den zahlreichen Opfern in Ägypten gewidmet. Für Interessierte: Das Werk kann kostenlos und in voller Länge auf BookRix gelesen und kommentiert werden.

Hier geht´s zum Buch

Gewinnspiel: Über Morgen

Gewinnspiel: Über Morgen3 Sony-E-Reader zu gewinnen!

Wir möchten Dir ein ganz besonderes Gewinnspiel ans Herz legen, das Intel in Zusammenarbeit mit BookRix derzeit veranstaltet. Bei diesem Gewinnspiel kann man nicht nur eine spannende Geschichte lesen, sondern auch einen Preis gewinnen, der es in sich hat: Unter allen Teilnehmern werden nämlich insgesamt drei Sony E-Reader verlost.

Wenn Du einen dieser Reader bei Dir unter dem Weihnachtsbaum liegen sehen willst, dann beantworte einfach die Frage am Ende der Leseprobe “Über Morgen“ und schicke die richtige Antwort an den Account von Intel.Verlosungen. Mit ein bisschen Glück kannst Du dann schon bald einen brandneuen Sony E-Reader inklusive vier spannender Kurzgeschichten, die sich um das Thema Zukunft drehen, in den Händen halten. Das Gewinnspiel läuft noch bis zum 21.12.2010.

Hier geht´s zum Gewinnspiel.

Die Piraten entern BookRix!!!

Ay, seit heute läuft ein neuer Wettbewerb! Die nächsten Wochen stehen im Zeichen des Abenteuers und der Freibeuterei, denn wir werden „Im Bann der Piraten“ gefangen sein. Macht die Leinen los und erzählt uns eure Piratengeschichten! Wir freuen uns auf euer Seemannsgarn.

Hier sind schon mal die wichtigsten Infos und Regeln in Kurzform:

Anmelde- und Abstimmungsphase: 20.09- 20.10.2010

Jurybewertungsphase der TOP 10-Geschichten: 21.10- 15.11.2010

Spätestens am 16.11 werden die 3 Autoren-Gewinner, sowie die 10 Leserpreisgewinner bekannt gegeben.

Die Autoren der besten Geschichten können eine  Minikreuzfahrt für 2 Personen (1.Preis), eine Übernachtung im Piratenhotel für 2 Personen  inkl. 2 Eintrittskarten für den Heidepark in Soltau (2.Preis) oder einen Jochen-Schweizer Wertgutschein (3.Preis) gewinnen.

Unter allen Lesern, die sich bei der Abstimmung beteiligen, verlosen wir insgesamt 10 DVD-Sets der Fluch der Karibik-Trilogie.

Regeln:

Die Kurzgeschichten dürfen das Seitenlimit von 35 Seiten nicht überschreiten. Außerdem müssen die Geschichten abgeschlossen sein.

Die Kurzgeschichten müssen im weitesten Sinne von Piraten handeln, Weltraumpiraten- und Internetpiratengeschichten oder andere Werke über diverse Freibeuter sind natürlich auch erwünscht.

Weitere Infos findet ihr hier:

Wir freuen uns auf eure Teilnahme, har har har