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Rezension zu „Eine Insel für Mona“ von Tania Morgan

Urlaub vom Leben

 

Buchcover Tania Morgan "Eine Insel für Mona!Manchmal verbreiten Geschichten eine ganz eigene Stimmung, erzeugen Bilder, die man so noch nicht gesehen hat. „Eine Insel für Mona“ ist ein Beispiel für solch einen Text. Die Autorin Tania Morgan – ihr Benutzername ist „lyrikeline“ – erschafft hier ein ganz besonderes Gemälde, das sowohl Trauer wie auch Zuversicht in sich birgt.

Mona heißt die Protagonistin. Sie findet sich auf einer Insel wieder und beginnt allmählich, ihre ungewohnte Umgebung zu genießen. Dann stellt sie sich die Frage, wie sie überhaupt in dieses Idyll gelangt sein könnte. Glücklicherweise stellt sie fest, dass sie eine Gefährtin hat, ihre Katze Minka, die ihr erklärt, dass Mona gerade Urlaub von ihrem Leben mache. Das Gespräch der beiden vertieft sich, dreht sich um Erinnerungen und die Eigenart einer jeden Existenz, die Veränderung heißt.

Schließlich bricht der Abend über die Insel herein und Mona schläft ein. Als sie wieder aufwacht, entdeckt sie Minkas Grab. Doch obwohl sie den Verlust ihrer Begleiterin betrauern will, weiß sie nun, dass sie weitergehen muss, um sich den Herausforderungen des vor ihr liegenden Weges zu stellen.

Tania Morgans Stil ist größtenteils gut. Ab und an trüben Wortwiederholungen das ansonsten perfekte Gesamtbild. Die Beschreibung des unbekannten Ortes und die Gespräche der beiden Freundinnen wirken phantasievoll und doch zielgerichtet. Man kann die Intension der Autorin stets deutlich wahrnehmen und den Gedankengängen der Gespräche somit leicht folgen.

Die Beschreibungen erzeugen eine eigenwillige Mischung von Gefühlen. Man empfindet eine Art von Zufriedenheit, da es Mona gelingt, sich für eine Weile aus ihrem Alltag zurückzuziehen. Andererseits erscheint der Abschied von Minka am Ende sehr tragisch, auch wenn ihre Freundin – und somit auch der Leser – durch die Unterhaltung der beiden vorgewarnt ist. Dennoch beschriebe ein Adjektiv wie „bittersüß“ den emotionalen Eindruck am Ende des Textes nur sehr unzureichend, da weder „bitter“ noch „süß“ wirklich zutreffen. Der Abschied wirkt vielmehr wie ein Teil eines Größeren, wie ein Puzzleteil des Lebens, der eine wichtige Bedeutung hat.

Die Erfahrung kann jeder Leser selbst machen, indem er sich „Eine Insel für Mona“ in einer ruhigen Stunde zu Gemüte führt. Es lohnt sich ganz bestimmt.