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Nachdenkliche Literatur:

Gedanken über eine ungeahnte Sehnsucht.

Geschichten aus dem Leben bietet uns der Autor Mathias Erhart in seinem Text „Der alte Mann mit dem Einkaufswagen und das Mädchen mit den traurigen Augen“. Allerdings handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Geschichte. Wir lernen hier zwei Menschen kennen, die auf den ersten Blick recht unterschiedlich wirken, aber doch eine Sehnsucht teilen, ohne es zu wissen.
Dabei stellt Mathias Erhart die beiden Charaktere sehr ausführlich, facettenreich und plausibel dar. Ihr Gefühle sind ebenso nachvollziehbar wie ihre Gedankengänge. Hinzu kommt die Beschreibung äußerlicher Einflüsse wir etwa des tristen Spätherbstwetters, die das ihre zur Stimmung des Textes beitragen.
Beim Lesen wird man also ganz aufgesogen von dem, was die beiden Protagonisten erleben und fühlen. Es kommt zu einer ungewöhnlichen Mischung von Melancholie und Schwere auf der einen Seite und dem ganz persönlichen Glück auf der anderen. Und diese Mischung ist es, die der Autor präzise und gekonnt ausarbeitet und nachempfindbar formuliert.
Wenn man überhaupt etwas kritisieren möchte, dann sind es die ein wenig umständlichen Relativsätze im ersten Abschnitt des Textes. Diese wären unauffälliger, wenn sie nach dem finiten Verb eingefügt worden wären. Aber wie gesagt, dieser Mangel betrifft lediglich den Anfang und tut dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Ansonsten ist der Schreibstil solide und variantenreich, der Ausdruck bis ins Detail ausgefeilt.
Ich möchte Euch diese Geschichte daher ans Herz legen, da sie mich sehr beeindruckt hat.