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Rezension zu „Bota Ëndërr 2“ von Michael J. Unge

Der Traum geht weiter. Oder ist es die Wirklichkeit?

Vor nicht allzu langer Zeit ist hier im Blog der heitere Fantasy-Roman „Bota Ëndërr“ von Indie-Autor Michael J. Unge vorgestellt worden. Da mir dieser außerordentlich gut gefallen hat, ist es eine Freude, dass es nun eine Fortsetzung dazu gibt. Diese soll nun besprochen werden.

Zur Erinnerung: Benjamin findet sich plötzlich an einem unheimlichen Ort wieder, wo verschiedene Gefahren auf ihn lauern. Zum Glück hat er einen Schutzengel namens Sam, der ihn nach Bota Ëndërr bringt, dem Traumland, das von seiner Großmutter erschaffen worden ist. Dort lernt er verschiedene Geschöpfe kennen, wie etwa Knox, ein kleines, blaues Kerlchen, und Tefan, den Banditen. Doch Benjamin möchte wieder in die Realität zurückkehren, was ihm am Ende auch gelingt. Zu seiner Verblüffung befindet er sich in einem Krankenhaus und ist soeben aus dem Koma erwacht. Und noch eine Überraschung gibt es: Sam ist auch anwesend, allerdings nicht als Sam, sondern als Zad, einem Krankenpfleger, der dem Engel jedoch wie ein Zwilling gleicht.

Buchcover Michael J. Unge - "Bota Ëndërr 2"Zwei Jahre – und ein eBook – später: Benjamin lebt inzwischen glücklich mit Zad zusammen, als dieser eines Abends spurlos verschwindet. Zusammen mit seiner besten Freundin Lara begibt sich der Protagonist auf die Suche nach ihm, doch da geschieht das Unglaubliche: Die beiden werden Bota Ëndërr versetzt, so wie der Gesuchte bereits vor ihnen. Doch das Traumland ist nicht mehr so, wie Benjamin es in Teil 1 verlassen hat. Von Knox erfährt er, dass die Träumerin in einen tiefen Schlaf versunken ist. Außerdem treibt der düstere Seelenjäger jetzt sein Unwesen, eine Kreatur, die dem „Wald der süßen Träume“ entwichen ist, einem Ort, den wir bereits aus dem ersten Teil kennen. Benjamin und seine Gefährten müssen sich aufmachen, das bunte Land vor dem finsteren Geschöpf zu bewahren. Ein rasantes Abenteuer nimmt seinen Lauf, in dem eine Armee von Nussknackern, sprechende Bäume mit Sinn für Humor und eine ziemlich verzettelte Fee mit von der Partie sind.

Wie schon Teil 1 bezaubert auch „Bota Ëndërr 2“ durch eine Vielzahl sehr origineller Einfälle, wobei ich die Bäume am sympathischsten finde. Insgesamt erscheint die Handlung hier aber dramatischer und spannender, ist außerdem mehr aus einem Guss. Zu bemängeln gibt es nur wenig, vor allem aber Fehler bei der Kommasetzung. Ansonsten sprudelt der Text nur so vor Wortwitz und Situationskomik. Das sprachliche Niveau kommt dabei nicht zu kurz, ein recht erfreulicher Umstand.

Mit 3,99€ ist die Fortsetzung etwas billiger als der vorangehende Teil. Liebens- und lobenswerte Lektüre ist sie ebenfalls, da man hier eine Geschichte geboten bekommt, die sich abseits ausgetretener Pfade bewegt und dabei auch noch prima unterhält. „Bota Ëndërr 2“ ist ein kurzweiliges Lesevergnügen und fasziniert sicherlich nicht nur Fantasy-Fans, sondern auch Leser, die Geschichten mit reichlich Humor mögen.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Bota Ëndërr“ von Michael J. Unge

„Wo bin ich hier nur reingeraten?“

Genau dies fragt sich Benjamin, Protagonist des Romans „Bota Ëndërr“ von Indie-Autor Michael J. Unge, der als „mick76“ auf unserer Selfpublishing-Plattform BookRix angemeldet ist. Sein  hier vorgestelltes eBook fasziniert bereits von außen durch ein künstlerisch recht anspruchsvolles Cover. Also habe ich mir vorgenommen, es auch mal von innen zu untersuchen. Dass ich dabei nicht enttäuscht worden bin, kann ich jetzt schon verraten.

Buchcover Michael J. Unge "Bota Ëndërr"Der Text ist dem Genre Fantasy zugehörig. Tatsächlich erfahren wir, wie sich Benjamin, die Hauptfigur, unerwartet an einem sonderbaren Ort wiederfindet. Um ihn herum ist alles finster, doch schon bald stellt er fest, dass er beobachtet wird. Die Situation ist ihm nicht geheuer. Er versucht zu fliehen, wird bald von einem riesigen Wolf verfolgt und entkommt nur knapp mit einem Aufzug. Aber dort, wo er diesen wieder verlässt, sieht’s nicht eben viel besser aus, denn eine Horde seiner eigenen Spiegelbilder hat es plötzlich auf ihn abgesehen. Glücklicherweise bekommt er Hilfe. Ein Mann namens Sam weist ihm den Weg zu einem Ausgang und bringt ihn so nach Bota Ëndërr, einer ziemlich bunten Welt, in der scheinbar nichts so ist, wie es Benjamin gewohnt ist. Um etwas Klarheit über seine Situation zu bekommen, schlägt Sam ihm vor, die Träumerin aufzusuchen, eine Seherin. Als sie in ihrem Schloss eintreffen, muss Benjamin erstaunt feststellen, dass diese Träumerin für ihn keine Unbekannte ist. Auch trägt sie ihre Bezeichnung nicht ohne Grund.

Wer sich fragt, was der Titel des Buches wohl bedeuten könnte, dem sei verraten, dass es sich um die Übersetzung von „Traumwelt“ ins Albanische handelt. Der Autor liebt also nicht nur das Spiel mit Gedankenbildern, sondern auch mit Worten und Sprachlauten. Die Handlung bietet eine rasante, unterhaltsame Abfolge verschiedenster Szenen, in welchen Traum und Wirklichkeit ineinander übergehen. Dies geschieht jedoch nicht grundlos, sondern hat einen tieferen Sinn, der sich beim Lesen nach und nach erschließt und deshalb hier nicht vorweggenommen werden soll. Stilistisch überzeugt der Text ebenso. Allerdings finden sich eine Reihe von Flüchtigkeitsversehen, die jedoch zu verzeihen sind, da die Geschichte äußerst kreativ und ansprechend ausgeschmückt ist. Dazu zählen auch sehr viele humoristische Einlagen, die wirklich gelungen sind.

Für den Download verlangt der Autor 4,99€. Das halte ich für angemessen, da „Bota Ëndërr“ eine Geschichte ist, mit der man sich auch nach dem Lesen noch lange gedanklich beschäftigt. Da ist aber noch mehr: Der Text verursacht eine optimistische, sehr angenehme Stimmung, ist also wahrlich ein literarischer Genuss, sowohl stilistisch wie inhaltlich. Er ist mehr als Fantasy, man muss ihn gelesen haben, um das nachvollziehen zu können.

Übrigens läuft derzeit auch eine Verlosung zu diesem eBook.