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Rezension zum Selfpublishing-eBook „Sorgenschwer“ von Monirapunzel

Seelenschmerz und Geheimnisvolles …

Die Indie-Autorin Monirapunzel dürfte der Gemeinschaft auf der Selfpublishing-Plattform BookRix inzwischen wohlbekannt sein. Nicht zuletzt durch ihre unermüdliche und liebevolle Betreuung der großen Kurzgeschichten-Gruppe hat sie sich viele Freunde gemacht. Außerdem ist sie stets recht produktiv, was das Schreiben anbetrifft. Nun hat sie mit „Sorgenschwer“ einen neuen Sammelband ihrer Werke veröffentlicht.

Das eBook beherbergt 25 Texte und bietet einen Querschnitt von Monis bisherigem Schaffen. Eines ihrer bevorzugten Themen sind Alltagsprobleme und persönlicher Schmerz. So ist etwa „Angst“ aus der Sicht einer Mutter geschrieben, die sich mit der Tatsache abfinden muss, dass ihr Sohn eine Straftat begangen hat. In „Das Haus“ geht es um die Pflege von Familienangehörigen, sowie um Erbschaftsstreitigkeiten, wobei die Geschichte hier ein ziemlich böses Ende nimmt. Recht bedrückend gibt sich „Sie faltet“. Darin wird in nüchternen, aber präzisen Worten über die Auswirkungen von Demenz berichtet.

Buchcover Monirapunzel "Sorgenschwer"Darüber hinaus hat Moni aber auch ein Faible für Fantastisches und Geheimnisvolles. So sind einige Texte in „Sorgenschwer“ dem Fantasy-Genre zuzurechnen. Zunächst ist die Kurzgeschichte „Wo ist Tim?“ zu nennen. Hier wird nach und nach ein Puzzle aus anfangs zusammenhangslos scheinenden Szenen und Perspektivwechseln vervollständigt; bisweilen magisch wirkende Formulierungen ergeben am Schluss ein klares Bild, das durch seine emotionale Intensität und Tiefe einmal mehr betroffen macht. Der nächste Paukenschlag ist „Desmeralda“. Die Hauptfigur Jonas, ein junger Student, berichtet von seiner Begegnung mit einer bezaubernden Fremden auf einem Weihnachtsmarkt. Sofort ist er in ihrem Bann, möchte sie wiedersehen, leidet Qualen, weil er sie nicht mehr finden kann. Doch er wird erlöst, scheinbar zumindest, denn es stellt sich bald heraus, dass Desmeralda kein gewöhnlicher Mensch ist. Jonas gerät in einen Sog aus Hingabe und Abhängigkeit. Schließlich tut er Dinge, die er zuvor nicht für vertretbar gehalten hätte.

Dieser Text verfügt über einen recht gepflegten Stil. Die Wortwahl ist durchdacht und vielseitig, die Beschreibungen lassen die Höhen und Tiefen von Jonas’ Gefühlswelt lebendig werden. Das Näherkommen der beiden Figuren wirkt sehr romantisch. Es findet sich darin aber nichts Kitschiges oder Abgedroschenes. Was die Geschichte jedoch zu etwas Besonderem macht, ist der Schluss. Plötzlich wird aus einer überaus sensiblen Liebesgeschichte eine schonungslos direkte Gesellschaftskritik, die den Umgang mit älteren Menschen anprangert. Wie die Autorin diese literarische Wandlung hinbekommt, möchte ich nicht vorwegnehmen.

In eine etwas andere Richtung geht „Der Fluch“. Hier wird ebenfalls eine Liebe erwähnt, und zwar die zwischen Wilhelm und Alexandra. Wir erleben dabei zunächst, wie sich Wilhelm einer Kirche nähert. Dabei scheint er jünger zu werden, bis er sein Ziel schließlich erreicht und die Turmuhr sieht, deren Zeiger rückwärts läuft. Im Fenster erblickt er Alexandra, die auf ihn wartet. Was hat das alles zu bedeuten? Wilhelm hat zunächst keine Erklärung dafür. „Der Fluch“ erzeugt eine mystische Atmosphäre, in welcher man die Zuneigung von Wilhelm und Alexandra deutlich wahrnehmen kann. Die Beschreibung ist sehr bildhaft und erregt so die Neugier des Lesers. Man möchte wissen und verstehen, was vor sich geht, und bis man es erfährt, wird man ganz und gar von der Stimmung übermannt. Das Erzähltempo ist hier recht flott, was wunderbar zum Szenario der rückwärts laufenden Uhr und dem sich dadurch rapide verjüngenden Wilhelm passt.

Sorgenschwer“ zeigt in seiner Gesamtheit das ganze Können von Monirapunzel auf. Die Texte erzielen stets ihre Wirkung beim Lesen. Sie verursachen starke Emotionen. Manche machen betroffen und fassungslos, wieder andere begeistern durch ihre Sensibilität und Feinsinnigkeit. Die Autorin hat keine Scheu, die Dinge beim Namen zu nennen. So wirkt die ein oder andere Geschichte recht direkt und umgangssprachlich. Generell sind sie allesamt sorgfältig ausgearbeitet und in orthographisch korrekter Form niedergeschrieben, ein sehr erfreulicher Umstand.

Die Kosten für den Download des kompletten Sammelbandes belaufen sich auf 1,99€. Ehrlich gesagt, halte ich das angesichts der Qualität des Gebotenen für einen Schleuderpreis. Man bekommt hier schließlich 25 Texte, die wirklich etwas zu sagen haben und das auch auf eindrucksvolle Weise tun. „Sorgenschwer“ hat viele Facetten, die sich stets gehaltvoll entfalten. Ich würde die Geschichten nicht als leichte Lektüre bezeichnen, da sie zumeist sehr berühren und nachdenklich stimmen. Vielmehr handelt es sich um Literatur mit Tiefgang, die sehr betroffen macht.

BookRix25: Interview mit Monirapunzel

BookRix25

Da BookRix25 schon lange nichts mehr von sich hören ließ, wird es nun mal wieder Zeit aktiv zu werden. Nächste Woche wird eine weitere Ausgabe von BookRix25 Special veröffentlicht.

Doch wir wollen natürlich auch die herkömmlichen BookRix25 Ausgaben nicht vernachlässigen. Deshalb haben wir unsere sympathische und aktive Userin Monirapunzel gefragt, ob sich sich für ein Interview zur Verfügung stellen würde. Und siehe da: Sie hat Ja gesagt.

Wenn ihr Fragen habt, die euch in Bezug auf Monirapunzel interessieren würden und ihr euch aktiv an der neuesten Ausgabe von BookRix25 beteilgen wollt, seid ihr herzlich dazu eingeladen eure Fragen an die e-mail Adresse: support-de@bookrix.com oder als PN an BookRix25 zu schicken. Wir werden die Fragen sammeln und sie Monirapunzel in unserem Interview stellen.

Wer Monirapunzel noch nicht kennt: Hier ist ein kurzer Text, indem sich Monirapunzel näher vorstellt:

Monirapunzel – Hobbyautorin mit den Leidenschaften Bücher,Garten und PC

Ich lebe im Münsterland und habe in meiner Jugendzeit Briefe, Tagebücher und Geschichten geschrieben. Eigentlich wollte ich Lehrerin werden, aber dafür war das Geld zu knapp. Angefangen mit Schreibmaschine und Karteikästen muss ich mich seit über dreißig Jahren mit Computern und Programmierern herum ärgern. Darum wollte ich privat lange keinen PC haben. Außerdem war mir im Garten wühlen immer wichtiger.

Als ich letztes Jahr BookRix entdeckte, habe ich zum Ausprobieren einige meiner alten Texte veröffentlicht und war über die Resonanz höchst erstaunt. Dann interessierte mich das Wortspiel und ich wurde bei meiner ersten Teilnahme mit „Angst“ überraschend Sieger. Seitdem hat es mich gepackt. Die Themenvorgaben bei den verschiedenen BookRix Wettbewerben finde ich sehr inspirierend und das Mitmachen – besonders beim Wortspiel – macht mir sehr viel Spaß. Ich finde es wunderbar hier so viele Gleichgesinnte zu treffen, sich auszutauschen und gegenseitig zu helfen. In den Gruppen hier kann ich sehr viel lernen. Ganz besonders gefällt mir die Gruppe Helgas kleines Atelier. Im Juli habe ich spontan zusammen mit mathias.erhart die Gruppe Kurzgeschichten übernommen. Natürlich bieten wir jetzt auch einen Wettbewerb an.

In meinen Geschichten geht es oft um Alltagsproblematik und Seelenschmerz. In meinen Bildergeschichten Rapunzelhausen erzähle ich von meinem Garten. In meinen Karl-Geschichten geht es um PCs und Technik. Ich probiere sehr viel aus und träume davon eines Tages in meiner Gartenhütte zu sitzen und einen Roman zu schreiben, aber bis zur Rente bleibt mir wohl leider nur Zeit für Kurzgeschichten.