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Rezension:

„Schattenjuwel – Das Herz von Elowia“.

„Die Welt Elowia steht am Abgrund und droht in einen weiteren Krieg zu versinken. Einzig und allein ein Dämonenmädchen mit einem Stein der Unwissenheit kann Elowia noch retten, aber der Preis für die Errettung Elowias ist hoch, denn das Juwel bringt nicht nur den erhofften Frieden, sondern auch den Tod mit sich. Gejagt von den machthungrigen Regenten Elowias findet das Dämonenmädchen Lilith ausgerechnet bei einem der gefürchtetsten Männern Elowias Zuflucht. Aber bald muss Lilith erkennen, dass sich hinter der Fassade ihres Beschützers ein dunkles Geheimnis verbirgt …“

So beschreibt der Klappentext das Buch „Schattenjuwel – Das Herz von Elowia“ und fasst damit den Hauptplot der Geschichte gut zusammen. Zusätzlich zu dieser spannenden Geschichte erwarten den Leser noch viele sehr gut ausgearbeitete Nebencharaktere, von denen jeder einzelne einen eigenen Roman verdient hätte.
Der Plot ist eingängig, die Figuren sehr gut ausgearbeitet. Erwartet man eine „Der Held rettet die Welt und alles ist gut Geschichte“, sollte man nicht zu diesem Roman greifen, denn die Charaktere sind auf keinen Fall sofort zu durchschauen. Jeder Einzelne von ihnen überrascht mehrmals.
Nachvollziehbar, nicht klischeebehaftet und undurchschaubar. Diese drei Worte beschreiben Lilith, Barrn, Antara und die Anderen, welche der Leser während seiner Lesereise durch Elowia zu lieben und zu hassen lernt.
Auch das Ende ist mehr als überraschend.
Die Protagonistin Lilith selbst ist keine typische, strahlende Heldin, die die Welt rettet – Im Gegenteil. Doch das würde zu viel verraten, also hüllen wir über diesen  Teil des Plots den Mantel des Schweigens.
Die Idee, dass machthungrige Juwelen die Menschen kontrollieren, bewegte im Leser bestimmt mehr, als er zunächst annimmt. Unwillkürlich wird ihm der Gedanke kommen: „Hat nicht jeder so einen Juwel?“
Eine Geschichte, die rasant an Fahrt aufnimmt und niemals langweilig wird.
Teilweise witzig (ein kleiner Skelettvogel „Prrrp!“), teilweise blutrünstig, aber auch romantisch.
Der Debüt-Roman der jungen Autorin wird sicherlich noch viele Leser in seinen Bann schlagen.

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Publishing Tipps &Tricks:

Tipp #6: Leser lassen sich von anderen Lesern beeinflussen.

Den heutigen Blogbeitrag wollen wir nutzen, um alle bei uns veröffentlichten Autoren auf ein Recht aufmerksam zu machen, welches sie haben: Rezensionsexemplare verteilen.
Wichtig ist allerdings, dass diese Marketingmöglichkeit nicht leichtfertig genutzt wird. Im World Wide Web gibt es viele Rezensionsblogs, manche haben fünf, andere über fünftausend Leser. Ein Autor sollte sich immer die Frage stellen:
„Lohnt es sich für mich, diesem Rezensenten ein Exemplar gratis zu schicken?“
Die Verlockung, jedem Bücherblog sein Werk anzubieten, ist groß, denn natürlich möchte man als Autor möglichst oft im Internet genannt werden.
Wir empfehlen jedoch, zunächst „größere“ Blogs anzuschreiben. Hier gibt es ein paar Dinge, auf die ein Autor achten sollte:
- „Welches Genre rezensiert der Blogbesitzer?“
- „Wie viele Leser hat der Blog?“
- „Wie sehen die bisherigen Rezensionen aus?“ (Wenn ein Blogautor sich bsp. Über Vampirromane auslässt, da er das Thema „abgelutscht“ findet, sollte man ihm nicht seinen Vampirroman anbieten)
- „Wird regelmäßig gebloggt?“
- „Erscheinen die Rezensionen auch auf Amazon, etc.?“
Sind diese Fragen zufriedenstellend beantwortet worden, kann der Autor den Blogbesitzer anschreiben. Wichtig hierbei ist, sich nicht als „begeisterten Fan“ ausgeben, sondern ganz klar zu sagen, dass man ein neuer Autor ist, sich vorstellen könnte, dass der Blogbesitzer Gefallen am eigenen Werk finden könnte und ob er nicht Lust hätte, dies zu rezensieren. Leseprobe in Form eines ePubs gibt es selbstverständlich umsonst.
Den Klappentext, sowie den Link zur Leseprobe mitzuschicken, empfiehlt sich ebenfalls. Man sollte nicht in der ersten Mail bereits das ePub mitschicken, denn dies könnte aufdringlich erscheinen und wenn der Blogger das Buch nicht rezensieren möchte, hat er es trotzdem schon erhalten und kann es lesen.
Allen Blogbesitzern, die diesen Beitrag lesen, legen wir nahe, sich durch die Liste unserer kaufbaren Bücher zu klicken und gegebenenfalls den Autor mit der Bitte um ein Rezensionsexemplar anzuschreiben. Ihr würdet den Indie-Autoren damit sehr helfen und entdeckt vielleicht sogar als einer der ersten einen neuen Stern am Autorenhimmel.

Rezension zu „Das Erbe der Bestie“ von Manuel Timm

Die Geschichte einer Entführung.

Der Autor Manuel Timm nennt sich auf BookRix „empty3171“. Allerdings erweckt sein Benutzername vielleicht falsche Erwartungen, denn „leer“ sind seine Texte ganz und gar nicht. Deshalb möchte ich Euch heute auch die Kurzgeschichte „Das Erbe der Bestie“ vorstellen.
Schon das Cover lässt auf etwas Grausiges schließen. Allerdings erfolgt die überraschende Wendung erst ganz am Ende. Zuvor werden wir Zeugen, wie die Ganoven Tom und Paul den Sohn eines wohlhabenden Firmenchefs entführen, um diesen zu erpressen. Paul macht sich nun auf den Weg, den alten Herrn anzurufen. Allerdings verläuft das Telefonat mit der Bekanntgabe der Entführung völlig absonderlich, da der Angerufene einfach auflegt. Paul kehrt unverrichteter Dinge zu seinem Komplizen zurück. Doch dieser scheint wie vom Erdboden verschluckt.
Manuel Timm schreibt sehr professionell. Schwachstellen sind kaum auszumachen. Wortschatz und Ausdruck sind abwechslungsreich und genau. Die Szenen werden lebhaft und anschaulich dargestellt. Die Handlung fließt in angemessenem Tempo dahin, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Problematisch ist allerhöchstens der am Ende stattfindende Genrewechsel, aber das ist sicher Geschmackssache. Die letzte Szene lässt genügend Freiraum für die eigene Interpretation der Vorkommnisse, sodass man noch eine Weile lang darüber nachdenken kann, was vorgefallen ist.
Die Geschichte ist für all diejenigen ein Leckerbissen, die eine spannende Lektüre suchen.

Rezension zu “Raserei” von CW

Nichts für schwache Gemüter!

Die Autorin CW, auf BookRix unter dem Namen „xx.c.w.xx“ angemeldet, beschreibt in ihrer Kurzgeschichte „Raserei“ die letzten Stunden im Leben einer namenlosen Protagonistin.
Wie jeden Tag ist sie auf dem Nachhauseweg und grübelt über ihr Leben, mit dem sie nicht ganz zufrieden ist; Dauerstress auf Arbeit, kaum Freizeit und niemand, der auf sie wartet. Während sie sich noch fragt, warum dies nur so ist, taucht aus dem aufgezogenen Nebel des späten Abends urplötzlich ein Radfahrer auf, den sie fast über den Haufen fährt. Sie steigt aus und will mit ihm reden, doch die Begegnung verläuft völlig anders als geplant.
CWs Schreibstil ist zwar nicht ganz perfekt, aber sie versteht es dennoch, eine knisternde Spannung zu erzeugen, die bis zum Schluss erhalten bleibt. CW stürzt ihre Protagonistin in ein sprudelndes Wechselbad der Gefühle, sodass man sich stets fragt, was wohl jetzt als Nächstes kommen mag. Die einzelnen Szenen wirken dabei nicht überhastet erzählt, sondern fügen sich geschmeidig ineinander.
Was mir besonders gefällt, ist die Tatsache, dass man am Ende nicht genau weiß, was nun tatsächlich geschehen ist. Könnte alles Einbildung gewesen sein? Was war das, was da in ihr war? Und hat es sich im Moment ihres Dahinscheidens einen neuen Wirtskörper gesucht? All dies lässt den Text nach dem Lesen noch lange im Kopf herumkreisen.
„Raserei“ ist also der ideale Zeitvertreib für einen Abend, der ansonsten zu ruhig wäre.

Rezension zu „Elisabeth“ von Chili

Ein Gesicht verschwindet.

Die Autorin Chili alias chilimonster ist schon eine ganze Weile auf BookRix. Ihre neuste Kurzgeschichte „Elisabeth“ habe ich mir etwas genauer angesehen.

Uns begegnet darin die Schriftstellerin Iris, die sich kürzlich in ein abgeschiedenes Haus zurückgezogen hat, um sich vom Kitsch ihrer eigenen Abenteuerromane um die Heldin Allegra zu erholen und Ruhe zu tanken. Leider wird dieses Unterfangen ständig gestört, sei es durch aufdringliche Handwerker und Lieferantinnen oder durch ihre Agentin Gitta, die gerne noch mehr Episoden mit Allegra vermarkten würde. Und als ob dies nicht schon genügend Nerven kosten würde, fürchtet sich Iris auch noch vor dem Dachboden ihres neuen Domizils. Dort oben hinter dem Fenster scheint nämlich etwas zu stehen, das ihr zuwinkt. Oder ist es eine Person?

Chili schreibt sehr kurzweilig. Ihr Ausdruck ist nicht nur unterhaltsam und originell, sondern ebenso präzise und ausgewogen. Ihr gelingt eine wunderbare Mischung aus satirischem Humor und stilvollem Erzählen. Die Handlung wird ebenso in sehr angenehmem Tempo und auf lebhafte Weise geschildert, sodass insgesamt nichts bleibt, was zu beanstanden wäre.

Besonders amüsant ist die Art von Zwiegespräch, das Iris – eher schüchtern – mit ihrer Heldin Allegra – eher spontan – führt. Die Handlung nimmt am Ende eine Wendung, die man vielleicht erahnen kann. Jedoch gelingt es Chili dabei, die Geschehnisse gefühlvoll und intensiv darzustellen.

Ich habe „Elisabeth“ in einem Rutsch gelesen und möchte den Text gerne empfehlen.

Rezension zu „Elfenballade“ von Amalaswintha

“Durch die Waldnacht’s wie Flüstern.”

Die Autorin Elisabeth Schwaha alias Amalaswintha hat schon eine beträchtliche Zahl an Büchern auf BookRix veröffentlicht. Hiervon hat es mir die „Elfenballade“ aber ganz besonders angetan. Es handelt sich dabei um ein Gedicht, das von der Begegnung einer Elfe mit einem fremden Ritter berichtet. Allerdings verläuft dieses Treffen für beide recht unterschiedlich. Während die Elfe fasziniert den Neuankömmling aus sicherer Entfernung mustert, widerfährt diesem ein peinlicher Reitunfall. Sein Ross ist offenbar nicht an Elfen gewöhnt, wirft den Recken ab und macht sich sogleich aus dem Staube, weshalb sich der Ritter zu Fuß auf den Rückweg begeben muss.

Das Gedicht umfasst 37 vierzeilige Strophen, welche alle einem trochäischen Versmaß und einem festen Reimschema folgen. Die beiden ersten Zeilen haben jeweils acht Silben, die beiden letzten haben nur drei und schließen daher mit einer betonten Silbe. Allen Zeilen liegt ein paarweiser Endreim zugrunde. Hervorzuheben ist dabei, dass sowohl Versmaß wie auch Reimschema stets eingehalten werden. Das Gedicht liest sich deshalb sehr angenehm und kann als formvollendet bezeichnet werden.

Zu dieser perfektionierten äußeren Gestalt gesellt sich aber noch ein überaus abwechslungsreicher Inhalt. Die Autorin beschreibt zunächst ein Stelldichein der Elfen, welches jedoch durch das plötzliche Herannahen des Ritters jäh unterbrochen wird. Es gelingt Elisabeth Schwaha sehr gut, die verschiedenen Stimmungen in Worte zu fassen. Wirkt die Beschreibung zunächst sehr anmutig und zart – großartig: „mondgeküsste Wangen“ -, verschiebt sich dies hin zu einem verschmitzten, humorvollen Augenzwinkern, mit welchem der kleine Ausrutscher des Ritters erzählt wird. Es kommt also kein bisschen Langeweile beim Lesen auf.

Die „Elfenballade“ ist ein Meisterstück.

Rezension zu „Stein und Sein“ von Angelika Röhrig

Das Sein in einem Stein.

Heute möchte ich Euch eine Kurzgeschichte vorstellen, auf die mich Monirapunzel aufmerksam gemacht hat. Vielen Dank dafür! „Stein und Sein“ heißt der Text der Autorin Angelika Röhrig, die sich auf BookRix „findevogel“ nennt.

In diesem Märchen findet eine Frau am Meeresstrand einen Stein und stellt fest, wie sehr er sie fasziniert. Sie hebt ihn auf und erfühlt seine Form und Oberfläche. Schließlich entfacht er in ihren Gedanken die Vorstellung einer mystischen Reise in das Innere des Steins. Dort wird ihr mehr und mehr bewusst, dass ihr eigenes Selbst ein Universum ist, das ihr alles gibt, was sie braucht.

Stilistisch ist der Text recht ordentlich. Die Autorin greift auf das Präsens als Erzählzeit zurück, wobei es selten mal zu Ausrutschern ins Präteritum kommt. Auch Wortwiederholungen sind erfreulich wenige zu finden. Insgesamt ist also kaum etwas am Schreibhandwerk auszusetzen.

Inhaltlich beschäftigt sich das Märchen mit der Fragestellung, was ein Sein ausmacht. Die Protagonistin nähert sich zunächst durch bloße, ganz unbedarfte Träumerei der umfassenden Erkenntnis, dass ihr Sein mehr ist als nur ein menschliches Wesen. Stattdessen ist es ein eigenständiger Kosmos. Hierdurch wird eine Verbindung zu den hermetischen Gesetzen und im Speziellen zum Prinzip der Entsprechung hergestellt, welches besagt, dass all das, was man im Großen findet, auch im Kleinen vorhanden ist. Das Kleine – hier das Individuum – beherbergt einen ganzen Weltenraum in sich. Gestärkt durch diese erfreuliche Entdeckung kann die Protagonistin ihr Leben in dem Wissen fortsetzen, dass sie in der Lage sein wird, alle Herausforderungen zu meistern.

Das Präsens erscheint hier gekonnt eingesetzt, wirkt es doch universeller, zeitloser als das gebeugte Präteritum. Auch die Symbolsprache, die die Autorin in form vieler Metaphern verwendet, macht die Geschichte zu einem eindrucksvollen Schauspiel weit schweifender Gedankengänge. Lasst Euch hiervon ruhig anstecken und inspirieren!

Die Mission eines Attentäters

Rezension zu „Lorizos Rache“ von Il Mithan.

Die aktuelle Rezension befasst sich mit einer Kurzgeschichte aus dem Fantasy-Genre. Der Autor Il Mithan beschreibt in „Lorizos Rache“ die finstere Mission eines Attentäters, der dem Kopf einer kriminellen Organisation nachstellt. Wir können die Kampfkünste des geschickten Jägers bewundern oder auch fürchten, denn der schreckt vor roher Gewaltanwendung zur Umsetzung seines Anschlagsplans keineswegs zurück.
Wenn man den Geschehnissen des Textes folgt, gelangt man an einen Punkt, wo man sich zwangsläufig fragt, was denn nun der genaue Grund für Lorizos Rachegelüste sein könnte. Und genau an diesem Punkt setzt der Autor zu einer unerwarteten Wendung der Geschichte an. Zwar teilt er mit, was seinen Protagonisten antreibt, gestaltet aber den weiteren Fortgang auf eine Weise, die ziemlich überraschend kommt. Mehr will ich aber nicht verraten.
Eines ist sicher: Das Handwerkszeug beherrscht Il Mithan nahezu perfekt. Seine Schilderungen wirken lebendig und nahe gehend, seine Wortwahl ist vielseitig und auch Flüchtigkeitsfehler kann man nur wenige ausmachen. Ebenso zeigt die Ausarbeitung des Plots, dass es der Autor versteht, einen spannenden Stoff in eine ansprechende literarische Form zu bringen, wenn auch an manchen Stellen etwas weniger Blut gereicht hätte.
Das Fazit kann nur lauten: Weiter so!

Rezension zu „Du sollst wissen“ von Gisela Mach

Vorahnungen.

In ihrem Werk „Du sollst wissen“ beschreibt die Gisela Mach, die sich auf BookRix die „besucherin“ nennt, wie eine Vorahnung der Ich-Erzählerin endlich zur handfesten Realität wird, einer Realität, die ihr ganzes Leben völlig verändern wird.

Die Autorin schildert nacheinander einige Szenen aus dem Leben der Protagonistin, die für das Entstehen und die Entwicklung der Vorahnung relevant sind. Ausgehend von der Gegenwart, in welcher sie sich gerade eben erfüllt hat, erleben wir in Rückblenden das erstmalige Aufflammen der Phantasie bis hin zur Vollendung des Handlungsbogens, d.h. derjenigen Augenblicke kurz vor der Erfüllung. Dabei lassen weder die erzeugte Spannung noch der eindrucksvoll wohlklingende Ausdruck in irgendeiner Form zu wünschen übrig. Gisela Mach nutzt das Medium Sprache auf eine ästhetische und zugleich zielbewusste Art, die das lesende Publikum an ihren Text bindet.

Besonders verblüffend fällt dann die Beschreibung der Verwundung der Protagonistin aus. Die hier dargestellten Eindrücke des Ausblendens der äußeren Welt sind frei von jeglichem Klischee.

Gelegentlich, vor allem am Anfang, empfinde ich die Trennung von Gegenwart und Rückblende nicht völlig sauber. Das wäre vielleicht durch das Beschränken des Präsens einzig auf die Schilderung der Hier und Jetzt optimierbar. Jedoch hat der gesamtheitliche Einsatz des Präsens’ durchaus auch seinen Reiz.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen, dass „Du sollst wissen“ ein weiterer geborgener Schatz ist, der näheres Hinschauen verdient.

Anmutige Poesie von Jean Philou

Impressionen um eine Blume!

Der Autor Jean Philou veröffentlicht auf BookRix seine Lyrikwerke. Dabei beschäftigt er sich mit verschiedenen Themen und beweist so Vielseitigkeit. Herausragend erscheint seine Trilogie zur Königin der Blumen, der Rose. Die drei Gedichte verfügen über einen starken, detailreichen Ausdruck, das Versmaß wird fast durchgehend eingehalten, und der Reim wirkt leichtfüßig und einfallsreich. Das Majestätische, Anmutige, das die Rose verkörpert, wird hier in perfektionierter sprachlicher Form dargeboten, ohne auch nur im Ansatz irgendein ausgetretenes Klischee zu bedienen. Jedes der Gedichte beschreibt das Dasein der Rose zu einer anderen Tageszeit, wobei jeweils auch die Formatierung der Strophen variiert, was man als Verdeutlichung der verstreichenden Zeit interpretieren kann, wenn man möchte.

Ebenfalls aus Jean Philous Feder ist das Gedicht „Carpe Diem“, das den sinnvollen Umgang mit der begrenzten Lebenszeit aus verschiedenen Perspektiven hinterfragt. Dieser Text ist nicht ganz so gut gelungen wie die Rosen-Trilogie, was am wesentlich engeren Reimschema liegen dürfte. Zwar stößt man immer wieder auf innovative Reimwortpaare – auch wenn es die Form „vergleichte“ meiner Ansicht nach nicht gibt -, aber insgesamt nimmt der Reimzwang dem Ganzen etwas Gestaltungsmöglichkeit beim Ausdruck. Trotzdem sind die unterschiedlichen Blickwinkel gut ausformuliert und regen zum Nachdenken über das eigene Leben an.

Die Gedichte von Jean Philou sind auf alle Fälle einen Blick wert!