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Rezension zu „Stunde der Drachen“ von Ewa Aukett

„Sie wird Feuer und Tod in diese Welt tragen und doch ist sie dem Leben gleich …“

Endlich! Ja, endlich ist es so weit und es gibt ein neues Buch von Ewa Aukett, der sympathischen Autorin, die mit ihrem Erstlingswerk „Crafael“ für Aufsehen gesorgt hat. Jetzt kommt ihr neuster Roman „Stunde der Drachen“, und als ob das nicht schon genug Anlass zur Freude wäre, stellt man beim Anlesen auch noch fest, dass es sich um eine Fortsetzung von „Crafael“ handelt, die man jedoch problemlos auch ohne Vorkenntnisse genießen kann. Was will man mehr?

Man kriegt sogar NOCH mehr, denn „Stunde der Drachen“ ist der Auftakt einer Trilogie. Aber der Reihe nach, nicht dass sich der begeisterte Rezensent vor Aufregung noch vertippt…

Crafael“ ist ja im Genre „Fantasy-Romance“ angesiedelt. Es beginnt mit klassischen Fantasy-Elementen, entwickelt sich dann aber nicht nur zu einer wundervollen Romanze, sondern auch zu einer komplexen Zeitreisegeschichte, die nicht zuletzt durch einen ausgezeichneten Schreibstil vollauf überzeugt. Dass Ewa Aukett ein Faible sowie ein ausgeprägtes Talent für gefühl- und niveauvolle Liebesgeschichten hat, konnte man in „Crafael“ bereits feststellen. Und auch ihre folgenden Werke gingen ja in diese Richtung. Mit „Stunde der Drachen“ hat sie nun ein Buch geschrieben, das sowohl die Fantasy- wie auch die Romantikfans begeistern wird.

Zu Beginn von „Stunde der Drachen“ lernen wir die Protagonistin Lee kennen. Sie ist sehr einsam und sieht keinen Sinn mehr in ihrem irdischen Dasein. In allergrößter Verzweiflung stürzt sie sich in einen reißenden Fluss, doch… tja… anstatt im Jenseits zu landen, findet sie sich unter einem Baum im eiskalten Schnee liegend wieder. Sie ist völlig verwirrt, da sie sich an kaum etwas erinnern kann. Glücklicherweise kommt ihr aber ein brummiger, doch gutmütiger Krieger zu Hilfe, der sie nach Callahan-Castle im Lande Sijrevan bringt. Dort trifft sie erstmals auf Royce McCallahan, den Anführer eines Clans von Highlandern. Obwohl ihr ihre Erinnerungen nach wie vor beharrlich den Dienst verweigern, spürt sie beinahe überdeutlich, dass Royce für sie kein Unbekannter zu sein scheint. Was steckt hinter diesen Gefühlen? Und wird sie sich in dieser mittelalterlichen Umgebung behaupten können? Ein spannendes Abenteuer beginnt.

Um es gleich vorwegzunehmen, „Stunde der Drachen“ wird sowohl die Fans von Liebesgeschichten wie auch die von Fantasy-Abenteuern in seinen Bann ziehen. Die Handlung beginnt zunächst ein wenig geheimnisvoll, da Lee sich erst mal an die ungewohnte Welt und Zeit (!) gewöhnen muss. Nach und nach entwickelt sich dann eine zarte Romanze, die von einigen Wirrungen begleitet wird, denn die Hauptfigur beschließt, sich zu ihrem Schutz als Mann auszugeben, was ein paar skurrile Situationen verursacht. Dann, ungefähr ab dem zweiten Drittel des Buches, setzen die Fantasy-Elemente ein, worauf sich die Spannung enorm ausdehnt. Erfreulicherweise ist der Roman recht umfangreich ausgefallen, weshalb die einzelnen Handlungsstränge genügend Raum zur Entfaltung haben. Dadurch ergeben sich zahllose detaillierte Szenenbeschreibungen, die das Lesen zu einem sagenhaften Ereignis werden lassen.

Ewa Aukett ist ja bereits für ihre qualitativ hochwertigen Bücher bekannt. Auch „Stunde der Drachen“ fügt sich in diese lobenswerte Tradition ein und gibt in puncto Rechtschreibung und Grammatik überhaupt keinen Anlass zur Kritik. Das Erzähltempo ist ebenfalls gut umgesetzt. Langatmige Stellen gibt es nicht und die Spannung kann sich immer weiter steigern, bis sich dann am Schluss die Ereignisse förmlich überschlagen. Man hat also stets das Gefühl, einen hochkarätigen und sehr durchdacht erarbeiteten Roman vor sich zu haben.

Inhaltlich bietet uns Ewa Aukett eine interessante Mischung von Romantik und Fantasy. Auch etwas „knackigere“ Szenen sind enthalten, was für das nötige Knistern sorgt, auch wenn, wie ich persönlich anmerken möchte, die Formulierungen ebendieser Szenen nicht so kreativ wirken wie das Buch an sich. Das wird aber nur sehr pedantischen Rezensenten auffallen, die Liebhaber feuriger Erotik werden es ohnehin genießen und voll auskosten.

Fazit: Als Nachfolger von „Crafael“, als erster Teil einer ereignisreichen Trilogie, als perfekt abgestimmte Synthese aus Liebe, Schwertkämpfen und geheimnisvoller Zeitreise zieht „Stunde der Drachen“ so ziemlich alle Register. Und das Tolle ist, dass es Ewa Aukett grandios gelingt, aus diesen Zutaten einen bombastischen Roman zu zaubern, der nicht nur aus einem Guss ist, sondern auch großartige Unterhaltung bietet, die den literarischen Anspruch nicht vermissen lässt. Mit „Stunde der Drachen“ kann man nichts falsch machen, weil einfach alles passt. Und dazu ist der Roman auch noch so umfangreich, dass man damit ein ausgedehntes Leseerlebnis haben wird. Man kann ihn übrigens auch ohne Kenntnisse zu „Crafael“ problemlos verstehen. „Stunde der Drachen“ ist also der heißeste Tipp, seit es Bücher von Ewa Aukett gibt.

Rezension zu „Atem auf deiner Haut“ von Ewa Aukett

Mut und Entschlossenheit …

Mal wieder hat die Autorin mit dem angenehm vielseitigen Schreibstil, Ewa Aukett, ein neues Werk verfasst. „Atem auf deiner Haut“ ist sein Titel, der bereits andeutet, wohin die Reise geht, nämlich ins Romantische. Doch auf dem Weg dahin gibt es einige Hindernisse zu überwinden. Die habe ich mir etwas genauer angesehen.

Doch fangen wir vorne an. Kirsten MacAllister, eine Frau im besten Alter, ist eine erfolgreiche Künstlerin. Ihre Bilder verkaufen sich gut, doch zu Hause läuft nicht alles so reibungslos, wie sie es gerne hätte. Sie ist mit Jeff verheiratet, die Beziehung ist glücklich, nur kann Kirsten selbst keine Kinder bekommen und mit Jeffs Tochter aus erster Ehe, der achtzehnjährigen Grace, versteht sie sich sehr schlecht. Außerdem benimmt sich Jeff in letzter Zeit etwas merkwürdig und hält sich bis spät am Abend im Büro auf, angeblich um an einem geheimen Projekt zu arbeiten. Wenn Kirsten nur wüsste, dass er dabei ist, eine Überraschungsparty zu ihrem 30. Geburtstag vorzubereiten.

Wie man es von Ewa Auketts bisherigen Büchern – z.B. das wundervoll komplexe „Crafael“ – schon gewöhnt ist, kommt auch der neue Roman in sehr ansprechender Form daher, was sowohl für die äußere Aufmachung mit einem von Sascha Pikkemaat eigens dafür illustrierten Cover wie auch für den Inhalt gilt. Hier bekommt man – mal wieder – ein Buch, das in puncto Ausarbeitung und Rechtschreibung keinen Grund zur Beanstandung bietet. Und die Geschichte, die hier erzählt wird, bahnt sich mühelos den Weg in die Herzen ihrer Leser. Kirstens Gefühlswelt wird nachvollziehbar und mitreißend geschildert. Man erlebt die Höhen und Tiefen ihres Lebens quasi hautnah mit und wird fast schon ein unsichtbarer Teil ihrer Familie. Von knisternder Erotik bis hin zu zwischenmenschlichen Desastern bekommt man alles geboten.

Dass die Geschichte um Kirsten so emotional und einfühlsam ausgefallen ist, kommt nicht von ungefähr, denn wie wir im Nachwort von der Autorin erfahren, hat auch ihre Schwester, der dieses Buch übrigens gewidmet ist, selbst einen Schicksalsschlag erfolgreich überwunden. Folglich steht auch Kirsten in ihrem fiktiven Leben oft an dem Punkt, an welchem sie der Mut verlässt und sie schon aufgeben möchte. Doch wie sich zeigt, kommt dann plötzlich wieder eine weitere Wendung im Weltenlauf und die Karten werden neu gemischt. Das erkennt Kisten schließlich und nutzt es für sich, indem sie wieder kämpft.

Atem auf deiner Haut“ ist also eine Geschichte, die Mut macht und zeigt, wie wichtig ein jeder Moment des Lebens doch ist. Anhand von Kirstens Beispiel stellen wir fest, dass selbst im tiefsten Jammertal noch eine Quelle für neue Hoffnung sprudelt.

Man kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass „Atem auf deiner Haut“ das emotionsgeladenste und lebendigste Buch von Ewa Aukett ist. Es bietet ein Beziehungsdrama mit allen Facetten der Zweisamkeit und lässt auch dann und wann mal kräftig die Funken fliegen – im romantischen Sinne. Und das Ganze stellt sich in literarisch einwandfreier Form dar. Was will man mehr?

Rezension zu „Der geheimnisvolle Cherubim“ von Any Cherubim

Engel, Würfel, Rätsel …

Die Indie-Autorin Any Cherubim ist auf der Selbstverlagsplattform BookRix bereits durch ihren Liebesroman „Half Moon Bay“ bekannt geworden. Nun hat sie ein neues Werk veröffentlicht, das sich „Der geheimnisvolle Cherubim“ nennt und der Kategorie Fantasy angehört. Laut Klappentext kündigt es zwar als „leichte Unterhaltung“ an, aber ich kann schon mal verraten, dass ich das für ein bisschen stiefgestapelt halte.

Buchcover Any Cherubim - "Der geheimnisvolle Cherubim"Aber der Reihe nach: Bei einem tragischen Verkehrsunfall verliert die 22-jährige Alyssa ihre Eltern und muss sich nun um ihre beiden jüngeren Brüder Ethan und Michael kümmern, was nicht gerade leicht ist. Während sich Michael zunehmend verschließt, befindet sich Ethan in einem schwierigen Alter und macht seiner Schwester oftmals Probleme. Glücklicherweise kommen die drei aber bei Verwandten im italienischen Dörfchen Cavalano unter. In der anfangs fremd wirkenden Umgebung geschehen alsbald recht merkwürdige Dinge, die Alyssa mehr und mehr beschäftigen. Sie lernt Tristan kennen, einen jungen Mann, der offenbar einen eigenartigen Einfluss auf Michael ausübt. Kann sie ihm trauen? Dann wird ein toter Junge im Wald gefunden. Die Ereignisse werden bedrohlich.

Der Roman ist angenehm und liebevoll geschrieben, die Hauptfigur ist von Beginn an sympathisch. Stilistisch und orthographisch ist nur ab und zu eine Kleinigkeit zu bemängeln, ansonsten merkt man, dass viel Arbeit und Herzblut in das Buch eingeflossen sind. Die verschiedenen Aspekte der Handlung werden gekonnt verflochten, sodass die Geschichte immer neue Wendungen nimmt, die man zunächst gar nicht in der Form erwartet. Die Spannung wird noch durch den Prolog des Romans gesteigert, da sich der Inhalt dieses kurzen Kapitels erst im weiteren Verlauf der Handlung in das Gesamtbild einfügt.

Das komplette eBook kostet nur 1,99€. Das ist für ein handwerklich so gut geratenes Buch sehr günstig. „Der geheimnisvolle Cherubim“ spricht Fantasy-Begeisterte ebenso an wie Freunde kurzweiliger Unterhaltung, wobei „kurzweilig“ hier ausdrücklich im positiven Sinne gemeint ist, denn die Handlung hat immer etwas Neues zu bieten. Der Roman ist mehr als einen flüchtigen Blick wert.

Love is in the air…

Lesestoff zum Valentinstag

Heute geht es auf der ganzen Welt um das schönste und manchmal auch schlimmste Gefühl der Welt – die Liebe. Ist man glücklich verliebt fühlt man sich, als könnte man Bäume ausreißen, die berühmt berüchtigten Schmetterlinge schwirren im Bauch herum und man könnte die ganze Welt umarmen. Doch muss man eine unglückliche Liebe verkraften, möchte man sich am liebsten nur noch unter der Bettdecke verkriechen und in Selbstmitleid zerfließen. Es ist ein Thema, zu dem jeder Einzelne von uns wohl seine ganz eigene Geschichte erzählen könnte. Ob man diesen Tag nun mag oder ob er einem eher ein Dorn im Auge ist, eines ist klar:

Das Thema Liebe gibt einfach viele, tolle Stories her. Auch zahlreiche unserer BookRix Autoren haben sich an die Arbeit gemacht und uns an verschiedenen tragischen, lustigen, spannenden und natürlich romantischen Liebesgeschichten teilhaben lassen. Hier eine kleine Auswahl:

Rezension zu „Das Geheimnis von Rosewood“ von Ester D. Jones

Rosen, Rätsel und Romantik

 

Heute ist ein historischer Liebesroman das Thema hier im Blog. Er nennt sich „Das Geheimnis von Rosewood“ und stammt aus der Feder von Ester D. Jones, die unter ihrem Nutzernamen „bettykay“ auch die Krimireihe „Mystic Wings“ veröffentlicht hat.

Buchcover Ester D. Jones "Das Geheimnis von Rosewood"Zugegebenermaßen bin ich ja kein Fan von Liebesromanen. Dass ich „Das Geheimnis von Rosewood“ dennoch mit großer Begeisterung gelesen habe, hat mehrere Gründe. So ist das Cover sehr ansprechend und der Klappentext verheißt eine interessante Vielfalt an Handlungssträngen. Die Geschichte trägt sich im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu, also kurz nach dem Ende des Sezessionskrieges. Die Sklaverei ist abgeschafft. Dennoch gibt es Farmen, auf denen die Arbeiter schlecht behandelt werden. Das trifft auch auf das Anwesen „Rosewood“ zu, dessen bisheriger Pächter aber gefeuert wird. Nun soll George John Letham als neuer Pächter die Dinge wieder ins Lot bringen. Zusammen mit seinem Freund Xaver übernimmt er diese Aufgabe. Doch als er Rosewood betritt, muss er feststellen, dass die Probleme dort viel schlimmer als erwartet sind. Durch die schlechten Erfahrungen mit seinem Vorgänger begegnen die Arbeiter George mit deutlichem Misstrauen. Ihre Behausungen sind völlig heruntergekommen und auch das Haupthaus ist verwüstet worden. Die meisten der Rosenstöcke sind verkümmert. Außerdem wird berichtet, dass es auf der Farm spuke. Ein Gespenst soll sich dort umtreiben und sogar einen Mord begangen haben. Und als ob das alles nichts schon schlimm genug wäre, macht George eines Nachts die Bekanntschaft einer sonderbaren Frau, die ihn vom ersten Moment an fasziniert. Wird ihm seine unkonventionelle Art helfen, das Geheimnis von Rosewood zu lösen?

Das Buch ist erfreulich arm an Fehlern. Nur äußerst selten trifft man einen solchen an, zumeist bei der Kommasetzung, und deshalb liest es sich äußerst flüssig und angenehm. Stilistisch ist es ebenfalls sehr gelungen. Der Zeitgeist wird gut getroffen, vor allem beim Verhalten der einzelnen Figuren. Das Ende des amerikanischen Bürgerkrieges bedeutet zwar auch die Freiheit für alle Sklaven, doch das gegenseitige Misstrauen der vormals unterschiedlichen Stände ist immer noch vorhanden und sorgt in dieser Geschichte für den nötigen Zündstoff. Im Verlauf der Geschehnisse erleben wir die ein oder andere faustdicke Überraschung. Der Roman ist also kurzweilig. Obwohl er zur Kategorie „Liebe“ zählt, steht dieses Thema nicht ganz im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um den Umgang der Stände miteinander, die neuen Möglichkeiten, an die sich viele Menschen jener Zeit erst noch gewöhnen müssen, was manchen schwer fällt.

Das Buch ist ab 12 Jahren freigegeben. Die ein oder andere Szene hätte für mein Empfinden eine etwas schärfere Reglementierung nahegelegt, z.B. ab 16, aber das ist sicherlich Ansichtssache. Insgesamt bietet „Das Geheimnis von Rosewood“ stilvollen, abwechslungsreichen, romantischen, abenteuerlichen und stets sympathischen Lesegenuss. Was will man mehr?

 

ISBN: 978-3-7309-0751-1