Schlagwort-Archiv: Schreiben

BookRix goes Romance4You – Im Interview mit Kera Jung

  • Name: Kera Jung

    Kera Jung, Autorin

  • Genre(s): Liebesromane, Thriller, Fantasie, Erotik, Drama
  • Das lese ich privat: Stephen King, J.K. Rowling, Stieg Larsson, Robert Galbraith
  • Meine Haustiere: Caruso und Lissy (Schäferhunde) Puschel, Nik und Jenny (Katzen)
  • Mein Lieblingsessen: Alles, wirklich ALLES, was dick macht.
  • Mein Lieblingsgetränk: Kaffee!
  • Lieblingszitat: Die dümmsten Bauern ernten die größten Kartoffeln 😀
  • Das habe ich immer dabei: Meinen Laptop.
  • Macken/Phobien/Ungewöhnliches: Es gibt für mich immer nur ganz oder gar nicht. Wenn ich mich in eine Aufgabe verbeiße, dann zu 120 Prozent, das heißt, ich arbeite sieben Tage die Woche, 12 Stunden Minimum. Das füllt mich aus, das begeistert mich – manchmal sehr zum Leidwesen meiner Familie. Und ich mache Listen. Ständig. Für alles. Immer muss ich alles planen. Ich bin Andrew Norton 😀
  • Lieblingslied: Twenty Years – Placebo
  • Mein perfektes Date: Mit Stephen King in Maine an einem Fluss, jeder eine Büchse Bier in der Hand, und er erklärt mir seine Sicht der Dinge …
  • Mein perfekter Tag: Sonne, nicht zu heiß, kein Termindruck, ich bin mit meiner Familie unterwegs und wir … leben.
  • So entspanne ich mich: Ich fahr in Urlaub 🙂

 

  • Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Das war mein Traum, seit ich ein kleines Mädchen war. Irgendwann hab ich ihn gelebt.

  • Was macht für dich einen guten Liebesroman aus?

Überraschende Wendungen, eine starke Frau, ein starker Mann, wahre Gefühle, Humor, Drama, nicht zu viel Kitsch  …

  • Wie versetzt du dich in die richtige Schreibstimmung?

Ich setz mich hin, mach Musik an (passend zur jeweiligen Szene) und schreibe.

  • Hast du Vorbilder?

Das mit den Vorbildern ist immer schwierig. Es gibt viele Menschen, die ich bewundere, weil sie einen einzigartigen Weg zurückgelegt haben, um ihre Träume zu verwirklichen, weil ich ihre Einstellungen zum Leben schätze oder weil sie mich auf andere Weise berühren. Mit keinem kann ich mein eigenes Leben und meinen eigenen Werdegang auch nur annähernd gleichsetzen, das will ich auch nicht. Jeder ist einzigartig, jeder versucht sein Bestes zu geben – das ist meine Devise. Würde er versuchen, den Weg eines anderen zu beschreiten oder ihn auch nur zu imitieren, dann würde er seine eigene Identität ein Stück weit verleugnen.

  • Wer oder was inspiriert dich zu deinen Geschichten?

Alles, was mich umgibt.

  • Erzähle uns doch mal, wie deine erste Veröffentlichung für dich war.

Die Entscheidung stand seit über einem Jahr, das „Wie“ war die Frage. Dann bekam ich unerwartet Hilfe, und irgendwie gelang es, alle Steine, die vorher so unüberwindbar schienen, aus dem Weg zu räumen. Ich würde heute viel früher diesen Weg beschreiten. Eine Woche lang war ich unfähig zu arbeiten, sondern verfolgte nur, wie das rosa Cover mit dem Cupcake im Ranking immer weiter nach oben kletterte. <3

  • Was war dein schönstes/erstaunlichstes/erschreckendstes Erlebnis als AutorIn?

Bei unserem 1. Messeauftritt in Leipzig gab es eine Autogrammstunde. Eine ältere Dame trat an mich heran, erzählte mir, dass sie nicht bei Facebook gewesen sei und sich extra meinetwegen dort angemeldet hätte. Sie sagte mir, dass Urteil Leben das Beste sei, was sie jemals gelesen habe. Das war, glaube ich, mein bisher schönstes Erlebnis.

  • Ist das dein erster Besuch der Romance4You? Wenn nicht: Wie waren deine bisherigen Erfahrungen? Was hat dir besonders gut gefallen?

Es war in den beiden Jahren, in denen ich bisher teilgenommen habe, sehr lustig, sehr vielfältig, auch sehr … familiär, fast intim. Mir ist keine Veranstaltung bekannt, bei der man mit seinen Lesern in engeren Kontakt kommt und die stressfreier, angenehmer ist.

  • Was erwartest du dir von der Romance4You 2018?

Ein bisschen Sonnenschein … Bisher war es immer heiß, wenn wir dort waren. Ich hoffe, dass die Sonne sich auch in diesem Jahr blicken lässt. Ich freue mich auf viele tolle Gespräche, auf das Wiedersehen mit vielen, inzwischen lieb gewonnenen Lesern und Autoren, natürlich mit meiner Autorenfamilie, auf ein faires Miteinander – das diese Veranstaltung auszeichnet –, auf viel, viel Spaß, viel Lachen – okay, und Halsschmerzen. Sonntagmittag habe ich immer Halsschmerzen. <3

 

Bisher veröffentlichte Werke von Kera Jung:

 

 

 

 

 

 

BookRix goes Romance4You – Im Interview mit Ella Green

  • Name: Ella Green

    Ella Green, Autorin

  • Genre(s): Romance und Drama
  • Das lese ich privat: Romance und Erotik
  • Meine Haustiere: Hund und Pferd
  • Mein Lieblingsessen: Schweinebraten mit Knödeln und Rotkraut
  • Mein Lieblingsgetränk: Red Bull
  • Lieblingszitat: Never give up!
  • Schönster Liebesroman: Ein ganzes halbes Jahr
  • Schönster Liebesfilm: Ein ganzes halbes Jahr
  • Mein perfektes Date: Candlelight Dinner
  • Mein perfekter Tag: lange schlafen, spazieren gehen, kuscheln
  • So entspanne ich mich: in der Therme oder in den Bergen bei einer schönen Wanderung
  • Homepage/Fanpage: www.ella-green.com

 

  • Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich hab im Jahr 2013 einfach angefangen zu schreiben.

  • Was macht für dich einen guten Liebesroman aus?

Spannung von Anfang an, viel Gefühl, ein Hauch Erotik.

  • Wie versetzt du dich in die richtige Schreibstimmung?

Mit Musik und Kaffee

  • Wer oder was inspiriert dich zu deinen Geschichten?

Meine Umwelt

  • Erzähle uns doch mal, wie deine erste Veröffentlichung für dich war.

Das war ein Tag, den ich niemals vergessen werde. Ich war so nervös. Die Entscheidung war eigentlich ganz leicht – entweder es liest jemand oder nicht. No risk, no fun.

  • Was war dein schönstes/erstaunlichstes/erschreckendstes Erlebnis als AutorIn?

Als ich damals auf der Leipziger Buchmesse 2015 mein erstes Autogramm gab.

  • Ist das dein erster Besuch der Romance4You?

Es ist mittlerweile meine zweite Teilnahme an der RY4. Es ist eine tolle Messe mit klasse Autoren.

  • Was erwartest du dir von der Romance4You 2018?

Ganz viele Leser und tolle Kollegen wiederzutreffen.

 

Bisher veröffentlichte Werke von Ella Green:

BookRix goes Romance4You – Im Interview mit Allie Kinsley

  • Name: Allie Kinsley

    Allie Kinsley, Autorin

  • Genre(s): Erotic-Romance, New-Adult, Chick Lit
  • Das lese ich privat: Fantasy-Romance, J.R. Ward, Nalini Singh
  • Meine Haustiere: Zwei Katzen, ein Hund, zwei Pferde
  • Mein Lieblingsessen: Spätzle
  • Lieblingszitat: If you can dream it, you can do it
  • Macken/Phobien/Ungewöhnliches: Angst vor Schmetterlingen
  • Lieblingslied: so ziemlich alles von Fler 😉
  • Schönster Liebesroman: Leopardenspur
  • Schönstes Liebeslied: Someone like you
  • Schönster Liebesfilm: Dirty Dancing
  • Mein perfektes Date: Im Buchladen 🙂
  • Mein perfekter Tag: Draußen mit Hund und Pferd unterwegs
  • So entspanne ich mich: Beim Ausreiten
  • Homepage/Fanpage: www.allie-kinsley.de https://www.facebook.com/AutorinAllieKinsley/

 

  • Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich habe immer sehr gern und sehr viel gelesen. Oft ging es mir so, dass ich mir andere Handlungen gewünscht habe, deshalb habe ich ein Buch für mich ganz allein geschrieben. Ich freu mich riesig, dass so viele Leser Fire&Ice 1 – Ryan Black genauso geliebt haben wie ich <3

  • Was macht für dich einen guten Liebesroman aus?

Die richtige Mischung aus Liebe, Spannung und ganz viel Humor.

  • Wie versetzt du dich in die richtige Schreibstimmung?

Am liebsten verabrede ich mich virtuell mit Kollegen, dann bin ich am motiviertesten.

  • Hast du Vorbilder?

Nein, richtige Vorbilder nicht. Ich habe viel Respekt vor meinen Kollegen, aber ich möchte Ich bleiben und niemand anders werden 😉

  • Wer oder was inspiriert dich zu deinen Geschichten?

Inspiration finde ich überall um mich herum. Egal ob in Bildern, Musik, Menschen, die mir auf der Straße begegnen.

  • Erzähl uns doch mal, wie deine erste Veröffentlichung für dich war.

Meine erste Veröffentlichung war sehr spontan. Das Buch war schon eine Weile fertig. Ich habe mich sehr über die damals so modernen Sammelbände geärgert, also habe ich kurzentschlossen mein eigenes Buch veröffentlicht. Gedacht und gefühlt habe ich dabei nicht viel, da ich überhaupt keine Erwartungen hatte. Im Gegenteil, ich war total überrascht, als die ersten drei Bücher verkauft worden sind.

  • Ist das dein erster Besuch der Romance4You?

Ich war glücklicherweise von Anfang an auf der Romance4you dabei. Ich liebe es, dass ich Zeit habe, mich in Ruhe mit all meinen Lesern zu unterhalten und neuen Lesern einen direkten Einblick in meine Bücherwelt zu geben.

  • Was erwartest du dir von der Romance4You 2018?

Viele liebgewonnene Leser und Kolleginnen wiederzutreffen und neue interessante Menschen kennenzulernen.

 

 

Bisher veröffentlichte Werke von Allie Kinsley:

 

 

 

 

Spaß ist eine ernste Sache – wenn man Autor ist!

Ein Gastbeitrag von Bestsellerautorin Hanni Münzer:

Kürzlich titulierte eine Zeitung mit großen Buchstaben: „Babs hat mich geschlagen!“ Manch einer mag sagen „Bravo, Babs!“ oder wie mein vorlauter Mann: „Offenbar nicht genug …“
Ich schiele vor allem auf die geile Werbung! Die hätten wir Selbstverleger auch gerne. Interessiert ja keinen, wenn ich meinen Mann schlage. Außerdem will er nicht in die Vier-Buchstaben-Zeitung.

Darum freue ich mich umso mehr, dass ich auf der BookRix-Plattform einen Beitrag schreiben darf. Das vorgeschlagene Thema: „Spaß beim Schreiben“. Was denn sonst?

Ja, ich schreibe gerne. Es ist eine Sucht, für die es keinen Entzug gibt. Geschrieben habe ich viel, für die Schublade. Anfang des Jahres habe ich mich ans Selbstverlegen gewagt. Ein Experiment, das irgendwie versehentlich gelang. Ich frage mich bis heute wie. Eigentlich bin ich ein Schussel, der ständig die falschen Knöpfe drückt. Plötzlich hatte ich Leser – was den Spaß beim Schreiben schlagartig potenziert hat – denn ein Autor will gelesen werden! Dabei sehe ich mich als Autor wider den tierischen Ernst… soll heißen, ich nehme mich selbst nicht besonders ernst, dafür umso mehr die Themen in meinen Büchern – aber besonders und vor allem meine Leser. Ich schreibe für sie!

Erste Gehversuche: Vor vielen Jahren wollte keiner mein erstes Buch „Die Seelenfischer“ haben, obwohl ich sogar eine renommierte Agentin dafür gefunden hatte. Sie hatte „Die Wanderhure“ entdeckt, ein Millionenseller.
Leider wurde aus meinem Buch auch eine Wanderhure, von Verlag zu Verlag, von Lektor zu Lektor. Ich wurde nicht gefreit.

Meine Agentin meinte dann, dass historische Bücher Hochkonjunktur hätten: „Schreiben Sie doch einen historischen Roman, Frau Münzer!“ Ehrlich, ein bisschen kam ich mir da vor wie der Kunde, zu dem der Bankdirektor sagt: „Tut mir leid, aber Ihre erste Million ist nicht voll geworden. Fangen Sie doch gleich an, die nächste zu sparen.“
Also schrieb ich Band 2 der Seelenfischer-Trilogie: „Das Hexenkreuz“.
Und blieb wieder darauf sitzen. Und gab trotzdem nicht auf. Heute ist bereits Band 3 – „Die Akte Rosenthal“ veröffentlicht.

Darum mein Appell: Niemals aufgeben und vor allem, traut euch auch etwas Neues!
Manchmal füllt ein Buch eine Lücke, von der niemand wusste, dass es sie gibt. Bestes Beispiel ist E.L. James mit „Shades of Grey“, die erst durch das Internet bekannt wurde. James‘ Erfolg regelt heute die Nachfrage nach erotischen Liebesromanen. Davon haben viele Kolleginnen und Kollegen profitiert. Ich gönne ihnen den Erfolg von Herzen – denn es ist immer der Leser, der entscheidet, was er lesen möchte! Allein auf ihn und seinen Geschmack kommt es an.
Aber mein Lieblingsbeispiel ist und bleibt die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die ebenfalls von vielen Verlagen abgelehnt wurde, bis der kleine Bloomsbury Verlag die Rechte erwarb. Der Rest ist Geschichte. Sie hat Millionen zum Lesen verführt, Kinder und Erwachsene.

Zum Schluss noch ein persönlicher Tipp: Für mich bedeutet akribische Recherche das A & O. Denn gerade während der Recherche erhalte ich oft neue Anregungen, entdecke einen Namen, dessen Schicksal ich weiterverfolge und knüpfe Gedankenfäden, die ich weiterspinnen kann. So entstehen Geschichten. Macht euch ans Schreiben, worauf wartet ihr? Da draußen warten abertausende Leser, die hungrig auf neue Geschichten sind. Gebt sie ihnen!

Anmerkung des  BookRix-Teams: Wir bedanken uns ganz herzlich bei  Bookrix-Mitglied Hanni Münzer  für  diesen wundervollen Gastbeitrag!

Übrigens:Der erste Band der Seelenfischer-Trilogie ist jetzt auch über BookRix im Handel erhältlich und ihr könnt eines von fünf Exemplaren gewinnen. Hier geht´s zur Verlosung des Bestsellerromans.

Minitipp für Autoren: Leserbindung

Unwissenheit schützt vor Lesern nicht…

Heute gibt´s mal wieder was Neues aus unserer beliebten Reihe „Minitipps für Autoren“ von Lektor und Autor Philipp Bobrowski. In dieser Rubrik findet ihr regelmäßige Ratschläge, die euch dabei helfen können, den nicht immer ganz leichten Autorenalltag so gut wie möglich zu meistern.

Dieses Mal geht es um die Bindung zwischen Leser und Protagonist:

Eine gute Strategie, um Identifikation zu erreichen und den Leser frühzeitig an den Protagonisten zu binden, ist, beide möglichst von Beginn an etwas teilen zu lassen. Nämlich die gleichen Wissenslücken.

Wir empfehlen euch: nutzt gleich das bevorstehende Wochenende und schreibt, was das Zeug hält. Vielleicht konnte euch Philipp ja ein wenig inspirieren.

Wenn euch interessiert, wer denn hinter diesen Tipps steckt, könnt ihr gerne einmal auf seiner Homepage vorbei schauen.

Social Media Marketing für Self Publisher – Teil 1

Setze Deine Ziele fest!

Social Media kann für Indie-Autoren ein mächtiges Marketingtool sein, wenn man weiß, wie man damit umzugehen hat. Um euch ein wenig Starthilfe zu geben, haben wir Social Media Expertin Frauke Bitomsky darum gebeten, uns einige Tipps zu diesem Thema mit auf den Weg zu geben. Heute, im ersten Teil, beschreibt Frauke, was man bedenken sollte, bevor der Spaß beginnt.

Die Grundlagen

Social Media ist seit langem in aller Munde und nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Indie Autoren interessant, denn es ist ein mächtiges Werkzeug, um die Bekanntheit eines Autors und seiner Bücher zu steigern. Wer einige Grundlagen beachtet und bereit ist, ein wenig Zeit und Geduld zu investieren, kann sich im Internet ein starkes Netzwerk aufbauen und so die eigenen Bücher besser vermarkten. In diesem Artikel will ich diese Grundlagen ansprechen und Tipps geben, damit der Weg ins Social Media erfolgreich wird.

Eines vorweg: Social Media funktioniert nicht über Nacht, sondern setzt Geduld und Ausdauer voraus. Ein Netzwerk aus Fans und Followern, die aktiv kommunizieren und das Netzwerk mitgestalten, ist unbezahlbar, aber es muss erst wachsen. Wer bereits nach drei Wochen bahnbrechende Erfolge erwartet, wird wohl eine Enttäuschung erleben.

„Social Media setzt Geduld und Ausdauer voraus „

Was will ich eigentlich?

Ehe man sich voller Eifer in die Social Media Aktivität stürzt, sollte man sich ein paar Minuten Zeit nehmen und festlegen, was und wen man eigentlich erreichen möchte. Nur wer weiß, was er eigentlich will, hat auch ein Ziel, dass er erreichen kann. Diese Fragen kommen noch vor der Entscheidung, welche Netzwerke man später nutzen möchte.

Aus der Frage, was genau man erreichen möchte – Bekanntheit steigern und mehr Bücher verkaufen, andere Autoren kennen lernen, neue Ideen finden, Kontakte zu Verlagen knüpfen – entsteht die Frage nach der Zielgruppe, die man ansprechen möchte. Social Media „für alle“ funktioniert kaum, da man am Ende jeden ein bisschen, aber niemanden wirklich anspricht. Eine kleine Zielgruppe, deren Geschmack man trifft, ist besser als eine große graue Masse, für die man höchstens mäßig interessant ist.

Welche Ziele habe ich und wie viel Zeit kann ich aufwenden?

Auch die Frage, wie viel Zeit man auf lange Sicht regelmäßig in die Social Media Aktivität investieren kann sollte beantwortet werden, denn ein Aktivitätsschub alle sechs Monate, dem wieder eine lange Durststrecke folgt, wird kaum zu Erfolgen führen. Die Zeit, die man investieren kann, ist auch maßgeblich an der Entscheidung des Netzwerkes beteiligt, das man für sich nutzen sollte. Wer keine Zeit hat Blogartikel zu schreiben, sollte kein Blog aufsetzen; wer nur am Wochenende Zeit hat, ist mit einem Blog wahrscheinlich besser bedient als mit einem Twitter Account, der täglich gepflegt werden sollte. Wer feststellt, dass er alleine nicht die Zeit aufbringen kann, Social Media Präsenzen zu pflegen, kann überlegen, ob er sich mit ein paar anderen Autoren zusammentut.

Erst, wenn all diese Fragen geklärt sind, wird die Entscheidung gefällt, in welchen Netzwerken man sich präsentieren möchte. Aus den Antworten dieser Fragen wird die Strategie entwickelt, die später hilft, den roten Faden nicht zu verlieren. Sie kann (und sollte) immer wieder überprüft und angepasst werden, wenn sich z.B. die Zielgruppe oder die verfügbare Zeit für Social Media ändert. Aber sie verhindert, dass man sich verrennt und Zeit und Energie verschwendet, ohne etwas zu bewirken.

Wichtig: Bloß keine Werbung in eigener Sache

Dies mag paradox klingen, ist aber tatsächlich sinnvoll und wichtig. Wer als Indie-Autor die Bekanntheit seiner Bücher mithilfe von Social Media steigern will, sollte bloß nicht beginnen, diese offensiv zu bewerben. Kein potentieller Leser hat Interesse an der Selbstbeweihräucherung eines Autors, der nur immer wieder verkündet, dass er ein Buch geschrieben hat. Es ist wie mit Werbebroschüren und Spammails: Sie werden ungelesen weggeworfen und gelöscht.

Klassische Werbung, die den Empfänger drängt etwas Bestimmtes zu kaufen (Push-Strategie), funktioniert in den sozialen Netzwerken nicht. Social Media bedeutet nicht nur Austausch und Kommunikation in alle Richtungen, sondern setzt auch eine andere Werbestrategie voraus: Die Nutzer wollen von einer Seite oder einem Anbieter angelockt werden (Pull-Strategie). Um dies zu bewerkstelligen, muss ein Social Media Auftritt dem Leser einen Mehrwert in Form von Inhalten bieten, die für die Leser Relevanz haben und ihn interessieren.

Im Falle eines Indie-Autors könnten dies Schreibtipps, Kurzgeschichten, eigene Gedanken zu verschiedenen Schreibansätzen, Empfehlungen für Schreibratgeber, Links zu interessanten Artikeln in thematisch passenden Blogs und ähnliches sein. Hilfreich ist ein Redaktionsplan, in dem Ideen für zukünftige Beiträge gesammelt und geordnet werden.

Social Media ist eine gute Möglichkeit, sich der Leserschaft vorzustellen und zu zeigen, dass man ein Experte auf dem eigenen Gebiet ist und mehr zu bieten hat als nur ein Buch.

Wichtig: nicht nur eine Rowling und ein King sind Experten. Auch „kleine“ Autoren, die keinen Verlag haben, haben Erfahrungen über das Schreiben gesammelt und können diese teilen. Das heißt nicht, dass man „fertig“ gelernt hat und alles über das Schreiben weiß, aber man sollte sein Licht auch nicht unter den Scheffel stellen.

Heißt das, dass man gar nicht auf das eigene Buch hinweisen soll? Doch, natürlich. Aber nicht zu offensiv. In einem Blog kann eine Unterseite für eigene Bücher eingerichtet werden, während der Blog selbst mit Artikeln rund um das Thema Schreiben gefüllt wird.

Wer öfter auf sein Buch hinweisen, aber auch nicht plakativ Werbung machen will, kann seine Erfahrungen aus dem eigenen Schreibprozess teilen. Wie wurde das Buch geplant, woher stammten die Ideen, wie wurden Schreibblockaden besiegt? All das interessiert die Leser und bietet gleichzeitig mehr Inhalt als die bloße Aussage „Ich habe ein Buch geschrieben, bitte kauft es!“.

Worum es nächste Woche geht:

Welches Netzwerk ist das Richtige für mich?

Was Dich auch noch interessieren könnte:

Frauke´s Homepage: B2N Social Media Services

Blogbeitrag: Bloggen leicht gemacht

Blogbeitrag: Wie die Crowd dem Selfpublisher Beine macht

Schreibwettbewerbe und Verlosungen auf BookRix

Es ist für jeden was dabei!

Wie ihr wisst, bemühen wir uns immer darum, dass euch nicht langweilig wird und ihr immer einen Ansporn zum Schreiben habt. Welche tollen Aktionen derzeit auf BookRix stattfinden, seht ihr hier:

Verlags- Ausschreibungen:

Logbuch. Erzählungen aus maritimen Welten

Wasser übt eine besondere Faszination auf Dich aus und ist genau Dein Element? Dann solltest Du schnell mit Deiner Geschichte an der Ausschreibung: Logbuch. Erzählungen aus maritimen Welten teilnehmen und Deine Geschichte einreichen. Gesucht werden Geschichten von und über Seebären, Landratten, Captain, Crew und Passagiere. Weitere Infos erhaltet ihr in der Gruppe Ausschreibung: Logbuch. Erzählungen aus maritimen Welten.

Fortsetzungsgeschichte Erotik

Diese neue Ausschreibung des Marmilin-Verlags richtet sich an volljährige Erotikautoren: Der Verlag sucht laufend und ohne zeitliche Beschränkung Fortsetzungsgeschichten mit mind. 3 Folgen, in denen sich alles um das Thema Liebe und Erotik dreht. Selbstverständlich sind auch homoerotische Geschichten willkommen.

Die Anforderungen sind folgende: Spannende Geschichten, bei denen keine Folge über 50.000 Zeichen (ZiL) hat. Bilder sind willkommen, auch erotische Gedichte haben eine gute Chance (diese müssen nicht in mehreren Folgen erscheinen).

Weitere Infos erhaltet ihr in der Gruppe: Ausschreibung Fortsetzungsgeschichten Erotik

Monatliche Schreibwettbewerbe

Auf BookRix finden einige Schreibwettbewerbe statt, deren Sieger monatlich von der Community bestimmt und die anschließend mit Amazon-Gutscheinen belohnt werden. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei. Folge den Links zu den jeweiligen Gruppen, in denen die Wettbewerbe stattfinden.

Newbie-Wettbewerb, Lyrik-Wettbewerb, Dear-Diary-WettbewerbKurzgeschichtenwettbewerb

eBook-Verlosungen

Für alle, die lieber Lesen als Schreiben gibt es auf BookRix auch monatlich tolle eBook-Verlosungen. Diesen Monat könnt ihr zum Beispiel den spritzig-frechen Krimi-Roman „Kim – Schlimmer geht immer“ und das mit viel Galgenhumor gespickte eBook „Stationär“ gewinnen.

Für Autoren:

Minitipp zum Bücherschreiben

Der Autor und Lektor Philipp Bobrowski kann auf jahrelange Erfahrung in Sachen Bücherschreiben zurückblicken. Das Wissen, das er sich in dieser Zeit angesammelt hat, teilt er jeden Monat „Häppchenweise“ mit uns in Form eines praktischen Minitipps für Autoren.

Heute geht es in dieser Rubrik um das Exposé:

Wer das Schreiben eines Exposés einfach als das Verfassen einer Inhaltsangabe ansieht, schreibt vermutlich am roten Faden vorbei.

Wir danke Philipp für seine wertvollen Tipps. Wenn ihr mögt, schaut doch auch mal auf seiner Homepage vorbei.

Jurywertung # 4: Die Entscheidung!

Verdacht auf Mord: Arlynn

Villa Freyheit von Melpomene

Eingepackt in ein mysteriöses, zur Geschichte passendes Layout und einen knackigen Klappentext, der alle Informationen beinhaltet, die der Leser anfangs benötigt, fesselt dieses Buch sofort.

„Villa Freyheit“ erzählt die Geschichte der Deutschlehrerin Vera, die sich auf die Suche nach ihrem verschwundenen Bruder Jan begibt. Ein Anhaltspunkt ist die „Villa Freyheit“, eine Pension, in der Jan übernachtet haben soll, um sich dann auf den Weg zu seinem Geliebten Antonio zu machen.

Die eingeschüchterte Estelle Freyheit mit den feuerroten Haaren leitet die alte Villa und wirft einige Rätsel auf. Schockierenderweise findet Vera dann auch noch Jans Rucksack im Wandschrank.

Durch tadellose Grammatik und Orthografie, einen charakternahen, ausgereiften Stil und kleine, gut positionierte Details schafft Melpomene es, ihre Figuren aufleben zu lassen. Jede von ihnen agiert absolut überzeugend und glaubwürdig. Humor an den richtigen Stellen lässt diese Geschichte zu einem absoluten Lesegenuss werden.

Einzelne Fäden werden geschickt verknotet – auch wenn sie manchmal völlig durcheinander wirken, um den Leser zu verwirren – und bilden am Ende ein logisches, lückenloses Gesamtkonzept mit einer schockierenden Auflösung.

„Villa Freyheit“ bietet das, was ein echter Krimiliebhaber fordert: Spannung, Nervenkitzel, rätselhafte Ereignisse und falsche Spuren für den Leser. Selbst mit einem schockierenden letzten Satz konnte die Autorin mich noch festhalten, sodass ich mich nicht recht traute, das Buch zu schließen.

Eqinsor von Jen June Equal

Dieser Fantasy-Krimi strotzt geradezu vor Kreativität. Ein selbst gestaltetes Cover, welches einen Jungen mit einem Flügel zeigt, macht schon neugierig und nach dem Lesen der Geschichte erscheint das Layout passend, gut gewählt und unterstreicht das ganze Flair des Buches.

Jen June Equal hat ihren Krimi in die fantastische Stadt Duodecim gesetzt, der es an Details nicht fehlt, sodass man das Gefühl bekommt, die Autorin selbst wäre dort aufgewachsen. Nachdem man sich mit den etwas vielen fremden Worten und Begriffen angefreundet hat, kann man nicht mehr vom Bildschirm aufschauen.

In Duodecims Akademie wird ein beliebter Professor erschlagen aufgefunden, sein überaus wichtiges Experiment ist allerdings verschwunden. Nun ist es die Aufgabe von Fawl Philisander, das Experiment und den Mörder zu finden. Dabei trifft er auf den geflügelten Eqinsor.

Equal schafft einen wunderbaren Spagat zwischen Fantasy und Krimi. Duodecims Welt erscheint als Metropole der Modernität und dennoch finden Elfen und Fyrr, Wesen, welche die Infrastruktur in Gang halten, ihren Platz.

Nebencharaktere kommen zwar ein wenig kurz, jedoch ist dafür die Ausgestaltung des Protagonisten Philisander umso überzeugender. Wie einem echten Holmes entgeht ihm kein Detail. Seine Coolness erlebt am Ende der Geschichte, bei Auflösung des Falles, seinen Höhepunkt.

Weil Equal es geschafft hat, eine eigene Welt, einen echten Kriminalfall und einen Sherlock Holmes mit fantastischer Sprache und tadelloser Orthografie bzw. Grammatik zu verschmelzen, verdient sie den zweiten Platz.

Die Tränensonate von L.Cocco

Auch dieses Werk macht mit einem besonders einladenden Cover auf sich aufmerksam, welches bereits eine wundervolle Einleitung für die Geschichte darstellt.

Der Detektiv Francis DuMont erhält den Auftrag von Mary Sterling, auf der baldigen Familienfeier ein Auge auf Sohn Richard zu haben, dem seit Kurzem seltsame Unfälle geschehen. Drei Geschwister könnten es auf das Erbe ihres ältesten Bruders abgesehen haben. Der Schatz soll in den Noten der Tränensonate versteckt sein, die der Vater einst kombiniert hat. Auf der Feier wird Richard schließlich vergiftet.

Besonders gefallen wird die Geschichte denjenigen, die Fans des typischen Krimis sind: Es geschieht ein Mord, mehrere Täter kommen in Frage und der Detektiv begibt sich auf die Suche nach den kleinsten Spuren und Hinweisen, bis er den Mörder schließlich überführen kann. Auf jener Suche kann sich auch der Leser als Detektiv versuchen.

L. Cocco schafft genau das! Er streut in sein Werk Hinweise, die vom Leser zuerst nur als „schöne Beschreibung“ ausgelegt werden und am Ende von elementarer Bedeutung für die Lösung des Falles sind. Wenige Merkwürdigkeiten fallen auch dem Laien auf, aber letztendlich kann nur Detektiv DuMont die Puzzleteile zusammensetzen.

So lässt allerdings die schöne, gehobene Sprache und die Liebe zum Detail, mit denen das Werk begann, etwas nach und auch einige orthografische Fehler sind zu finden, die Grammatik ist allerdings tadellos.

Beeindruckend an „Die Tränensonate“ ist der zum Schluss aufgelöste Tathergang, den sich so nur ein echter Krimifan ausdenken kann. Für den Leser ist es beinahe etwas fragwürdig, ob ein Mord tatsächlich so stattfinden könnte und das, obwohl der Autor alles glaubwürdig und plausibel geschildert hat. Das zeugt von wahrer Kreativität.

Die Gewinner:

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren fleißigen Juroren, die in diese Jurywertung viel Arbeit gesteckt haben. Und nun freuen wir euch, die glücklichen Gewinner mitteilen zu dürfen:

1. Platz:  Villa Freyheit von Melpomene (Gewinn: 130€ Amazongutschein)

2. Platz: Verdacht auf Mordnarrentod (Gewinn: 100€ Amazongutschein)

3. Platz: Akkurat verpackt- Mord im Cyberspace von royofinnigan (Gewinn: 80€ Amazongutschein)

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner und vielen Dank an alle Teilnehmer für die wunderbaren Geschichten!


Jurywertung # 3

Andreas aus dem BookRix-Team

Auch unser BookRix-Kollege Dr. Andreas Fischer – auch bekannt als homo.nemetiensis-  hat sich wieder an die Arbeit gemacht und seine Wertung für den Wettbewerb „Verdacht auf Mord“ abgegeben. Hier seht ihr seine Beurteilung:

Villa Freyheit von Melpomene

(Seitenangaben beziehen sich auf die Version im epub-Format.)

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag macht in dieser Disziplin einen hervorragenden Eindruck. Es gibt so gut wie keine Fehler. Auf Seite 9 fehlt einmalig ein Gänsefüßchen.

Form und Stil

Der sprachliche Ausdruck ist erfreulich vielseitig. Wiederholungen finden sich nur selten („wild“ auf Seite 4, „spät“ Seite 5 oder „Vibrieren“ Seite 6). Ansonsten gibt es nicht zu bemängeln.

Gelungen ist auch, Veras Bericht von ihrem ersten Besuch in der Villa Freyheit einzuschieben, anstatt ihn nachzuerzählen. So wirkt er lebendig und anschaulich. Überhaupt wirkt der gesamte Text ausgesprochen kurzweilig und flüssig geschildert. Man hat den Eindruck, wesentlich mehr gelesen zu haben als die ausgewiesenen 16 Seiten (im epub-Format).

Idee und Kreativität

Die Konzeption der Handlung und des Mordes an Jan ist wohldurchdacht und komplex. Der Leser wird zunächst gekonnt in die Irre geführt und hält die Geschichte mit der verstorbenen Mutter für zutreffend. Dann schließlich erfolgt die überraschende Auflösung, bei welcher dann auch die kleinsten Details, die zuvor noch für Verwunderung gesorgt haben, in einen stimmigen Gesamtzusammenhang gebracht werden.

Auch wenn dieses Konzept zweifelsohne äußerst kompetent umgesetzt worden ist, stellt die Idee als solche einen Krimiplot in Reinkultur dar.

Persönliches Fazit

Stilistisch und handwerklich gibt es an diesem Beitrag so gut wie nichts auszusetzen, außer vielleicht, dass es auf Seite 13 fast ein wenig zu schnell mit der Offenbarung der Geschehnisse durch Antonio geht. Ansonsten überzeugt der Text vor allem durch einen angenehmen Ausdruck und eine absolut plausible Handlung, die spannend geschildert wird. Die eingeengte, bedrohliche Szenerie, die sich dann auch in der wohl fiktiven Geschichte der unbekannten Frau mit der verstorbenen Mutter widerspiegelt, wie auch durch die ausgestopften, d.h. erstarrt erscheinenden Tiere zeigt, erzeugt eine düstere Stimmung, die der Angst Veras um den vermissten Bruder eine passende Umgebung liefert. Überhaupt enthält die Geschichte eine verblüffend umfassende Symbolik. Der Titel mag zuerst wie ein Wortspiel erscheinen, doch geht es hier tatsächlich auch um die Freiheit. Jan möchte wegen seiner sexuellen Ausrichtung vor den gesellschaftlichen Zwängen davonlaufen, doch diese, hier in Gestalt der Berge, engen ihn nach wie vor ein. Auch Estelle, der „Stern“, wäre lieber frei, statt Tag für Tag in der Pension festzusitzen. Als sie das Geld entdeckt, greift sie buchstäblich „nach den Sternen“, auch wenn das Unterfangen am Ende scheitert. Vera, die „Wahre“, sucht die Wahrheit, hat sogar einen „Lügendetektor“. Dass dieser bei Antonio versagt, verwundert nicht, denn dieser stellt den nach außen aufrechterhaltenen Schein dar. Er ist ein Blender, der sogar so weit geht, das, was sich nicht in die Ordnung fügt, zu töten, zu einer leblosen Marionette zu machen, weshalb auch die Wildkatze bereits ihre natürliche Unabhängigkeit eingebüßt hat.

Dieser Beitrag erreicht Platz 1, da er eine ausgezeichnete Kriminalgeschichte darstellt. Er verfügt über ein absolut stimmiges Konzept, eine spannende Erzählweise und eine unverkennbare, düstere Atmosphäre. Auch was die literarische Ausarbeitung betrifft, kann hier die Bestnote vergeben werden. Kein anderer Beitrag ist so perfekt geraten wie die „Villa Freyheit“.

Verzeih mir von Susanne Wolters

(Seitenangaben beziehen sich auf die Version im epub-Format.)

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag ist recht ordentlich ausgefallen. Nur die Zeichensetzung, vor allem bei der wörtlichen Rede, und die Zusammenschreibung von Verbalkomposita sind nicht ganz korrekt. So stehen etwa auf Seite 3 „herum wälze“ und „heraus zu finden“, was aber in beiden Fällen in einem Wort geschrieben werden müsste.

Form und Stil

Grundsätzlich macht der sprachliche Ausdruck dieser Geschichte einen erfreulichen Eindruck. Er ist abwechslungsreich und präzise. Wiederholungen sind eher selten. Auf Seite 11 findet sich eine solche mit „Zimmer“. Außerdem hätte der Begriff „Kassette“ ab und zu durch ein anderes Substantiv ersetzt werden können.

Das Erzähltempo wirkt angenehm, weshalb sich die Handlung ideal entfalten kann. Am Ende hat man den Eindruck, einen wesentlich längeren Text gelesen zu haben.

Idee und Kreativität

Die grundlegende Idee, die Protagonistin auf eine Reise in ihre Vergangenheit zu schicken und selber die Umstände der Trennung von ihrer leiblichen Mutter ermitteln zu lassen, bietet reichlich Potential für eine spannende Handlung, das hier auch prompt tüchtig ausgeschöpft worden ist. Auch die Einarbeitung des Traums, der in Wirklichkeit eine Erinnerung ist, erzeugt beim Lesen Interesse.

Ein wenig schlicht ist Ingrids zweimalige Ohnmacht, mit der ihre Besuche in Amt und Heim abrupt beendet werden. Das spart natürlich Platz für wichtigere Aspekte, wirkt aber etwas einfallslos.

Gelungen ist dann wieder die Einbindung des Titels, der erst ganz am Ende seinen eigentlichen Sinn offenbart und sich dann als sehr passend herausstellt.

Persönliches Fazit

Dieser Beitrag überzeugt vor allem durch seine sensibel erzählte Geschichte, in der eine verschüttete Vergangenheit nach und nach ans Tageslicht gebracht wird. Auch die Tatsache, dass der Mord erst auf den letzten Seiten explizit erwähnt wird, sorgt dafür, dass die Spannung bis zuletzt auf hohem Niveau gehalten wird. Man vermutet zwar, dass das Mädchen bei der Schaukel irgendwie verschwunden ist, aber dieser Aspekt wird durch Ingrids Suche nach ihrer leiblichen Mutter zunächst überlagert.

Nicht so ganz klar ist mir, warum Christa ausgerechnet diese schriftlichen Erinnerungen hinterlassen hat und nicht noch weitere. Sie hat ja zum Zeitpunkt des Beginns ihrer Aufzeichnungen nicht wissen können, wie sich die Dinge entwickeln.

Die kurze Episode auf Seite 11, in der Ingrid die Kassette vermisst, steigert die Spannung noch weiter.

Nur am Rande bemerkt soll noch sein, dass man in Berlin wegen des hervorragend ausgebauten ÖPNVs nicht ständig auf das Taxi angewiesen ist. Dieser Umstand hat aber keinen Einfluss auf die Bewertung des Beitrages.

Dieser Beitrag erreicht Platz 2, da er sehr spannend ausgefallen ist, ebenso emotional tiefsinnig, tragisch und einfallsreich. Getrübt wird der ansonsten sehr positive Eindruck durch die doch häufigen Kommafehler. Die Handlung ist dagegen exzellent erzählt. Die Grundidee, die sich fern von allem Klischeehaften bewegt, ist hervorragend umgesetzt worden.

Point of no Return von Marina Milotti

(Seitenangaben beziehen sich auf die Version im epub-Format.)

Orthographie und Grammatik

Der Beitrag macht einen guten Eindruck, wobei allerdings ein paar kleine Mängel festzustellen sind. Die Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede ist öfters nicht richtig. Gelegentlich laufen die Erzählzeiten und die Modi ein bisschen durcheinander, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Geschichte in Umgangssprache geschildert wird. Diesem Umstand ist es wohl auch zu verdanken, dass die Präposition „wegen“ mehrmals mit dem Dativ steht, siehe die Seiten 14 und folgende. Ab und an gibt es auch bei der Satzstellung gewisse Mängel.

Form und Stil

Der Text ist bis zum Epilog in Umgangssprache gehalten und schildert die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven. Dadurch wirkt der Schreibstil stellenweise etwas ungenau, was aber keinen Nachteil darstellt, denn durch die Offenbarung der Gedanken und Erinnerungen der einzelnen Charaktere kann die Geschichte überhaupt erst zu einer solchen Auflösung kommen, wie sie hier vorliegt. Abgesehen davon, ist der Ausdruck durchaus abwechslungsreich. Wiederholungen kommen eher selten vor, z.B. auf Seite 16 mit „Fluss“ und „Himmel“.

Idee und Kreativität

Die Konzeption dieses Beitrags ist äußerst interessant. Wir erleben die Ereignisse, die zum Tod von Hannah und Leander geführt haben, durch die Erinnerungen und Gedanken verschiedener Personen und erfahren so Details, die ansonsten wohl unausgesprochen geblieben wären. Auf diese Weise setzt sich nach und nach ein recht komplexes Puzzle zusammen, was zu enormer Spannung führt.

Weiterhin fließen auch Mystery- und Fantasy-Elemente mit ein. Dies geschieht auf eine sehr geschickte Weise, fast wie beiläufig. So wird man bei der zweiten Erwähnung der Flöte auf Seite 5 unten schon hellhörig. Und auf Seite 6 wird es dann durch die prophezeite Heirat in der Zukunft richtig unheimlich. Das Ende mit den Vögeln und ihrem Wunsch nach Musik ist sehr liebenswert.

Aber da ist noch mehr: Der Unfall – am Anfang erscheint er ja als solcher, ist in Wirklichkeit gar keiner. Ganze drei Täter offenbaren im Laufe der Geschichte ihre Anschlagspläne. Das ist eine ungewöhnliche wie auch clevere Idee. Dass der dritte Täter gar nicht geschnappt wird, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Insgesamt bietet dieser Beitrag also eine verblüffend reichhaltige Sammlung erstaunlicher Einfälle und ist somit ein kreativer Glücksgriff.

Persönliches Fazit

Inhaltlich bin ich äußerst angetan von dieser Geschichte. Sie ist extrem spannend, ausgeklügelt, manchmal sehr unheimlich und am Ende wunderschön. Dagegen hadere ich ein bisschen mit der nicht immer ganz korrekten Ausarbeitung. Ein Lektorat im Vorfeld hätte da nicht geschadet.

Der Beitrag erreicht Platz 3, da er von allen Teilnehmern die komplexeste Handlung bietet. Drei vermeintliche Mörder, drei Motive, drei Mordpläne und am Schluss ist doch alles völlig anders. Der Text glänzt durch ein maximales Ausmaß an Kreativität und ist auch noch enorm spannend. Wären die Versäumnisse bei Rechtschreibung und Grammatik nicht gewesen, hätte es für Platz 1 gereicht.

Unser neuer Zwischenstand:

Verdacht auf Mord– 4 Punkte

Villa Freyheit – 3 Punkte

Akkurat verpackt – 3 Punkte

Verzeih mir – 2 Punkte

Verlorene Seelen – 2 Punkte

Blind Date –  2 Punkte

Point of no return – 1 Punkt

Tatort Disco – 1 Punkt