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Heute ist Coming-Out-Day!

„Manche Männer lieben Männer, Manche Frauen eben Frauen
Da gibt’s nichts zu bedauern und nichts zu staunen
Das ist genau so normal wie Kaugummi kauen
Doch die meisten werden sich das niemals trauen“

Diese Zeile aus dem Lied „Männer und Frauen“ der deutschen Erfolgsband „die Ärzte“ fasst es gut zusammen: ob man Männer oder nun doch Frauen liebt ist total egal. Die Hauptsache ist, dass man sich für seine Gefühle nicht schämen und diese auch nicht verstecken sollte.

Leider haben noch viele homosexuelle Menschen Bedenken, sich zu outen aus der Angst heraus, dann nicht mehr von Familie und Freunden akzeptiert zu werden.  Aus diesem Grund haben verschiedene Homosexuellenorganisationen den heutigen 11. Oktober zum Coming-Out Day ernannt. Seit 1987 möchten sie so diejenigen ermutigen, die bisher noch nicht den Mut gefunden haben, sich zu ihrer sexuellen Orientierung zu bekennen. Ein Aufruf also an alle, die es schon lange hinter sich bringen wollten: fasst euch ein Herz und macht es gleich heute!

Das Thema Homosexualität und Coming-Out beschäftigt auch viele unserer BookRix-Autoren. Es gibt verschiedene Bücher zu dem Thema. Zwei davon möchten wir euch gerne vorstellen:

" Wirklich wundervoller Stil "

Das erste Buch stammt aus der Feder unserer Erfolgsautorin Bonnyb, die für ihre Werke auf BookRix von den Lesern bereits mit fast 11.000 Herzen belohnt wurde. In ihrem Buch „Septembersturm…“ beschreibt sie die verwirrenden Gefühle eines Mannes, der sich nach jahrelanger Beziehung mit einer Frau plötzlich zu einem anderen Mann hingezogen fühlt…:

„Der Vagabund Jasper und sein Hund Boy wirbeln wie ein Sturm in das geordnete Leben des Innenarchitekten Tom Burghard und bringen es gehörig durcheinander. Wie geht Tom damit um das er Jasper plötzlich nicht mehr missen möchte? Toms Herz schlägt ein paar Takte schneller, wenn er in Jaspers grünen Augen schaut.“

" An Humor wurde nicht gespart "

Das zweite Buch, das wir euch ans Herz legen möchten, hat den TitelStupid Life“ von mikemcqueen. Das autobiographische Buch beschreibt unter anderem, wie es zum Outing des schwulen Autors kam und wie seine Familie darauf reagierte…:

„Als ich das Licht der Welt erblickte, hätte ich mir bestimmt nie ausgemalt was auf mich zukommt. Gnadenlos böse und unverschämt direkt eröffne ich Einblicke in mein Leben zwischen der frühen Jugend und Anfang der 20er.
Von Terror den Lehrer über sich ergehen lassen müssen, über das Outing als Homosexueller bis hin zu familiären Krisen, die für Außenstehenden nicht sichtbar sind
.“

Let’s talk about sex oder so

Homo, na und?

Anlässlich des heutigen „Internationalen Tages gegen Homophobie“ möchten auch wir von BookRix zu mehr Akzeptanz aufrufen. In rund 70 Ländern steht Homosexualität noch heute unter Strafe, teilweise droht den „Schuldigen“ gar der Tod. Wenn nicht durch Gesetzesvertreter, dann durch aufgebrachte Mitbürger, denn in manchen Teilen der Erde werden regelrechte Schwulenjagden betrieben. Im Speziellen betrifft das vor allem Länder im arabischen Raum, in Osteuropa und Afrika. Man möchte gar nicht glauben, dass z.B. in Jamaica (das wir Westeuropäer gerne zu einem traumhaften Urlaubsziel verklären: Sonne, Strand, Bob Marley und vielleicht ein kleiner Joint…ihr wisst schon) öffentlich zur Jagd und Tötung von Homosexuellen aufgerufen wird. Und zwar nicht etwa durch ultrarechte Außenseiter, sondern durch Stars der dortigen Ragga- und Dancehall-Musikszene. Wie das die dortige Jugend und ihre Einstellung gegenüber Homosexualität prägt, brauche ich wohl nicht näher erläutern. Da hier eine ganze Generation zur Homophobie erzogen wird, dürfte sich das Problem nicht so schnell lösen lassen.
Doch auch wenn man weitläufig der Meinung ist, das Vorurteile und Abneigung gegen Menschen anderer sexueller Orientierung, zumindest in Westeuropa, endgültig der Vergangenheit angehören sollten – auch in unserem ach so toleranten, demokratischen Land ist Homophobie noch stark verbreitet. Das reicht von scheinbar harmlosen Schwulenwitzen über abfällige Bemerkungen bis hin zu offen gezeigter Abneigung und direkter Anfeindung von Homosexuellen.
Sehr spannend finde ich folgendes Phänomen, da es aufzeigt, dass vor allem viele heterosexuelle Männer unterschwellig häufig ein Problem im Umgang mit Homosexualität, ja gar im Umgang mit anderen heterosexuellen Männern haben. Anscheinend ist die Angst davor, selber für homosexuell gehalten zu werden, weit verbreitet. Eine enge Umarmung zur Begrüßung unter Bekannten, oder gar ein Küsschen unter Männern ist für viele „Kerle“ schon „total schwul“. Hallo! Wer sich seiner eigenen sexuellen Identität bewusst ist, braucht doch keine Angst vor einer freundschaftlichen Umarmung unter Männern zu haben! Hierbei geht es wie gesagt nicht direkt um die Abneigung gegenüber Homosexuellen, sondern vielmehr um die Angst, dass andere einen selbst für schwul halten könnten! Und doch steckt darin eine gewisse Abneigung, denn was wäre denn so schlimm daran, wenn jemand anderes denkt ich wäre schwul? Ihr merkt worauf ich hinaus will.
Zum Schluss noch mal den Bogen zum Anlass dieses Beitrags: Warum ist jetzt ausgerechnet am 17.Mai „Internationaler Tag gegen Homophobie“? Traurig aber war: erst am 17.Mai 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten. Allein diese Tatsache zeigt, dass noch ein langer Weg vor uns liegt!