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SERAPH 2012:

Die Longlist steht fest!

Bis Mitte Dezember 2011 hatten Verlage Zeit, um ihre Bücher der Akademie zuzusenden.
Aus den über 80 Einsendungen der mehr als 30 Verlage, die sowohl aus Deutschland und Österreich, als auch aus der Schweiz kommen, erstellte die Jury nun eine sogenannte „Longlist“. 16 Titel schafften es hierbei auf die „Bestes Buch“ – Liste, immerhin 7 dürfen um den Platz als „Bestes Debüt“ ringen.
Nun startet ein zweiter Durchgang, in dem die Jury eine Shortlist aus 5, bzw. 3 Titeln zusammenstellen wird. Der endgültige Gewinner wird am 15.03.2012 auf der Leipziger Buchmesse gekürt. Welche Bücher den heißbegehrten Platz auf einer der Listen bekommen haben, seht ihr hier:

Longlist des SERAPH 2012 „Bestes Buch“
Aster, Christian von: Der letzte Schattenschnitzer (Klett-Cotta)
Blazon, Nina: Zweilicht (cbt)
Dierssen, Oliver: Fausto (Heyne)
Hammerschmitt, Marcus: Azureus & Pygmalion (Sauerländer)
Heitz, Markus: Vernichtender Hass. Die Legenden der Albae: Vernichtender Hass (Piper)
Hennen, Bernhard: Die Drachenelfen (Heyne)
Isau, Ralf: Die zerbrochene Welt (Piper)
Kern, Claudia: Sissi, die Vampirjägerin (Panini)
Koch, Boris: Das Verlies der Stürme. Drachenflüsterer 3 (Heyne)
Lode, Christoph: Stadt der Seelen/Phoenixfeuer. Pandaemonia 2/3 (Goldmann)
Marrak, Michael: Black Prophecy. Gambit (Panini)
Marzi, Christoph: Memory. Stadt der Träume (Arena)
Meissner, Tobias: Die Soldaten (Piper)
Meyer, Kai: Arkadien fällt (Carlsen)
Perplies, Bernd: In den Abgrund. Magierdämmerung 3 (Egmont Lyx)
Ruebenstrunk, Gerd: Das Wörterbuch des Viktor Vau (Piper)

Longlist des SERAPH 2012 „Bestes Debüt“
Corzilius, Thilo: Ravinia (Piper)
Elbel, Thomas: Asylon (Piper)
Günak, Kristina: Eine Hexe zum Verlieben (Ubooks)
Magister, Jürgen: Katharsia (Dresdner Buchverlag)
Marewski, Nina Maria: Die Moldau im Schrank (Bilger Verlag)
Rossel, Ursula Timea: Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz (Bilger Verlag)
Siegmann, Claudia: Die Nacht, als die Piraten kamen (dtv)

Anfang Februar werden jedoch schon die Shortlists bekannt gegeben.
Momentan wird der Award aufwendig angefertigt. Die Bilder dazu wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Wer mehr über den SERAPH erfahren möchte, der kann die Phantastische Akademie gerne auf ihrer Facebook-Seite besuchen. Einfach HIER klicken.

Wir freuen uns schon auf die Shortlist und sind sehr gespannt auf den Gewinner!

Interview:

Oliver Graute stellt sich unseren Fragen.

Vor einiger Zeit haben wir euch schon mal vom SERAPH, einem Jury-Preis, der für Fantasy-Werke verliehen wird berichtet. BookRix ist von der Idee, die hinter dem SERAPH steht total begeistert. Deshalb haben wir diese Woche ein kleines Interview, zu dem begehrten Award mit Oliver Graute, Mitbegründer der Phantastischen Akademie  e.V. und Mitinhaber im Feder & Schwert-Verlag geführt, das wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten.

Lieber Oliver,

danke dass Du Dir Zeit genommen hast uns ein paar Fragen, die uns unter den Nägeln brennen zum SERAPH zu beantworten.

Manche Leute kennen den SERAPH vielleicht noch nicht, kannst Du uns kurz erklären, was der SERAPH eigentlich ist?

Der SERAPH ist ein Literaturpreis für Phantastik im deutschsprachigen Raum, also Deutschland, Österreich und Schweiz. Er prämiert zum einen den besten phantastische Roman des zurückliegenden Jahres und das beste phantastische Debüt. Letzteres ist mit einem Förderpreis dotiert, der den Jungautor finanziell unterstützen soll. Im besten Fall nutzt er das Geld zur Weiterbildung, das würden wir uns wünschen.

Warum hast Du den SERAPH ins Leben gerufen?

Eigentlich sollte man so etwas nicht sagen, aber er ist aus Ärger und Frustration geboren. Seit Jahren wird Phantastik (dazu zählen wir Fantasy, Horror und Science Fiction) von klassischen Literaturpreisen Ignoriert und als Schund verschmäht. Dieses Vorurteil muss ausgeräumt werden und das Genre muss eine Plattform bekommen, um sich zum einen selbst zu feiern und so mehr Selbstbewusstsein zu erhalten, und zum anderen der breiten Masse zu zeigen, dass Phantastik nicht mit Schundliteratur gleichzusetzen ist. Da es bislang nur ähnliche Preise gibt, die jedoch entweder niemand außerhalb der Szene wahrnimmt oder die stark durch Manipulation der Abstimmungsergebnisse von außen beeinflusst werden können, war mir wichtig einen Preis zu schaffen, der die literarische Qualität der Werke in den Vordergrund stellt.
Nachdem dieser Entschluss gefasst war, habe ich in der Literaturagentur Schmidt & Abrahams und der Marketingagentur WerkZeugs gleichgesinnte Mitstreiter gefunden, die sowohl das Know-how mitbringen als auch die gleiche Notwendigkeit verspüren, dem Genre unter die Arme zu greifen.

Obwohl Fantasy ein wirtschaftsstarkes Genre ist, hat es einen schlechten Ruf. Kannst Du Dir erklären, woran das liegt?

Das hat sicherlich viele Gründe. Zum einen behandelt das Genre Themen, die einem konservativen Publikum suspekt sind. Ich rede hier von Magie, fremden Göttern und sonderbaren Wesen, wie Dämonen, Drachen und andere Fabelwesen. Vor zehn Jahren wurde man für die Verbreitung solcher Inhalte noch als Satanist beschimpft, und das ist kein Witz, ich habe es selber mehr als einmal erlebt. Die Menschen haben Angst vor allem, was sie nicht kennen und reagieren gerade bei den eigenen Kindern leicht hysterisch, wenn sie befürchten müssen, ihr Sprössling würde da in etwas reingezogen, das sie selber nicht verstehen. Daher muss es etwas Schlechtes sein.
Dann kommt noch dazu, dass viele phantastische Werke ihren Ursprung in Heftchenromanbereich haben, der seit jeher bei klassischen Literaten als Schundliteratur tituliert wird. Perry Rhodan kann sicherlich ein Lied davon singen. Da wir in Deutschland gerne zum Schubladendenken neigen, ist automatisch diese Lade gefüllt und nie ordentlich aufgeräumt worden, um bei dem Bild zu bleiben. Man kann über Harry Potter wirklich denken was man will, aber eines steht fest, mit diesen Büchern hielt Phantastik Einzug in die Wohnzimmer der Otto-Normalverbraucher. Das hat ganz viel bewegt und dafür bin ich dankbar.
Die Vertreter und Verfechter klassischer Literatur führen gerne ins Feld, dass Genreliteratur – und hier meine ich ausnahmsweise mal nicht ausschließlich Phantastik – minderwertig sei. Viele Bücher seien unlesbar und 90% schlecht geschrieben. Dazu kann ich nur sagen: ja, stimmt, aber 90% aller Bücher sind schlecht geschrieben und das wird gerne vergessen, wenn man auf den anderen mit dem Finger zeigt. Erfolgsromane sind nicht automatisch gut und gute Romane nicht automatisch ein Erfolg, soviel steht fest.

Warum bewegst Du Dich im Bereich „Fantasy“?

Als Verleger eines Verlages mit Hauptschwerpunkt Phantastik liegt das nahe. Feder&Schwert ist seit über zwei Jahrzehnten in Sachen Phantastik unterwegs. Zunächst als reiner Rollenspielverlag heute als reiner Belletristikverlag mit gelegentlichen Ausflügen auf gewohnte Pfade. Vor 20 Jahren kannte im Grunde niemand Fantasy und man hatte es wirklich schwer „normalen“ Menschen zu erklären, dass man kein Spinner war. Harry Potter und der Herr der Ringe haben Vieles leichter gemacht. Insbesondere seit der epischen Verfilmung des Stoffs. Fantasy ist im Mainstream angekommen und man muss sich nicht schämen, wenn man im Zug einen phantastischen Roman liest. Es ist beinahe normal geworden. Doch bevor ich aus meiner Leidenschaft einen Beruf gemacht habe, hing mein Herz schon an allem, was irgendwie nicht von dieser Welt war. Ob nun Historienfilme oder Jules Verne, alles hat mich fasziniert.

War die Beteiligung am SERAPH so wie Du erwartet hattest?

Ehrlich gesagt war sie deutlich höher als erwartet. Wir scheinen bei den Verlagen einen Nerv getroffen zu haben. Ein wenig macht es den Eindruck, viele haben nur genau darauf gewartet. Das bestätigt uns in unserer Arbeit.

Wie wird denn der Gewinner des Awards ermittelt?

Es gibt einen klassischen Stufenplan. Eine Jury bestimmt den Preis durch Abgabe von Punktewertungen. Wer die meisten Punkte bekommt, ist automatisch Sieger. Die beiden Kategorien Bester Roman und Bestes Debüt werden dabei getrennt behandelt. Aus allen Einsendungen wird so erst einmal eine sogenannte Longlist erstellt, die die Spreu vom Weizen trennen soll.
Danach wird aus dieser Longslist eine Shortlist herausgebildet, die die 5 besten Bücher aller Einsendungen abbildet. Wer es erst einmal soweit geschafft hat, der hat im Grunde unserer Ansicht nach bereits gewonnen, auch, wenn es nur unsere Anerkennung ist. Die fünf letzten Titel gehen erneut ins Rennen und werden wieder abgestimmt. Das Ergebnis bringt schließlich den Gewinner hervor und es wird solange diskutiert, gepunktet und gewertet, bis ein klares Ergebnis vorliegt.

Wer sitzt in der Jury?

Wie bereits gesagt, wir haben eine große Jury gecastet, wie man auf Neudeutsch sagt. Uns war wichtig, dass nicht der Autor oder die Autorin mit den meisten Freunden in Social-Media-Plattformen gewinnt, sondern der oder die, mit dem besten Werk. Natürlich ist es schwierig objektiv zu sein, wenn es um Geschmack geht, aber es geht eben nicht nur um Geschmack, sondern auch um Handwerk und Talent. Deswegen haben wir eine sehr unterschiedliche und große Jury gewählt, die gemeinsam jede Menge Kompetenz hat. Journalisten, Lektoren, Literaturwissenschaftler aber auch ein Leserjuror, der diesen Jokerplatz gewinnen konnte, machen die Jury unserer Ansicht nach unbestechlich und aussagekräftig

Wie legt ihr fest, wer zum SERAPH nominiert wird und wer final den begehrten Preis erhalten wird?

Zunächst einmal kann jeder Titel mitmachen, der im fraglichen Jahr bei einem regelgerechten Verlag erschienen ist. Ausgeschlossen sind Druckkostenzuschussverlage oder reine E-Books. Diese Vorgehensweise schützt uns davor, mit Einsendungen minderer Qualität überhäuft zu werden. Es zeugt zunächst schon einmal von einer zumindest durchschnittlichen Qualität, wenn ein professioneller Verlag sich entschließt ein Buch zu veröffentlichen, und bevor jetzt ein Aufschrei Tausender durch das Internet rast, ich möchte damit nicht gesagt haben, dass es nicht Romane von Autoren gibt, die literarisch hochstehend sind, aber dennoch aus irgendwelchen obskuren marketingtechnischen Gründen nicht veröffentlicht werden. Diese jedoch aus einer unüberschaubaren Menge von weniger Wertvollen herauszusuchen, ist wie die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.

Wann und wie wird denn der Gewinner bekanntgegeben?

Die offizielle Bekanntgabe der Gewinner findet anlässlich der Leipziger Buchmesse treffenderweise auf der Fantasy-Leseinsel statt. Bis dahin werden wir jedoch noch die Long- und Shortlist veröffentlichen, um alle Interessierten über den Stand der Dinge auf dem Laufenden zu halten. Ein genaues Datum und Uhrzeit werden wir bald bekanntgeben.

Wir möchten uns noch einmal bei Oliver Graute für seine Zeit bedanken und werden euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten wie es mit dem SERAPH weitergeht. Hoffentlich seid ihr genauso gespannt wie wir.