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Rezension zu „Die Totenweberin“ von Melpomene

Die klebrige Art zu sterben

Buchcover Melpomene "Die Totenweberin"Mal wieder geht es hier im Blog um Mord. Die Autorin „Melpomene“ beschreibt einen solchen in ihrem Text „Die Totenweberin“.

Ludwig hat seine Frau Carlotta kräftig satt, da sie ihn stets demütigt. Was liegt da näher, als die Angetraute mit ihren eigenen Waffen zu schlagen? Da er weiß, dass sie ungefragt seine Post öffnet, beschließt er daher, sich ein ganz besonderes Päckchen schicken zu lassen. Darin sitzt nichts weniger Kribbelndes als eine tellergroße Spinne der Spezies Totenweberin. Die so geschnürte biologische Paketbomde entfaltet auch prompt und diskret ihre Wirkung. Carlotta sinkt vor Schreck danieder und tut fortan keinen Mucks mehr.

Während der von Ludwig herbeigerufene Notarzt noch den Exitus durch Herzversagen diagnostiziert, plagen den frischgebackenen Witwer schon ganz andere Sorgen: Das achtbeinige Mordinstrument hat sich nach erfolgreicher Tat aus dem Staub gemacht. So durchsucht Ludwig bis zum Abend die gesamte Wohnung, ohne fündig zu werden. Erschöpft legt er sich zur Ruhe. Doch die Totenweberin ist noch immer in seiner Nähe.

Melpomene bietet uns mit ihrem Text einen schaurig-schönen Mix aus Horror und Satire. Ihr Schreibstil ist grundsolide und gibt kaum Anlass zur Klage. Die Handlung wird sehr anschaulich wiedergegeben und erscheint gut ausgearbeitet. Das Ende ist ebenfalls gelungen, wird aber hier nicht vorweggenommen.

Wer sich nicht zu sehr vor Spinnen fürchtet, sollte sich „Die Totenweberin“ in einer dunklen Stunde zu Gemüte führen.