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Rezension zum Selfpublishing-eBook „Goldhort“ von Susanne Scharnbeck

„Und ich arbeite weiter daran, eines Tages die vollkommene und perfekte Bratkartoffel herzustellen.“

Diese hehre Absicht hegt der Nachbar von Kira, der Hauptfigur des Mystery-ThrillersGoldhort“. Das ist zugegebenermaßen eine unkonventionelle Überschrift für die Rezension zu einem literarischen Werk, doch man muss zu auffallenden Mitteln greifen, wenn man ein Buch vorstellen möchte, das von einer Aura des Außergewöhnlichen umgeben ist. Seine Autorin heißt Susanne Scharnbeck und ist erst seit Kurzen auf BookRix vertreten. Ihr hiesiges Erstlingswerk ist ein wahrer Schatz, und das nicht nur wegen seines Titels. Deshalb findet derzeit auch eine Verlosung zu diesem Roman statt. Den Link dazu findet Ihr direkt beim Buch.

Buchcover Susanne Scharnbeck - "Goldhort"Doch zunächst zurück zu Kira, der Heldin der Geschichte: Sie ist gerade damit beschäftigt, ihre kleine Wohnung im Obergeschoss eines Mietshauses zu renovieren. Bei den diversen Ausbesserungsarbeiten stößt sie immer wieder auf leicht merkwürdige Vorkommnisse. So entdeckt sie im Mauerwerk eine alte Puppe, die sie auffälligerweise an einen lebenden Bekannten erinnert. Außerdem bilden sich dunkle Flecke an einer frisch gestrichenen Wand. Und schließlich lernt sie ihren Nachbarn Klaus kennen, der ihr eine traurige Geschichte über seine vermisste Lebensgefährtin erzählt. Kira überfordert diese Häufung von Absonderlichkeiten, sodass sie bei ihrer besten Freundin Christine Rat sucht. Sie muss nun ein äußerst rätselhaftes Puzzle von Ereignissen zusammensetzen.

Der Schreibstil der Autorin kommt sehr erfrischend rüber, ist abwechslungsreich und der jeweiligen Situation gut angepasst, mal heiter bis satirisch, dann wieder nachdenklich mit viel Sinn für das erzählerische Detail, jedoch stets kurzweilig, ohne zu unterfordern. Fehler sind nur äußerst selten zu entdecken und wenn, dann der Flüchtigkeit geschuldet.

Besonders gefallen haben mir die zahlreichen Perspektivwechsel, die manchmal sehr überraschend erfolgen, aber stets deutlich als solche gekennzeichnet sind, wofür teilweise sogar die Kategorie Tempus ganz raffiniert eingesetzt wird. Die unterschiedlichen Handlungsstränge verbinden sich erst nach und nach zu einem größeren Ganzen, was für wohlige und anhaltende Spannung beim Lesen sorgt. „Überraschend“ ist dabei ein gutes Stichwort, denn vorhersehbar ist hier so gut wie nichts. Gerade wenn man zu ahnen glaubt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt, geschieht wieder etwas völlig Unerwartetes. Von all dem möchte ich hier nicht zu viel verraten, aber man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass man einen „Mystery-Thriller“ liest. Diesem Anspruch wird das Buch in jedem Falle gerecht.

Goldhort“ beweist, dass man fesselnde Geschichten abseits ausgetretener Pfade schreiben kann. Für den Download des gesamten eBooks 3,99€ zu verlangen, kann man daher durchaus als „selbstlos“ bezeichnen, denn das Doppelte wäre sicher mehr als angemessen. Wer einen Roman sucht, von welchem er fortwährend in Atem gehalten wird, sollte nicht zögern und „Goldhort“ lesen. Das Buch wird sicherlich auch jenen besonders zusagen, die gepflegten Ausdruck und wohldurchdachte Handlungsabläufe bevorzugen. Aber auch die Fans von Krimis, Gruselgeschichten und Fantasy werden es lieben. Bleibt zu hoffen, dass Susanne Scharnbeck möglichst bald noch mehr ihrer Werke auf der Selfpublishing-Plattform BookRix veröffentlicht.