Schlagwort-Archive: T. Spreemann

Rezension zu „Trügerisches Spiel“:

Aufwühlende Prosa von Spreemann.

Mal wieder ist es an der Zeit, einen literarischen Schatz zu heben, T. Spreemanns „Trügerisches Spiel“. Dabei handelt es sich um eine außergewöhnliche Kurzgeschichte. Sowohl sprachlicher Ausdruck wie auch Plot sind beeindruckend. Da wird ein dunkles, bedrohliches Szenario eindrucksvoll geschildert, wobei man sich während des Lesens selbst in der tragischen und völlig aufwühlenden Handlung gefangen fühlt. Die Emotionen des Protagonisten wirken überaus erdrückend, und so beginnen nach dem offenen Ende die eigenen Gedanken unweigerlich zu kreisen, was nun wohl geschehen wird.
Sprachlich ist der Text auch deshalb so gut geglückt, weil T. Spreemann – wie er selbst schreibt – „bei den großen Schriftstellern der Vergangenheit und Gegenwart in die Lehre“ geht. Das Ergebnis läßt bei „Trügerisches Spiel“ keinen Zweifel daran aufkommen, daß er dieses Unterfangen ernsthaft betreibt. Zwar wirken manche Satzkonstrukte ein wenig zu komplex, und das ein oder andere Partizip hätte auch gerne eine finite Verbform werden dürfen, aber insgesamt kann „Trügerisches Spiel“ als eine rundum gelungene Kurzgeschichte bezeichnet werden.