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Rezension zu „Irgendwas ist immer – Mein Tag-e-Buch“ von Michael Meisheit

„Soll ich dir mal den Quellcode für die Welt mailen?“

Es ist immer ein Vergnügen im wörtlichen Sinne, ein Buch der Gattung „Humor“ vorzustellen. Dasjenige, um das es heute geht, trägt den Titel „Irgendwas ist immer – Mein Tag-e-Buch“ und stammt vom Autor Michael Meisheit. Vielleicht wird sich der ein oder andere Leser sagen, dass bei dem Namen Meisheit etwas „klingle“. Wenn ja, dann „klingelt“ es richtig, denn Michael Meisheit ist kein ganz unbeschriebenes Blatt, sondern Drehbuchautor unter anderem bei der Serie „Lindenstraße“. Da wird man natürlich neugierig. Also habe ich mir sein „Tag-e-Buch“ angeschaut.

Irgendwas ist immer“ besteht aus 37 Kapiteln plus einem Vorwort, in dem kurz erläutert wird, wie die einzelnen Texte entstanden sind. Das Werk ist nämlich ein Sammelband von öffentlichen Blogbeiträgen, die der Autor auf dem Portal jetzt.de erstellt hat. Seine Favoriten hat er hier in Buchform zusammengetragen. Einige davon sind Prosatexte, andere Zwiegespräche, die er zumeist mit bestimmten übernatürlichen Wesenheiten oder Gottheiten führt.

Buchcover Michael Meisheit - "Irgendwas ist immer - Mein Tag-e-Buch"So besucht er beispielsweise in „Neulich auf dem Liebesamt“ als Antragssteller eine imaginäre Partnervermittlungsbehörde, auf der kein Geringerer als Amor die ausgefüllten Formulare entgegennimmt. Das Ganze hat dann später im Kapitel „Amor in Not“ noch eine ulkige Fortsetzung.

Ein anderes Mal fragt ihn Gott höchstpersönlich, ob er nicht vielleicht einen Tag lang auf sein neustes Universum aufpassen möchte. Hieraus entstammt auch die Überschrift zu dieser Rezension, denn Gott will die Angelegenheit schnell erledigt wissen.

Besonders gefallen hat mir der Text „Kannst Du mein Monster halten“, in welchem der Autor zusammen mit seinem schlechten Gewissen eine Paartherapie aufsucht, da er sich von letzterem trennen will. Das Gewissen nimmt seinen Job aber sehr ernst, lässt sich nicht abschütteln und knöpft sich am Ende sogar den Psychologen vor.

Das ergibt recht skurrile Unterhaltungen, die meistens sehr amüsant und satirisch wirken, dann und wann aber auch ein wenig nachdenklich stimmen, vor allem, wenn es um das Thema Internetkommunikation geht.

Was die Ausarbeitung der Texte anbelangt, gibt es überhaupt keinen Grund zur Klage. Von der Rechtschreibung über die Grammatik bis hin zum Ausdruck passt alles. Das gesamte eBook ist in einem vorbildlichen Zustand. Der Unterhaltungswert ist hoch und praktisch ist, dass die einzelnen Kapitel kurz und knackig ausgefallen sind. Somit kann man das Buch immer wieder hernehmen, wenn man Zeit und Lust für eine fröhliche Episode hat.

Ebenso erfreulich schaut der Preis aus. 0,99€ sind ja beinahe geschenkt, wenn man Form und Inhalt betrachtet. Wer anspruchsvollen Wortwitz mag, ist hier absolut richtig. Das Buch ist kurzweilig und unterhaltsam und bietet recht kreative Einfälle. Was will man mehr? Unbedingt reinlesen!

Tag des Tagebuchs

Erinnerungen festhalten und auf BookRix damit punkten

Kennt ihr das auch? Ihr lest Jahre nach dem letzten Eintrag euer damals heiß geliebtes Tagebuch -etwa aus Schulzeiten – und erlebt dabei ein Wechselbad der Gefühle. Zum einen empfindet man oftmals zunächst etwas Scham (für die blauäugigen bzw. äußerst radikalen, jugendlichen Ansichten) dicht gefolgt von Sentimentalität (bei Erinnerungen an die „gute alte Zeit“, die durch das Lesen wieder geweckt werden) und Freude (darüber, dass man sich damals die Mühe gemacht hat, all die tollen Erlebnisse aufs Papier zu bringen).

In einem Tagebuch werden Erlebnisse, Gefühle, Träume und Wünsche festgehalten und so kann es sogar eine heilende Wirkung haben, da sich negative Erlebnisse dadurch nachgewiesenermaßen besser verarbeiten lassen. Eine tolle Art der Selbstherapie also. So war es wohl auch bei einer der berühmtesten Tagebuch-Autorinnen aller Zeiten – Anne Frank. Sie berichtet in schriftlicher Form einer imaginären Freundin („Liebe Kitty…“) über ihr Leben, das sie auf einem Amsterdamer Dachboden und unter ständiger Angst vor den Nationalsozialisten, fristen musste.  Dieses Tagebuch, das nach dem Krieg von Anne Franks Vater veröffentlicht worden war, wurde in kürzester Zeit zu einem Bestseller und hat sich zu einem Stück Weltliteratur gemausert. Der 12. Juni wurde ihr zu Ehren zum Tag des Tagebuchs ernannt – denn heute wäre ihr 83. Geburtstag gewesen. Durch diesen Tag sollen Menschen dazu ermuntert werden, ihr Leben schriftlich aufzuzeichnen. Tagebuchschreiben ist übrigens moderner denn je, auch wenn es heute etwas anders aussieht, als früher. Denn in Zeiten von Blogs, Homepages,  Facebook und Twitter, gibt es viele Menschen, die ihre Erlebnisse festhalten – und diese auch gleichzeitig mit anderen Menschen teilen.

Auch auf BookRix gibt es die Möglichkeit, mit euren niedergeschriebenen Erfahrungen zu punkten. Bei uns gibt es nämlich die Gruppe „Biographisches“, auf der monatlich der „Dear Diary“ Wettbewerb stattfindet. Dabei geht es um das Interesse an Gelebtem, darum seine persönliche Erfahrung weiter zu geben und die der anderen zu lesen. Schaut doch mal vorbei und macht mit.