Schlagwort-Archiv: Thriller

Rezension zu „Maeves Grab“ von Pia Recht

„Pat warf ihm einen Blick zu, bei dem Milch sauer geworden wäre …“

Irland, die grüne Insel, ist nicht ohne Grund bekannt für angenehme Musik und mystische Geschichten. So ist es auch zu einer Quelle der Inspiration geworden, aus der viele Autoren gerne schöpfen. Auch Pia Recht, die sich im Netz sinnigerweise „Dubliner Tinte“ nennt, hat ein ausgesprochenes Faible für dieses Land und sein ganz besonderes Flair. Da verwundert es kaum, dass ihr neuer Sammelband „Maeves Grab“ ebenfalls auf der Insel spielt.

Das Werk enthält drei vollständige Romane und somit eine ganze Menge Lesestoff. Die Hauptfigur ist Sorley O’Cearnaigh, ein ehemaliger IRA-Aktivist. Da er nicht mehr für diese Organisation tätig ist, verdingt er sich dann und wann für andere Auftraggeber, die kleinere und größere Probleme zu lösen haben. In „Maeves Grab“ sind es dann eher größere Angelegenheiten, die beileibe nicht ungefährlich sind. So muss Sorley einen Heckenschützen in London ausschalten, in einem abgelegenen Kaff in Irlands Westen eine Zielperson eliminieren, ohne zu wissen, wer der Auftraggeber überhaupt war, und schließlich verhindern, dass sich jemand am Grab einer Feenkönigin zu schaffen macht. Mit von der Partie ist stets Pat Fanning, mit der sich Sorley so gut verstehen könnte, wenn – ja wenn – die beiden nicht eine hingebungsvoll gepflegte Hassliebe verbinden würde.

Wer Irland mag, kommt natürlich von Beginn an auf den Geschmack dieser Geschichten, zeigen sie doch die gesamte Bandbreite irischer Eigenarten, und das ist eben nicht nur das Idyllische und Märchenhafte. Tatsächlich spielen der Nordirlandkonflikt und die durch ihn entstandenen Verletzungen eine bedeutende Rolle in den drei Romanen und somit werden auch die unerfreulichen Seiten der grünen Insel klar angesprochen. Daraus ergibt sich jedoch eine äußerst spannende Mischung, die beim Lesen nicht nur für reichlich Nervenkitzel sorgt, sondern den Geschichten eine unvermutete Tiefe verleiht, durch die man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Gleichzeit verfügt Pia Recht jedoch auch über einen feinen Sinn für Humor und Wortwitz, der immer wieder durchbricht. Man langweilt sich hier also absolut nicht.

Die Ausarbeitung des Werkes ist sehr gut. Sorley und Pat sind Figuren mit Ecken und Kanten und werden mit viel Liebe zum Detail vorgestellt, sodass man sie mag, auch wenn sie mal Mist bauen. Rechtschreibung und Grammatik bieten keinen Grund zur Klage und der Schreibstil der Autorin verfügt über eine deutlich ausgeprägte und sehr angenehme persönliche Note, durch die sich Pia Rechts Texte von der Masse abheben. Besonders eindrucksvoll ist die Genre-Mischung aus Thriller und Fanatsy-Elementen in der Episode „Maeves Grab“ ausgefallen. Hier werden keine ausgetretenen Pfade beschritten, vielmehr entsteht nach und nach eine ganz eigentümliche Stimmung, die man so bei kaum einem anderen Buch wahrnimmt.

Alles in allem ist „Maeves Grab“ eine sehr gute Wahl, wenn man spannende und mitreißende Lektüre sucht. Nicht nur die Fans der grünen Insel werden es genießen. Die drei Romane bieten durch gute Ausgestaltung und charismatische Protagonisten ein ganz besonderes Leseerlebnis. Unbedingt reinschauen!

3.BookRix-Adventsverlosung

Drei eBook-Bestseller zu gewinnen!


Kurz bevor das Christkind der der Weihnachtsmann kommt, gibt es auf BookRix noch einmal Bescherung in Form unserer Adventsverlosungen: Wir verlosen nämlich auch diese Woche drei verschiedene eBooks von Bestellerautoren und das je fünfmal!Zum einen kannst Du drei Bestsellerkrimis in einem eBook-Sammelband gewinnen, denn wir verlosen fünfmal „Die Trilogie des Tötens“ von den Indie-Erfolgsautorenduo B.C. Schiller.

Zum anderen solltest Du die Chance nutzen eine eBook – Ausgabe der Anthologie  „Liebe hoch 5“ zu gewinnen.

Außerdem haben wir noch ein Highlight für alle Fans historischer Zeitreiseromane, denn wir verlosen fünf Exemplare der „Flammenherz-Saga“ von  Petra Röder

Wie kannst Du die eBooks gewinnen?

Einfach auf den Button „Zur Verlosung“ auf der jeweiligen Buchinfosseite oder bei  unseren Adventsverlosungen klicken, die richtige Antwort angeben und ein wenig Glück haben. Die BookRix-Glücksfee gibt die  fünfzehn Gewinner der eBooks am 23.12.2013 bekannt.

Hier geht’s zu den Adventsverlosungen.

Rezension zu „Duft der Angst“ von Susan Mennings

„Sie war eine schöne Leiche.“

Nun gibt es einen Thriller zu bewundern, der sich beinahe unbemerkt auf die Selfpublishing-Plattform BookRix geschlichen hat. „Duft der Angst“ nennt er sich und geschrieben hat ihn Indie-Autorin Susan Mennings. Dass er kein Schattendasein führen sollte, möchte ich Euch mit dieser Rezension zeigen.

Buchcover Susan Mennings - "Duft der Angst"Cora ist Übersetzerin und wohnt in Hamburg. Sie führt ein eher unspektakuläres Leben, bis sie eines Tages in der Kunsthalle den älteren Max kennenlernt, der offenbar einen ähnlichen Geschmack wie sie hat. Die beiden verabreden sich, es folgen intensive Treffen, aus denen eine Affäre wird. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Max fleht sie an, so schnell wie möglich unterzutauchen und die Stadt am besten ganz zu verlassen, da er der Meinung ist, sie wäre in großer Gefahr. Er gibt ihr sogar reichlich Geld mit auf den Weg. Tatsächlich hat sich ein unnachgiebiger Verfolger an ihre Fersen geheftet, der vor nichts zurückschreckt. Ein Wettlauf beginnt, dessen Ausgang vollkommen offen ist.

Duft der Angst“ ist wahrlich nichts für Leute mit schwachen Nerven. Coras Verfolger „tröstet“ sich während seiner Suche nach ihr nämlich mit ein paar anderen Opfern und die Beschreibungen seiner Taten gehen bisweilen ziemlich ins mörderische und perverse Detail. Angesichts dieser grausigen Verbrechen fiebert man förmlich mit Cora mit und hofft, dass sie ihm entwischen kann. Doch auch ohne Zutun des Verfolgers erlebt sie Schlimmes. Die Handlung erzeugt so jede Menge Spannung, in der die kleineren Versehen bei der Rechtschreibung völlig untergehen. Was „Duft der Angst“ aber vor allem von anderen Thrillern abhebt, ist die nichtlineare Anordnung der Szenen. Es finden nämlich stets chronologische Sprünge statt, weiter zurückliegende Ereignisse werden in aktuelle eingeschoben, wobei der rote Faden jedoch immer erhalten bleibt. Durch dieses permanente Vorgreifen und Rückschauen gewinnt die Geschichte sehr viel, wird noch wesentlich bedrohlicher und dynamischer und nimmt den Leser förmlich gefangen. Die Anordnung der einzelnen Bruchstücke ist der Autorin also sehr gut gelungen.

Duft der Angst“ ist ab 18 Jahren freigegeben, was seine Berechtigung hat, da manche Szenen entweder nicht jugendfrei oder aber ziemlich blutig sind. Wen das nicht stört, der bekommt für 2,99€ einen Thriller, der vom ersten bis zum letzten Moment pure Spannung und jede Menge Überraschungen bietet. Für diejenigen, die rasanten Nervenkitzel in Buchform brauchen, ist es die richtige Wahl.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Goldhort“ von Susanne Scharnbeck

„Und ich arbeite weiter daran, eines Tages die vollkommene und perfekte Bratkartoffel herzustellen.“

Diese hehre Absicht hegt der Nachbar von Kira, der Hauptfigur des Mystery-ThrillersGoldhort“. Das ist zugegebenermaßen eine unkonventionelle Überschrift für die Rezension zu einem literarischen Werk, doch man muss zu auffallenden Mitteln greifen, wenn man ein Buch vorstellen möchte, das von einer Aura des Außergewöhnlichen umgeben ist. Seine Autorin heißt Susanne Scharnbeck und ist erst seit Kurzen auf BookRix vertreten. Ihr hiesiges Erstlingswerk ist ein wahrer Schatz, und das nicht nur wegen seines Titels. Deshalb findet derzeit auch eine Verlosung zu diesem Roman statt. Den Link dazu findet Ihr direkt beim Buch.

Buchcover Susanne Scharnbeck - "Goldhort"Doch zunächst zurück zu Kira, der Heldin der Geschichte: Sie ist gerade damit beschäftigt, ihre kleine Wohnung im Obergeschoss eines Mietshauses zu renovieren. Bei den diversen Ausbesserungsarbeiten stößt sie immer wieder auf leicht merkwürdige Vorkommnisse. So entdeckt sie im Mauerwerk eine alte Puppe, die sie auffälligerweise an einen lebenden Bekannten erinnert. Außerdem bilden sich dunkle Flecke an einer frisch gestrichenen Wand. Und schließlich lernt sie ihren Nachbarn Klaus kennen, der ihr eine traurige Geschichte über seine vermisste Lebensgefährtin erzählt. Kira überfordert diese Häufung von Absonderlichkeiten, sodass sie bei ihrer besten Freundin Christine Rat sucht. Sie muss nun ein äußerst rätselhaftes Puzzle von Ereignissen zusammensetzen.

Der Schreibstil der Autorin kommt sehr erfrischend rüber, ist abwechslungsreich und der jeweiligen Situation gut angepasst, mal heiter bis satirisch, dann wieder nachdenklich mit viel Sinn für das erzählerische Detail, jedoch stets kurzweilig, ohne zu unterfordern. Fehler sind nur äußerst selten zu entdecken und wenn, dann der Flüchtigkeit geschuldet.

Besonders gefallen haben mir die zahlreichen Perspektivwechsel, die manchmal sehr überraschend erfolgen, aber stets deutlich als solche gekennzeichnet sind, wofür teilweise sogar die Kategorie Tempus ganz raffiniert eingesetzt wird. Die unterschiedlichen Handlungsstränge verbinden sich erst nach und nach zu einem größeren Ganzen, was für wohlige und anhaltende Spannung beim Lesen sorgt. „Überraschend“ ist dabei ein gutes Stichwort, denn vorhersehbar ist hier so gut wie nichts. Gerade wenn man zu ahnen glaubt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt, geschieht wieder etwas völlig Unerwartetes. Von all dem möchte ich hier nicht zu viel verraten, aber man sollte stets im Hinterkopf behalten, dass man einen „Mystery-Thriller“ liest. Diesem Anspruch wird das Buch in jedem Falle gerecht.

Goldhort“ beweist, dass man fesselnde Geschichten abseits ausgetretener Pfade schreiben kann. Für den Download des gesamten eBooks 3,99€ zu verlangen, kann man daher durchaus als „selbstlos“ bezeichnen, denn das Doppelte wäre sicher mehr als angemessen. Wer einen Roman sucht, von welchem er fortwährend in Atem gehalten wird, sollte nicht zögern und „Goldhort“ lesen. Das Buch wird sicherlich auch jenen besonders zusagen, die gepflegten Ausdruck und wohldurchdachte Handlungsabläufe bevorzugen. Aber auch die Fans von Krimis, Gruselgeschichten und Fantasy werden es lieben. Bleibt zu hoffen, dass Susanne Scharnbeck möglichst bald noch mehr ihrer Werke auf der Selfpublishing-Plattform BookRix veröffentlicht.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Zarin der Vampire: Böse Spiele“ von Tatana Fedorovna

„Soldatin der Rache, Anwältin der Drangsalierten, Zarin der Vampire“

Vor einer Weile habe ich hier im Blog den Horror-Roman „Zarin der Vampire: Blut der Sünde“ vorgestellt, der mich durch seine ungewöhnliche Mischung aus Gruselelementen und historischen Ereignissen sehr beeindruckt hat. Auch der philosophische Aspekt um das Prinzip von Ursache und Wirkung, der im Hintergrund immer wieder dezent auftaucht, übt einen gewissen Reiz aus. Mittlerweile hat die Selfpublishing-Autorin Tatana Fedorovna eine Fortsetzung geschrieben, die nahtlos an die Ereignisse im ersten Teil anknüpft und ebenso blutrünstig und mysteriös ist. Da kann ich einfach nicht widerstehen.

Buchcover Tatana Fedorovna "Zarin der Vampire: Böse Spiele"Zur Erinnerung: Die Hauptfigur des mehrteiligen Romans ist Olga Nikolajewna Romanowa, Tochter des letzten russischen Zaren, die gemeinsam mit ihrer ganzen Familie im Juli 1918 auf grausame Weise ermordet worden ist. Doch kurz zuvor hat sie von ihrer Mutter in weiser Voraussicht ein Fläschchen Vampirblut erhalten und im Angesicht des drohenden Todes auch zu sich genommen. Dieses macht sie unsterblich, aber auch zu einer untoten Blutsaugerin, die sich fortan von menschlichem Lebenssaft ernähren muss. Ihre neue Existenz hat sie der Rache verschrieben. Sie muss zwar töten, aber sie will dies nur bei solchen Opfern tun, die selbst beträchtliche Schuld auf sich geladen haben.

Im Laufe der Zeit hat sich Olga Berlin als Wahlheimat ausgesucht. Sie arbeitet dort für eine Detektei. Diese wird von höchster Stelle für die Aufklärung eines brisanten Falles engagiert und soll mit der Kriminalpolizei kooperieren. So geschieht es, dass Olga mit dem Kommissar Gordon von Mirbach zusammenarbeiten muss. Dieser ist ein Nachfahre des Grafen von Mirbach-Harff, der wiederum mit dem letzten Zaren befreundet gewesen ist. Olga hält diese merkwürdige Fügung keineswegs für einen Zufall.

Blut der Sünde“ endet schließlich mit einer Rückblende zur Mordnacht des Jahres 1918. Wir erfahren auf diese Weise, wie Olgas Verwandlung in einen Vampir vor sich gegangen ist.

Böse Spiele“, Teil 2 der Reihe, setzt die Handlung genau an dieser Stelle fort. Olga kämpft sich verzweifelt und völlig durcheinander aus der umkämpften Stadt Jekaterinburg und versteckt sich im Wald. Doch dort wird sie von einer zwielichtigen Bande entdeckt und gefangen genommen. Die Burschen führen selber nichts Gutes im Schilde, was Olga bald am eigenen Leibe spüren muss.

Auch die Geschehnisse in der Gegenwart werden weitererzählt. Olga und Gordon sind immer noch mit der Aufklärung der Vermisstensache beschäftigt. Konkrete Anhaltspunkte hat der Kommissar nicht, denn er kann ja nicht ahnen, wer da an seiner Seite arbeitet. Doch nach und nach stößt das ungleiche Ermittlerpaar auf vielversprechende Hinweise.

Wie schon bei „Blut der Sünde“ angemerkt, ist auch die Fortsetzung stilistisch äußerst ansprechend ausgefallen. Der sprachliche Ausdruck bewegt sich auf einem sehr hohen, gepflegten Niveau. Durch das sorgfältige Lektorat macht auch die Orthographie einen sehr erfreulichen Eindruck. Ein paar vereinzelte Flüchtigkeitsfehler sind alles, was man bemängeln kann. Inhaltlich zeigt sich „Böse Spiele“ durch das parallel geschilderte Geschehen in Vergangenheit und Gegenwart wiederum sehr abwechslungsreich. Gelegentlich finde ich zwar die Glorifizierung des Adels durch Olga ein wenig zu eindringlich, aber letztlich ist diese Haltung aus dem ihr zugefügten Leid zu erklären und deshalb verständlich. Ein äußerst lobenswerter Umstand ist schließlich noch zu nennen: Das Buch enthält einige farbige Illustrationen der Zeichnerin Anja Uhren, die die Handlung auf ansprechende und einzigartige Weise unterstützen.

Für 2,99€ bekommt man ein Werk, das sich inhaltlich deutlich von anderen Vampirgeschichten abhebt, indem es die beliebten Blutsauger mit historischen Begebenheiten in Verbindung bringt. Da die Geschehnisse rund um den Zarenmord aber teilweise im Verborgenen liegen oder Gegenstand kontroverser wissenschaftlicher Diskussion sind, bedient es auch die Mystery-Schiene mit. Spannung ist somit beinahe im Überfluss vorhanden. Allerdings muss man klar sagen, dass das Buch nicht für eher zartbesaitete Leser geeignet ist, da einige Szenen wirklich blutig oder sogar noch schlimmer enden. Ansonsten kann es empfohlen werden.

Nachtrag: Zum ersten Teil der Reihe, „Zarin der Vampire: Blut der Sünde“ gibt es gegenwärtig eine Verlosung.

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Der Mord ist das Ziel“ von Daniel Hellstern

„Die dunkle Gestalt stand am Heck und hielt die Ruderpinne, die an den Griff einer Sense erinnerte.“

Und wieder wird es kriminell im Blog. Das eBook „Der Mord ist das Ziel“ von Indie-Autor Daniel Hellstern gibt schon mal die Richtung vor. Da ich Krimis mag, bin ich ihr gleich gefolgt und kann sagen, dass hier weit mehr geboten wird als gewöhnlicher Mord und Totschlag.

Buchcover Daniel Hellstern "Der Mord ist das Ziel"Der Sammelband umfasst 17 Kurzgeschichten, in denen stets irgendjemand umkommt. Die Frage ist dann immer, wie genau das vor sich geht oder gegangen ist. Die thematische Bandbreite der Texte ist erstaunlich hoch. Mal befindet man sich in einem verwirrenden Agententhriller, mal geht es eher makaber und humoristisch zu.

Mein Favorit ist „Gnadenlos rosarot“. Der schon etwas betagte Privatdetektiv Gladstone wird eines schönen Tages von der attraktiven Vivian angeheuert, die Affären ihres Ehegatten Mirco aufzudecken. Dieser gibt Esoterikseminare und so kommt Gladstone auf die Idee, selbst an einem solchen teilzunehmen. Doch während des Kurses geschieht das Unfassbare: Der Detektiv macht die Bekanntschaft einer Toten. Zuerst erscheint sie ihm nur im Geiste, aber wenig später stellt sie ihn auf der Toilette zur Rede. Sie will ihn nämlich ebenfalls anheuern, damit er ihre Mörderin dingfest machen kann. Es entwickeln sich ganz amüsante Unterhaltung zwischen den beiden und am Ende wird der Mord auch aufgeklärt, nur nicht so, wie es die Tote eigentlich gewollt hat. Der schwarze Humor, der in dieser Geschichte steckt, ist schwer zu überbieten.

Rache aus dem Jenseits“ geht in eine ähnliche Richtung, nur dass es hier keinen Detektiv gibt. Stattdessen muss der Leser selbst einspringen. Mehr möchte ich jetzt aber nicht verraten!

Der Schreibstil der Geschichten wirkt eigenständig, satirisch und frech einerseits, zum Anderen aber ebenso präzise und ausgefeilt. Der Autor hat offenkundig ein ausgeprägtes Talent für kesse Sprüche. Immer wieder stößt man auch auf völlig ungewöhnliche Formulierungen, die deutlich werden lassen, wie schöpferisch man mit Sprache umgehen kann. Was Rechtschreibung und Grammatik angeht, ist außer sporadischen Flüchtigkeitsversehen alles in Ordnung.

Mit einem Preis von 4,99€ ist das vollständige eBook wirklich ein Schnäppchen. Wo sonst bekommt man 17 so unterschiedliche Geschichten, die sich auf solch einem hohen sprachlichen Niveau bewegen? Das Buch verspricht abwechslungsreichen Lesespaß der besonderen Art, mal gruselig, mal skurril. Was will man mehr? Und für die Liebhaber schwarzen Humors ist es das Sahnhäubchen!

Rezension zum Selfpublishing-eBook „Der schwarze Engel“ von Bina Sparks

„Irgendwie hatte man es geschafft, sie zu blenden.“

Und wieder einmal ist Crime Time im Blog. „Der schwarze Engel“ ist ein Kriminalroman der Indie-Autorin Bina Sparks, den ich mir nun auch endlich vorgenommen und in einem Rutsch verschlungen habe. Das eBook ist als Thriller eingestuft und wird diesem Anspruch auch gerecht.

Buchcover Bina Sparks "Der schwarze Enel"FBI-Agentin Sharon Ang bekommt den Fall einer Wasserleiche übertragen. Genauer gesagt, gibt es sogar zwei Tote, beides junge Frauen, die einen Engelsanhänger um den Hals getragen haben. Außer diesem unscheinbaren Schmuckstück hat Sharon keine Spur, die sie verfolgen könnte. Daher nimmt sie zunächst das soziale Umfeld der Toten in Augenschein und lernt dabei sehr markante Persönlichkeiten kennen. Was sie jedoch nicht ahnt, ist die Tatsache, dass dieser Fall zu einem Verwirrspiel wird, in dem sich Wahrheit und Trug nur noch schwer voneinander trennen lassen.

Die Handlung fliegt wie ein Film vor dem geistigen Auge dahin. Die detaillierten Szenenbeschreibungen und ausführlichen Charakterdarstellungen sorgen dafür, dass das Geschehen gut nachempfunden werden kann. Ebenso ist das Erzähltempo ideal. Was Grammatik und Orthographie betrifft, wird einzig die Zusammenschreibung von Verbalkomposita oftmals nicht beachtet. Ansonsten kommen noch sporadische Flüchtigkeitsfehler vor, diese vor allem bei der Satzstellung und bei den Relativpronomen. Der Ausdruck gibt sich erfreulich vielseitig, zielsicher und lebendig. Der Gesamteindruck ist also ein sehr guter.

Mit einem Preis von 3,99€ für den Download des kompletten eBooks ist „Der schwarze Engel“ vielleicht nicht ganz billig, aber der gute Schreibstil und die durchwegs reichlich vorhandene Spannung sprechen für sich. Zu empfehlen ist es natürlich in erster Linie allen Liebhabern von Krimis. Aber auch wer Nervenkitzel beim Lesen braucht, sollte hier zögern und gleich zugreifen.

Rezension zu „Hinter Türen“ von Anja Ollmert

Ein Blick hinter verschlossene Türen

Die Autorin Anja Ollmert alias „webmaus“ ist schon eine geraume Weile auf BookRix angemeldet und hat uns bereits mit einigen interessanten Geschichten verwöhnt. Nun hat sie unter dem Titel „Hinter Türen“ einen Sammelband erstellt, der schließlich auch den Weg in diese Rezensionsreihe gefunden hat.

Buchcover Anja Ollmert "Hinter Türen"Das Werk enthält insgesamt 23 Kurzgeschichten, wovon eine als „Bonus“ ausgewiesen ist. Die einzelnen Texte sind allesamt recht aussagekräftig und stimmen oft sehr nachdenklich, da sie oftmals menschliche Tragödien beschreiben und auch eine gewisse sozialkritische Note an sich haben. Eine explizite thematische Festlegung gibt es allerdings nicht, wodurch das Buch abwechslungsreich ausfällt. Mal steht eine Person im Mittelpunkt, mal eine Beziehung, die sich durch einen wichtigen Umstand verändert, wobei es sich bisweilen um ein Mordkomplott handeln kann. Besonders hervorheben möchte ich „Moona“ und „Rosemaries Flucht“. „Moona“ schildert das Leid einer jugendlichen Heimbewohnerin, die ihre Eltern in einer Vollmondnacht durch einen Verkehrsunfall verloren hat. Nun fürchtet sie sich vor dem Vollmond und empfindet jedes Mal quälende Angst, wenn er erneut am Firmament erscheint. Stets zieht sie sich dann in ihre Gedankenwelt zurück. Was sie jedoch nicht weiß, ist, dass es nicht der Mond ist, vor dem sie sich fürchten sollte. „Rosemaries Flucht“ behandelt das Thema Armut. Wir lernen eine Protagonistin kennen, in deren Budget jeder Euro fest verplant ist. Sie kann sich nur eine ziemlich einseitige Ernährung leisten. Durch die immer gleichen Rituale ist ihr Dasein trostlos geworden und teilweise sogar zu zwanghaften Handlungsabläufen erstarrt, aus denen sie nicht mehr ausbrechen kann. Erst als etwas geschieht, das ihre Existenz bedroht, kann sie fliehen. Auch die übrigen Texte wissen zu gefallen.

Die Geschichten sind zumeist sehr gut ausgearbeitet. Es kommt zwar ab und an zu Flüchtigkeitsversehen, aber im Großen und Ganzen sind sie erfreulich arm an Fehlern. Auch stilistisch gibt es so gut wie nichts auszusetzen. Anja Ollmert schreibt äußerst flüssig und stimmungsvoll.

Der Preis von 3,99€ für das komplette Buch ist angesichts des qualitativ sehr guten Inhalts und der soliden Ausarbeitung angemessen. Dafür bekommt man eine Sammlung mitreißender Kurzgeschichten, die einen auch noch lange nach dem Lesen beschäftigen. Wer also anspruchsvolle Lektüre mag, ist hier an der richtigen Adresse.

Daniel Briester bei seinem letzten Auftrag

Das große Finale im 8. Teil des Lokalkrimis von Angelika Friedemann

Unsere Autorin Angelika Friedemann (angelika.fr) hat mit Daniel Briester einen Kriminalhauptkommisar ins Leben gerufen, der in und um Hamburg und Bremen für Recht und Ordnung sorgen soll. Dass er dabei nicht nur mit den verschiedensten Abgründen der Gesellschaft konfrontiert wird, sondern dabei immer wieder an seine persönlichen Grenzen stößt, macht ihn zu einem authentischen Protagonisten.

Nachdem Angelika Friedemann bereits sieben Teil der Briester-Reihe erfolgreich auf den Markt gebracht hat und dazu zum Vorteilspreis von 19,49 EUR den Sammelband eben dieser, ist es nun endlich soweit. Das Finale wurde veröffentlicht.

Im achten Teil der Daniel Briester-Reihe „Hass verbindet“ muss er sich ein letztes Mal seiner Vergangenheit stellen.  Begleitet ihn dabei, wie er nach vermeintlich erfolgreicher Bewältigung seiner beruflichen Vergangenheit, nun wieder das Glück oder gerät er in den Strudel, in dem er seit Jahren schwimmt? Ob er dem noch einmal entrinnen kann?

Für alle Freunde des Lokalkrimigenres – Daniel Briester „Hass verbindet“ – der große Showdown – für 3,99 EUR oder wer Daniel Briester von der Pike auf kennenlernen will – den Sammelband mit den sieben vorangegangenen Teilen gibt’s zum Vorzugspreis von 19,49 EUR! Viel Spaß beim Lesen!

“Schauriges Erwachen”

Wenn der Schrecken am Ende der Leitung wartet!

Die Kurzgeschichte „Schauriges Erwachen“ von Autor Thomas alias nightshot hat es in sich, und das in vielerlei Hinsicht. Wir lernen hier eine Protagonistin kennen, die mit erheblichen Widrigkeiten zu kämpfen hat; oft sucht sie ihr Heil im Alkoholkonsum, und ihre Therapeutin, der sie nur wenig praktische Lebenserfahrung zuspricht, versorgt sie mit Pillen, die die Symptome eines unheilvollen Chaos’ in ihrem Kopf annäherungsweise erträglich wirken lassen. Und dann ist da noch dieses ominöse Datum, der 6.6., an den die beiden Jahre zuvor jedes Mal das Telefon geklingelt hatte. Dieses Jahr, so hatte sie beschlossen, würde sie dem Klingeln aber nicht nachgeben.
Thomas verfügt über einen ausgereiften und zielsicheren Erzählstil. Seine Wortwahl ist durchweg gelungen, Wiederholungen und auch sonstige Flüchtigkeitsfehler offenbart der Text nur in äußerst geringen Mengen. Stattdessen werden wir mit greifbaren, mitreißenden Schilderungen verwöhnt, die die Gedanken, die Angst und Unsicherheit der Protagonistin sehr plastisch wiedergeben. Dabei geht Thomas auf verblüffende Weise ins Detail; das zeigt sich beispielsweise beim Versuch der Leidenden, den Anrufbeantworter außer Betrieb zu setzen.
Anzumerken bleibt nur, daß an manchen Stellen statt eines Präteritums ein Plusquamperfekt geeigneter gewesen wäre, wie etwas bei der Schilderung der Ereignisse des Vorjahres.
Insgesamt betrachtet, macht „Schauriges Erwachen“ seinem Titel alle Ehre. Die Geschichte erzeugt bis zum Schluß eine unbändige Spannung und hält zudem auch noch die ein oder andere Überraschung für die Leserschaft bereit.

Das Fazit lautet also: Lesen und nicht ans Telefon gehen!