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Karl May:

Betrüger, Dieb, Bestsellerautor.

Die Literaturwelt trauert nun schon seit 100 Jahren um den Schöpfer des Indianers Winnetou. Karl May starb am 30. März 1912 und hinterließ eine trauernde Fangemeinde. Kaum einer war sich der kriminellen Vergangenheit des Schriftstellers bewusst: Angefangen bei dem Diebstahl einer Taschenuhr bis hin zu versuchtem Pelzschmuggel. Betrügen und Stehlen bestimmte seit seiner ersten Verurteilung sein Leben, da ihm sein eigentlich gewünschter Job mit Vorstrafen versagt wurde: Lehrer.
Zumindest fand er so zur Schriftstellerei, was er beim Hausaufgabenkorrigieren vielleicht niemals getan hätte. Und für seine Werke sind ihm viele Menschen dankbar.
Der gebürtige Sachse zählt zu den meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache und gilt laut UNESCO als einer der am häufigsten übersetzten deutschen Schriftsteller. Auf 200 Millionen wird die weltweite Auflage geschätzt, davon 100 Millionen alleine in Deutschland.
Das hätte Karl Mays Vater sich niemals erträumen lassen, als er ihn dazu anhielt, etwas aus seinem Leben zu machen. Karl May kam als fünftes von 14 Kindern zur Welt, von denen neun schon sehr früh starben, er blieb als einziger Junge zurück  und sah sich dem Leistungsdruck unter den strengen Blicken seines Vaters ausgesetzt.
In seinen Werken nimmt Karl May seine Leser auf eine abenteuerliche Reise mit – Egal ob wilder Westen, Orient oder Balkan: Mit viel Fantasy entführte der Autor den Leser in bis dahin kaum bekannte Welten.
Fünf Tage nach seinem 70. Geburtstag verstarb Karl May im sächsischen Radebeul bei Dresden. Sein Zuhause für die letzten 16 Jahre seines Lebens war die Villa „Shatterhand“ in diesem Dresdner Vorort gewesen.
Heute gedenkt die Literaturwelt seinem Lebenswerk und dankt ihm für seine fabelhaften Bücher.