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Schlaue Vermarktung:

Ein Buch ist nicht gleich ein Buch.

Es gibt gute und schlechte, dicke und dünne, beliebte und unbeliebte, vielgelesene und kaum beachtete Bücher. Natürlich auch lustige, traurige, spannende, langweilige… Gut, ihr wisst, was wir meinen. Und dann gibt es noch DIE Bücher. Bücher, die einen wahren Hype auslösen. Bücher, die Leben prägen und verändern. Bücher, bei denen die Leser mitfiebern und sogar um Mitternacht die Buchläden stürmen, sobald ein neuer Band herauskommt. Folglich gibt es auch sie: Die Autoren, die es schaffen, einen solchen Hype auszulösen. Tolkien erschuf die erste Fantasy-Welt, zu der es nun fast alles gibt: Kleine Figuren, Spiele, Karten, Poster, Spielzeug und nicht zu vergessen den einen Ring. Den lassen sich die Macher teuer bezahlen von 20 bis über 1000€ gibt es verschiedene Modelle des wohl bekanntesten Rings der Welt. Auch aus Rowlings Feder entstand ein Meisterwerk des Merchandisings: Harry Potter. Nicht nur Zusatzbücher wie „Quidditch im Wandelt der Zeiten“ oder „Die Märchen von Beedle dem Barden“, die eigentlich lediglich in der Hauptreihe erwähnt wurden, werden heute vermarktet, auch Schokofrösche, Zauberstäbe, Umhänge, Besen, Den Spiegel Nehergeb, Hermines Zeitumkehrer, sowie ihre Tasche kann ein „echter Fan“ käuflich erwerben – mit ausreichend „Muggel-Geld“, versteht sich.
2010 eröffnete ein „Harry Potter Theme Park“ in Florida. Bei der Konzeptionierung, sowie der Erbauung, hatte J.K. Rowling höchstpersönlich ein wachsames Auge auf den Fortschritt. Viele Kinder, die mit Harry Potter aufwuchsen, warteten an ihrem elften Geburtstag sehnsüchtig auf ihren persönlichen Hogwarts-Brief. Leider vergebens.
Nun schickt sich die Merchandise-Szene an, auch aus anderen Büchern einen solchen Profit zu schlagen: In diversen Internetshops kann man beispielsweise schon Bellas (Twilight) Verlobungsring erwerben.
Mit all den Fanartikeln können sich Leser ein Stück Buch in ihre Welt holen, und so das Buch und seine Geschichte ein wenig realer machen. Wann die Fans aber wirkliche Fans werden und knapp 100€ für eine Nachbildung von Harry Potters Zauberstab oder über 1000€ für „den einen Ring“ ausgeben, wird wohl ein Geheimnis bleiben, das selbst die Leser nicht wirklich erklären können.
Wenn Bücher nicht mehr „nur Bücher“ sind, dann hat der Autor es geschafft, sein Buch so zu schreiben, dass es massenhaft Leser in seinen Bann zieht. Und nur dann lohnen sich die Fanartikel. Ob der umgekehrte Weg, also massenhaft Fanartikel herzustellen, bevor die Nachfrage überhaupt entsteht und somit einen künstlichen Hype zu produzieren, funktioniert, ist eine interessante Überlegung, die manch eine Werbeabteilung vielleicht in Erwägung ziehen sollte.

Hier noch einige Rezensionen zu Produkten auf Amazon:

Zu Noble Collection 7021 Hermine Grangers Zauberstab

„Dieser Zauberstab ist erstklassig!
Als das Paket bei mir ankam war ich total begeistert,
weil er so autentisch ist.Ich trage dieses Ding jetzt
schon ungefähr 1 Jahr mit mir rum und er sieht immer
noch aus wie neu (und ich hatte ihn wirklich Tag und Nachtbei mir).
Dises Produkt MUSS man haben.“

„Der Zauberstab kommt in einer schönen Box und sieht auch wirklich gut aus aber leider ist mein Exemplar defekt. Einmal hat es kurz gezaubert und das wars :(„

Zu Noble Collection 7150 Professor Snapes Zauberstab

„Ich besitze diesen Stab jetzt seit ein paar Wochen. Er ist wunderschön und liegt hervorragend in der Hand. Ein muss für jeden Harry Potter und insbesondere Slytherin Fan. Mit diesem Stab in der Hand fühlt man sich der Welt die J.K.Rowling erschuf ein kleines bisschen näher.“