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1992 bedeutungsschwere Worte …

Heute ist mal wieder ein kostenloses eBook aus unserer Community an der Reihe, ausführlich besprochen zu werden. Und zwar handelt es sich um „Sag Lebewohl“ von Indie-Autorin Sandra Todorovic. Im betreffenden Klappentext wird eine „Kurzgeschichte über das Leben in seiner vollen Härte“ angekündigt, was sich nach dem Lesen als zutreffend herausstellt.

Buchcover Sandra Todorovic - "Sag Lebewohl"Sandra Todorovic zeigt mit diesem Text eine neue Facette ihres Könnens, denn bislang sind ihre Bücher zumeist im Fantasy-Genre angesiedelt gewesen. Hier jedoch berichtet sie über den schmerzvollen Abschied von ihrer Mutter. Der Krebs hat sie viel zu früh aus dem Leben gerissen. Ihre Angehörigen bleiben zurück mit alledem, was sie ihr noch hätten sagen wollen, es nun aber nicht mehr können. Sie versuchen, die Situation irgendwie zu fassen. Zurück bleiben die Erinnerungen, die von nun an ein leidvoller Teil des Lebens bleiben.

Stilistisch wie orthographisch ist „Sag Lebewohl“ äußerst angenehm und fehlerfrei ausgefallen. Die vielen quälenden Gedanken, mit denen sich die Autorin notgedrungen beschäftigen muss, werden in angemessener Weise literarisch umgesetzt und stimmen beim Lesen spontan traurig. Doch das Geschriebene bewegt sich fernab jeglichen Klischees; es ist vielmehr etwas, was aus tiefster Seele nach außen dringt, um mit dem Schmerz und dem Unvorhergesehenen umzugehen.

Das Buch ist, wie schon erwähnt, kostenlos zu lesen, ein Grund mehr, es sich anzusehen. Es beeindruckt durch emotionale Tiefe und aussagekräftigen Ausdruck, bietet also einen gelungenen Text, der es wert ist, beachtet zu werden. Er besteht, das sei noch angemerkt, aus exakt 1992 Wörtern. Dies ist kein Zufall, sondern stimmt mit dem Geburtsjahr von Sandras Bruder überein.

Rezension

„Der Fluss in ihrer Mitte“ von  Robin Jander

Der Autor Robin Jander alias „wolfsherzkoeln“ ist noch recht neu auf BookRix, hat allerdings schon eine beachtlich Zahl von Texten auf unserer Plattform veröffentlich, sodass es Zeit wird, einen genaueren Blick auf sein literarisches Schaffen zu werden. Also habe ich mir den Text „Ein Fluss in ihrer Mitte“ herausgepickt, um ihn Euch vorzustellen.

Bekanntermaßen habe ich eine Schwäche für einzigartige Perspektiven. Eine solche bekommt man hier auch geboten. Der Text ist nämlich aus der Sicht eines Flusses geschrieben. Dieser schlängelt sich durch eine große Stadt und durchlebt dabei verschiedene Empfindungen. Besonders eindrücklich geschildert wird die Trauer, die er fühlt, wenn er auf ganz bestimmte Menschen trifft.

Robin Jander verfügt über einen sehr guten sprachlichen Ausdruck, der innovativ und ästhetisch ist. Die Darstellung der Emotionen des Flusses gelingt ihm ausgezeichnet. Abstriche muss man lediglich bei der Rechtschreibung machen. Ansonsten bildet der Text ein Kunstwerk von erstaunlicher und außergewöhnlicher Eleganz, das unbedingt empfohlen werden kann.