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Rezension zu „Schweinefleisch ist nicht Haram“ von Mehmet Akyazi

„Das krasse Leben als Doppelbürger“ aufs Korn genommen …

Der Indie-Autor Mehmet Akyazi ist als „Memo“ auf BookRix kein Unbekannter, denn seine satirischen Kurzgeschichten über das Leben als Doppelbürger, d.h. Deutsch-Türke, haben schon zahlreiche Leser erheitert. Nun hat er eine neue Sammlung unter dem Titel „Schweinefleisch ist nicht Haram“ veröffentlicht.

Buchcover Mehmet Akyazi - "Schweinefleisch ist nicht Haram"Das eBook enthält insgesamt fünf Texte. Der Ich-Erzähler beschreibt darin jeweils kurze Episoden seines Lebens, Begebenheiten, die ihm als Doppelbürger widerfahren. So soll er beispielsweise in der titelgebenden Geschichte als Modell gewonnen werden und Werbung für Schweinefleisch machen, was bei seiner muslimisch geprägten Familie natürlich nicht so besonders gut ankommt. In „Eine Nacht für Israel“ arbeitet er in einer Poststation. Er entdeckt dort mehrere Pakete, die nach Israel geschickt werden sollen, und wittert ein Komplott auf Staatsebene. Zusammen mit seinen Kollegen deklariert er die Pakete um, sodass sie in die Schweiz gehen. Allerdings stellt sich bald heraus, dass die Ware aus Süßigkeiten besteht und nicht, wie er fälschlicherweise befürchtet hat, aus Waffen.

Sämtliche Geschichten haben satirischen Charakter. Klischees und vorgefertigte Meinungen über die in Deutschland lebenden Türken werden hier absichtlich bis zur Übertreibung ausgereizt, was auf den ersten Blick zunächst sehr humorvoll wirkt. Allerdings steckt hinter Memos Texten noch mehr als bloßer Klamauk, denn er trifft mit ihnen auch stets den wahren Kern jener Vorurteile. Somit spricht er nicht selten das ein oder andere heikle Thema an, zeigt aber durch die literarische Verpackung, dass man auch solche Themen am besten mit einem entspannten Lächeln angeht.

Recht ulkig ist der Running Gag bezüglich seiner Freundin Sibel, von der er sich am Ende jeder Episode neuerlich trennt, nachdem die beiden mal wieder irgendeinen Disput geführt haben.

Memos Schreibstil wirkt locker und unverkrampft und passt dadurch perfekt zum Inhalt der Texte. Die Dialoge treffen stets genau ins Schwarze. Orthographisch ist das gesamte eBook tadellos ausgefallen. Was will man mehr?

Der Download für den kompletten Sammelband kostet 0,99€, was wirklich sehr günstig ist, denn man bekommt hier schonungslos offene Satire, die ihre Wirkung nicht verfehlt und sowohl zum Lachen, wie auch zum Nachdenken anregt. Diese besondere Mischung ist Mehmet Akyazi hiermit sehr gut gelungen.

Rezension zu „Hoppel Hinkebein und die Kohlköpfe“ von Marianne Schaefer

Eine Frage der Einstellung

 

Buchcover Marianne Schaefer "Hoppel Hinkebein und die Kohlköpfe"Mal wieder gibt es im Rahmen dieser Rezensionsreihe ein kaufbares Buch zu bewundern, diesmal von der Autorin Marianne Schaefer, die sich als marianne443 auf BookRix angemeldet hat. Ihr Märchen „Hoppel Hinkebein und die Kohlköpfe“ erzählt in kindgerechter Weise eine Begebenheit aus dem Leben von Hoppel, dem Osterhasen. Diesen plagt nämlich der Hunger. Da der Winter Einzug gehalten hat, sind Felder und Wiesen gefroren und bieten keine Nahrung mehr. Da trifft Hoppel den Zwerg Karlyn, der ihm rät, das Haus der Hexe Hinkebein aufzusuchen. Diese habe, so Karlyn, einen beträchtlichen Vorrat an Kohlköpfen im Keller eingelagert. So macht sich der Hase also auf den Weg zu der Alten, doch ihm kommen unterwegs Zweifel, ob das Unterfangen glücken wird, denn die Hexe Hinkebein gilt als geizig. So kommt Hoppel schließlich auf den Gedanken, sie nicht zu fragen, sondern einen Kohlkopf zu entwenden.

Marianne Schaefers Märchen greift in wunderbar ansprechender Weise die Frage auf, wie eine vorgefertigte Meinung gegenüber einem Menschen die eigene Handlungsweise beeinflussen kann. Hoppel, der Osterhase, wird durch seine Vorurteile dazu veranlasst, einen Diebstahl in Erwägung zu ziehen. Es zeigt sich dann aber, dass er mit seiner Einschätzung der Hexe völlig falsch lag. Insofern ist dieses Märchen pädagogisch sinnvoll, demonstriert es doch anschaulich, wie ein konkretes Vorurteil hier zu einer fragwürdigen Aktion führt, und eignet sich gut zum Vorlesen.

Das eBook ist für 2,49€ herunterladbar, was vielleicht ein klein wenig teuer erscheint, doch Qualität darf ruhig auch belohnt werden.

 

ISBN: 978-3-86479-533-6

Charity-Aktion zum Christopher-Street-Day

Schreibt gegen Vorurteile!

Der Christopher Street Day wird dieser Tage in deutschen Großstädten gefeiert. Er ist Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender. Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte dieser Gruppen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. Auch BookRix nutzt diese Gelegenheit und ruft vom 28.- 30. Juni 2010 zur Aktion: Schreibe gegen Vorurteile auf.

Lasst eurer Kreativität freien Lauf, und schreibt über die Vorurteile, denen ihr ausgesetzt seid, oder auch über Vorurteile, die Euch nicht direkt betreffen, die Euch aber nerven. Im Vordergrund müssen nicht unbedingt die Vorurteile gegen Homosexuelle stehen. Jede Art von Vorurteilen kann behandelt werden, und ist es wert, seine Stimme dagegen zu erheben.

Für jedes hochgeladene Buch, das an der Aktion „Schreibe gegen Vorurteile“ teilnimmt, spendet Bookrix 2 Euro an den Lesben – und Schwulenverband in Deutschland.

Weitere Infos zur Charity-Aktion findet ihr hier