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Rezension zum Selfpublishing-eBook „Zarin der Vampire: Böse Spiele“ von Tatana Fedorovna

„Soldatin der Rache, Anwältin der Drangsalierten, Zarin der Vampire“

Vor einer Weile habe ich hier im Blog den Horror-Roman „Zarin der Vampire: Blut der Sünde“ vorgestellt, der mich durch seine ungewöhnliche Mischung aus Gruselelementen und historischen Ereignissen sehr beeindruckt hat. Auch der philosophische Aspekt um das Prinzip von Ursache und Wirkung, der im Hintergrund immer wieder dezent auftaucht, übt einen gewissen Reiz aus. Mittlerweile hat die Selfpublishing-Autorin Tatana Fedorovna eine Fortsetzung geschrieben, die nahtlos an die Ereignisse im ersten Teil anknüpft und ebenso blutrünstig und mysteriös ist. Da kann ich einfach nicht widerstehen.

Buchcover Tatana Fedorovna "Zarin der Vampire: Böse Spiele"Zur Erinnerung: Die Hauptfigur des mehrteiligen Romans ist Olga Nikolajewna Romanowa, Tochter des letzten russischen Zaren, die gemeinsam mit ihrer ganzen Familie im Juli 1918 auf grausame Weise ermordet worden ist. Doch kurz zuvor hat sie von ihrer Mutter in weiser Voraussicht ein Fläschchen Vampirblut erhalten und im Angesicht des drohenden Todes auch zu sich genommen. Dieses macht sie unsterblich, aber auch zu einer untoten Blutsaugerin, die sich fortan von menschlichem Lebenssaft ernähren muss. Ihre neue Existenz hat sie der Rache verschrieben. Sie muss zwar töten, aber sie will dies nur bei solchen Opfern tun, die selbst beträchtliche Schuld auf sich geladen haben.

Im Laufe der Zeit hat sich Olga Berlin als Wahlheimat ausgesucht. Sie arbeitet dort für eine Detektei. Diese wird von höchster Stelle für die Aufklärung eines brisanten Falles engagiert und soll mit der Kriminalpolizei kooperieren. So geschieht es, dass Olga mit dem Kommissar Gordon von Mirbach zusammenarbeiten muss. Dieser ist ein Nachfahre des Grafen von Mirbach-Harff, der wiederum mit dem letzten Zaren befreundet gewesen ist. Olga hält diese merkwürdige Fügung keineswegs für einen Zufall.

Blut der Sünde“ endet schließlich mit einer Rückblende zur Mordnacht des Jahres 1918. Wir erfahren auf diese Weise, wie Olgas Verwandlung in einen Vampir vor sich gegangen ist.

Böse Spiele“, Teil 2 der Reihe, setzt die Handlung genau an dieser Stelle fort. Olga kämpft sich verzweifelt und völlig durcheinander aus der umkämpften Stadt Jekaterinburg und versteckt sich im Wald. Doch dort wird sie von einer zwielichtigen Bande entdeckt und gefangen genommen. Die Burschen führen selber nichts Gutes im Schilde, was Olga bald am eigenen Leibe spüren muss.

Auch die Geschehnisse in der Gegenwart werden weitererzählt. Olga und Gordon sind immer noch mit der Aufklärung der Vermisstensache beschäftigt. Konkrete Anhaltspunkte hat der Kommissar nicht, denn er kann ja nicht ahnen, wer da an seiner Seite arbeitet. Doch nach und nach stößt das ungleiche Ermittlerpaar auf vielversprechende Hinweise.

Wie schon bei „Blut der Sünde“ angemerkt, ist auch die Fortsetzung stilistisch äußerst ansprechend ausgefallen. Der sprachliche Ausdruck bewegt sich auf einem sehr hohen, gepflegten Niveau. Durch das sorgfältige Lektorat macht auch die Orthographie einen sehr erfreulichen Eindruck. Ein paar vereinzelte Flüchtigkeitsfehler sind alles, was man bemängeln kann. Inhaltlich zeigt sich „Böse Spiele“ durch das parallel geschilderte Geschehen in Vergangenheit und Gegenwart wiederum sehr abwechslungsreich. Gelegentlich finde ich zwar die Glorifizierung des Adels durch Olga ein wenig zu eindringlich, aber letztlich ist diese Haltung aus dem ihr zugefügten Leid zu erklären und deshalb verständlich. Ein äußerst lobenswerter Umstand ist schließlich noch zu nennen: Das Buch enthält einige farbige Illustrationen der Zeichnerin Anja Uhren, die die Handlung auf ansprechende und einzigartige Weise unterstützen.

Für 2,99€ bekommt man ein Werk, das sich inhaltlich deutlich von anderen Vampirgeschichten abhebt, indem es die beliebten Blutsauger mit historischen Begebenheiten in Verbindung bringt. Da die Geschehnisse rund um den Zarenmord aber teilweise im Verborgenen liegen oder Gegenstand kontroverser wissenschaftlicher Diskussion sind, bedient es auch die Mystery-Schiene mit. Spannung ist somit beinahe im Überfluss vorhanden. Allerdings muss man klar sagen, dass das Buch nicht für eher zartbesaitete Leser geeignet ist, da einige Szenen wirklich blutig oder sogar noch schlimmer enden. Ansonsten kann es empfohlen werden.

Nachtrag: Zum ersten Teil der Reihe, „Zarin der Vampire: Blut der Sünde“ gibt es gegenwärtig eine Verlosung.

Rezension zu „Zarin der Vampire, Blut der Sünde“ von Tatana Fedorovna

„O, wie köstlich schmeckt böses Blut!“

Heute wenden wir uns mal wieder den beliebten und bewunderten Blutsaugern zu. „Zarin der Vampire. Blut der Sünde“ nennt sich ein Horror-Roman der Autorin Tatana Fedorovna, die seit Kurzem erst Mitglied auf BookRix ist. Der ein wenig reißerische Buchtitel hat mich neugierig gemacht, doch kann ich gleich sagen, dass sich hinter diesem weit mehr verbirgt, als es den Anschein macht.

Buchcover Tatana Fedorovna "Zarin der Vampire. Blut der Sünde"Es ist dies der Auftakt zu einer mehrteiligen Reihe. Darin wird die Geschichte einer Frau namens Olga Nikolajewna Romanowa erzählt. Wem dieser Name jetzt auf Anhieb etwas sagt, der liegt mit seiner Vermutung genau richtig. Ja, es ist die Tochter des letzten russischen Zaren gemeint. Sie ist zwar zusammen mit ihrer ganzen Familie im Juli 1918 in den Wirren von Revolution, Welt- und Bürgerkrieg ermordet worden, erweist sich hier jedoch als äußerst lebendig. Daher verwundert es denn auch nicht, dass die Autorin ihr Werk im Untertitel als „Horror-History-Thriller“ bezeichnet hat.

Tatsächlich werden hier reale geschichtliche Begebenheiten und fiktive Handlungsstränge miteinander verwoben. Da sich um die Ermordung der Zarenfamilie einige Gerüchte ranken, ergibt sich eine mysteriöse Mischung. Olga Nikolajewna Romanowa wird in dieser Version der Ereignisse von ihrer Mutter vor dem endgültigen Tod bewahrt. In den Katakomben der ehemaligen Zarenresidenz findet sich nämlich so allerhand Geheimnisvolles, darunter auch einige Phiolen mit Vampirblut. Dieses sichert Olga ihre physische Weiterexistenz, wobei sie nun allerdings selbst zu einer blutdurstigen Untoten wird. Als ihr die Verwandlung bewusst wird, schwört sie, nur wirklich böse Menschen als Opfer anzusehen, die Guten jedoch zu verschonen.

Ein Jahrhundert später hat es sie nach Berlin verschlagen. Sie nennt sich nun Olga Woroman und ist für eine Detektei tätig. Das Schicksal will es so, dass sie mit einem Kriminalkommissar zusammenarbeiten soll, der ein Nachfahre des Grafen von Mirbach-Harff, einem früheren Freund der Familie Romanow, ist. Olga beginnt zu erkennen, dass diese Begegnung kein Zufall sein kann. Das Geschehen nimmt seinen Lauf.

Was die Umsetzung dieses Stoffes in die literarische Form anbetrifft, gibt es außer ganz seltenen Flüchtigkeitsfehlern nichts auszusetzen. Man merkt dem Text ein gewissenhaftes und kompetentes Lektorat an, denn die Orthographie ist erfreulich korrekt und die Wortwahl sehr ausgefeilt, vielseitig bis opulent und ästhetisch. Die Handlung wirkt kein bisschen oberflächlich und das bei Vampirgeschichten ziemlich überbeanspruchte Thema Liebe hält sich hier erfreulicherweise dezent im Hintergrund. Dennoch wird man vom ersten Moment an mitgerissen und muss das Buch in einem Rutsch verschlingen.

Die Autorin hat das Werk für Leserinnen und Leser ab 16 Jahren freigegeben, was dem Inhalt entspricht, denn so manche Szene geht ganz schön ans Eingemachte. So ist eine Rückblende zur Mordnacht des Jahres 1918 enthalten, deren Beschreibung sehr plastisch und realistisch ausgefallen ist. Eine Einstufung des Romans in die Kategorie Horror ist gerechtfertigt und kein bisschen untertrieben, aber die vorhandenen blutrünstigen Zwischenfälle sind gar nicht das zentrale Thema der Geschichte. Vielmehr steht das Prinzip von Ursache und Wirkung im Mittelpunkt, konkret die sogenannte „Gewaltspirale“, sowie der Umgang mit Schuld. Olga ist ein Mordopfer, als Vampir aber selbst gezwungen, für das eigene Überleben zu töten. Wie soll sie sich also verhalten? Der Roman zeigt auf, dass ein jedes Verbrechen unweigerlich weiteres Unheil hervorruft. Das stimmt sehr nachdenklich.

Der erste Teil der Reihe ist für 2,99€ zu haben, was angesichts der Seitenzahl, sowie der nahezu perfekten Ausarbeitung beinahe zu wenig ist, denn man bekommt hier wirklich qualitativ hochwertige Schreibkunst und spannende Unterhaltung geboten. Die ungewöhnliche Mischung aus blutiger Action, historischen Ereignissen und ethischen Fragestellungen zeichnet den Roman in besonderer Weise aus.

ISBN: 978-3-7309-0663-7