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Thriller oder Krimi?

Was unterscheidet die beiden Genres voneinander?

Thriller und Krimis gehören zu den beliebtesten Genres des Buchmarktes. Allerdings sind die Grenzen zwischen diesen beiden Kategorien oftmals fließend, was eine klare Zuordnung und Definition nahezu unmöglich macht. Subgenres, Mischformen und falsche Bezeichnungen erschweren die Unterscheidung zusätzlich.

Nichtsdestoweniger wollen wir hier den kurzen Versuch einer Abgrenzung unternehmen.

Der Krimi konzentriert sich für gewöhnlich in erster Linie auf die Aufklärung eines Verbrechens, die Rahmenhandlung wird durch die Ermittlungsarbeit vorgegeben. Es geht darum, eine Tat aufzuklären und nicht darum, sie zu verhindern. Das Verbrechen setzt hierbei den Startschuss für den Krimi, der Höhepunkt ist die Auflösung, die Erkenntnis. Der Leser grübelt gemeinsam mit dem Ermittler und hat dafür auch nur die Informationen, die diesem zur Verfügung stehen.

Das wichtigste Rezept für den Krimi: Der Detektiv darf niemals mehr

wissen als der Leser.”

(Agatha Christie)

Während der Detektiv im klassischen Kriminalroman eine eher unantastbare Person ist, baut der Thriller darauf auf, dass die ermittelnde Person selbst eine wichtige Rolle für die Handlung spielt und dass durch den erbitterten Gegenspieler Gefahr für Leib und Leben des Helden droht.

Im Thriller ist es nicht zwingend notwendig, dass der Held, der dem Täter auf der Spur ist, tatsächlich im kriminalistischen Bereich tätig ist. Oftmals gerät der unbescholtene Protagonist durch Zufall in eine Situation, die ihn dazu antreibt oder gar zwingt, Jagd auf den Gegenspieler zu machen. Der Held entwickelt sich weiter, lernt, quält sich und besteht undenkbare Herausforderungen. Dabei ist es durchaus möglich, dass dem Leser Informationen zur Verfügung stehen, die dem leidenden Helden vorenthalten bleiben. Nicht selten führt das zu Momenten, in denen der Lesende der zentralen Figur am liebsten „HALT! STOP! Tu das nicht!“ zurufen würde, weil er schon längst weiß, was sich hinter einer verschlossenen Tür oder dem Rücken der hübschen und scheinbar unschuldigen Helferin des Helden versteckt.

Wesentliches Element des Thrillers ist – wie der Name schon sagt – der Nervenkitzel, der thrill. Ein Krimiautor will für gewöhnlich den Kopf, das Gehirn des Lesers erreichen und anregen, dieser soll mitdenken, überlegen, kombinieren und spekulieren. Der Thriller hingegen zielt auf den Bauch, die Haut, das Herz und den Puls. Er soll das Kribbeln im Nacken, das Gefühl, beobachtet zu werden, den Drang, sich umzusehen und vor dem Schlafengehen die Türen abzuschließen, auslösen. Ein guter Thriller sorgt dafür, dass der Leser nachts wachliegt und die Story ihn vielleicht sogar in den Schlaf begleitet, während der Krimi-Leser über vollgekritzelten Notizblöcken mit Hinweisen brütet, um noch vor dem Ermittler herauszufinden, wer es denn nun getan hat.

Zentrales Thema im Krimi ist die Neugier, im Thriller dagegen die ANGST.

 

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