Umdenken:

Autoren werden immer selbstständiger.

Um zu verstehen, warum das so ist, muss zunächst einmal das „alte Verlagsmodell“ betrachtet werden. Als das Internet noch nicht existierte, gab es nur wenige Möglichkeiten für einen Autor, um gelesen zu werden. Die gängigste Lösung waren die Verlage. Somit hatten sie quasi die Macht darüber, welche Werke es in den Handel schafften. Hierbei pokerten sie nur selten: Jedes Buch, das nicht bei den Lesern ankam, war ein finanzielles Verlustgeschäft.
Risiken nahm ein Verlag nur in Kauf, wenn er bereits einige größere „Zugpferde“ besaß, die neue Bücher mitfinanzierten. Ein bis zwei sehr gut laufende Buchtitel reichten somit aus, um mehrere „Risiko-Veröffentlichungen“ zu rechtfertigen. Dieses Modell der Querfinanzierung trifft bei immer mehr Autoren auf Unverständnis. Vor allem Bestseller-Autoren sehen nicht ein, wieso ihre Werke die Risikofreudigkeit der Verlage stützen sollten.
J.K. Rowling hat dies erkannt  und machte sich mit Pottermore unabhängig. Die Dienstleistungen, die der Verlag anbot, standen nicht mehr im Verhältnis zum Gewinn. Verlage sollten sich zunehmend mehr als Dienstleister verstehen, die dem Autor gewisse Dienste anbieten, damit er ihnen einen Teil des Gewinnes abtritt.
Erfüllen Verlage nicht mehr die Erwartungshaltungen der Autoren, werden die Autoren selbständig.
Doch es geht auch anders:
In der heutigen Zeit braucht ein Autor nicht mal mehr einen Verlag, um überhaupt bekannt zu werden. Emily Bold, eine Vorzeige-Indie-Autorin, deren Werke schon seit einiger Zeit die Top-Ränge von Amazon besetzen, sagt dazu folgendes:

„Die Frage ist doch, was man als Erfolg ansieht. Das definiert ja jeder anders. Wenn es nur darum geht, Leser zu erreichen, habe ich das ja teilweise geschafft, aber ohne Verlag bin ich leider bisher auch in der Situation, die Menschen, die lieber ein echtes Buch in der Hand halten, enttäuschen zu müssen. Sicher gäbe es unzählige Wege, Bücher über BOD oder in Eigenregie drucken zu lassen, aber die Kosten für den Druckvorschuss bei einer Auflage, die einen vernünftigen Verkaufspreis verspricht, sind ja wahnsinnig hoch. Wer also als Erfolg ansieht, sein Buch als gedrucktes Werk in allen Buchläden finden zu können, wird vermutlich noch eine Zeit lang auf Verlage setzen müssen.“

Einige werden Emily hier sicherlich Recht geben, denn für sie zählen nur gedruckte Bücher. Wenn man jedoch betrachtet, dass Emily auch so sehr viele Leser erreicht hat und eBooks immer populärer werden, stellt sich die Frage, ob Emily hier nicht einfach zu bescheiden ist.
Auf die Frage, wieso sie nach der ersten Verlagsabsage nicht weitersuchte, antwortete sie:

„Es war mir einfach zu umständlich. Jeder Verlag will dein Manuskript in einer anderen Form, die ersten 30 Seiten, oder ein Kapitel deiner Wahl oder ein kurzes Exposé oder ein ausführliches, …
Dazu die ewige Warterei, nur um dann noch nicht einmal eine Absage zu bekommen.
Es wäre nach wie vor schön, jeden Leser erreichen zu können, aber ich suche nicht mehr nach einem Verlag, denn meine Rechte am eBook möchte ich nicht mehr hergeben. Außerdem gefalle ich mir in der Rolle als unabhängige Autorin. Ich mache gerne alles selbst, vom Cover über die Werbung (Trailer, Homepage) und so weiter. Es macht meine Produkte zu meinen Produkten. Natürlich ist das viel Arbeit, aber der persönliche Kontakt zu den Lesern und deren Feedback ist viel wichtiger für mich geworden, als es das Logo eines Verlages auf meinem Cover sein könnte.
Wenn aber der richtige Verlag mit einem passenden Angebot kommen würde, wären einige der Leser, die ich momentan vertrösten muss, weil ich eben kein Printbuch anbieten kann, sehr glücklich.“

Verlage sind also wohl noch nicht ganz im Aus, sie müssten nur anfangen, sich mehr als Dienstleister zu betrachten. Wieso sollte ein Autor zu einem Verlag gehen, wenn er alles selbst übernehmen kann oder aber andere Dienstleister (Lektorat, Covergestaltung, etc.) findet, die ihm ein besseres Angebot unterbreiten?
Wir von BookRix fragen uns das schon lange und arbeiten deswegen langfristig auf das Ziel hin, dass Autoren auf unserer Plattform alle für sie relevanten Dienstleistungen an einem Ort finden und in Anspruch nehmen können. Vom Korrektorat über Covergestaltung bis hin zu Marketing-Dienstleistungen.
Nicht nur uns, sondern auch der Literatur-Welt steht ein großer Wandel bevor. Wir sind bereit, euch euer Glück selbst in die Hand zu geben!

Mehr dazu findet ihr HIER.

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