Archiv für den Autor: Julia Engelhardt

Gastbeitrag: eBook-Cover-Design erfolgreich gestalten

Du hast Dein eBook fertiggeschrieben und bist mit dem Inhalt mehr als zufrieden. Das eBook kann veröffentlicht werden und die Kasse zum Klingeln bringen. Dann fehlt nur noch ein passendes Cover-Design. In diesem Beitrag erfährst Du, worauf Du bei einem professionell gestalteten eBook-Cover achten musst.


Infografik Coverdesign
Die Must-Have-Elemente eines eBook-Cover-Designs
Zunächst ist hier natürlich der Titel zu erwähnen. Jeder muss wissen, worum es in Deinem Buch geht. Der Titel muss sehr gut lesbar sein, verwende daher keine verschnörkelten Schriften. Besonders wichtig ist auch die Schriftgröße. Diese muss so groß gewählt werden, dass der Titel auch bei einer verkleinerten Darstellung noch bequem zu lesen ist. Zusätzliche Infos zum Inhalt des eBooks liefert der Untertitel. Dieser kann auch kleiner abgebildet werden, muss aber dennoch gut zu lesen sein.

Auch der Name des Autors hat natürlich einen Platz verdient. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten, daher kann der ideale Platz am Ende des Gestaltungsprozesses festgelegt werden.

Besonders wichtig ist ein passendes Titelbild. Es muss den Titel unterstützen und dem Betrachter dabei helfen zu verstehen, welches Thema das Buch behandelt bzw. welchem Genre es angehört. Das Bild muss, genau wie der Titel, auch bei der verkleinerten Darstellung noch gut zu erkennen sein. Es empfiehlt sich also, ein großes Bild zu verwenden statt mehrere kleine. Das gesamte Cover muss zwar nicht damit ausgefüllt sein, ein weißer Hintergrund eignet sich jedoch nicht. Lieber eine passende Hintergrundfarbe wählen. Warum? Weil viele eBook-Shops ebenfalls einen weißen Hintergrund haben und sich das Cover nicht gut genug abheben würde.
Der Weg einer Buchveröffentlichung führt, gerade bei kleinen Auflagen oder noch unbekannten Autoren, oft nicht über einen Verlag bzw. Herausgeber. Dennoch soll dieser Punkt hier mit berücksichtigt werden. Sollte es nämlich einen Verlag oder Herausgeber geben, muss dieser auch auf dem Cover erwähnt werden. Oft gibt es eine vorgeschriebene Stelle für das Logo. Diese sollte von Anfang an freigehalten werden, damit am Ende nichts Wichtiges verdeckt wird.

 

Wichtig bei der eBook-Cover-Gestaltung
Grundlegend für die Gestaltung und das Gesamtbild ist das Format. Bei einem eBook ist das nicht ganz einfach, denn jeder Shop hat andere Anforderungen. Achte darauf, dass das Cover immer korrekt angezeigt und nichts verzerrt dargestellt wird.

Auch bei der Farbe gibt es einige Punkte zu beachten. Verwende maximal drei Farben, damit das Cover nicht unruhig wirkt. Achte auf starke Kontraste. Das Cover muss auch in schwarz-weiß gut zu erkennen sein. Der Grund dafür ist einfach. Viele eBook-Reader können nur schwarz-weiß abbilden, doch auch hier soll das Cover gut zu erkennen sein.

Ganz besonders wichtig ist, wie schon erwähnt, die Darstellung im sogenannten „Briefmarkenformat“. Auch stark verkleinert muss das Cover noch funktionieren. Titel und Titelbild müssen les- bzw. erkennbar sein. Sticht das Cover bei der Suchergebnisliste nicht heraus, wird es vermutlich nicht geklickt, nicht gekauft und daher leider auch nicht gelesen.

 

NoGo’s beim eBook-Cover-Design
Wie bereits angesprochen, dürfen der Titel und das Titelbild nicht zu klein abgebildet sein. Die verkleinerte Vorschau des Covers ist das Erste, was ein Interessent sieht. Kann das Cover hier nicht überzeugen, wird das eBook nicht angeklickt und auch nicht gekauft. Am besten, Du testest es selbst. Verkleinere das Cover auf ca. 100 Pixel. Wenn Du den Titel noch gut lesen kannst, ist er groß genug geschrieben.

Beim Bild gilt diese Regel analog. Es ist nicht zu empfehlen, viele kleine Bilder zu verwenden. Beschränke Dich lieber nur auf ein großes und dafür wirkungsvolles Bild.
Zu viele Schriftarten schaden dem Gesamtbild. Verwende daher maximal zwei unterschiedliche Schriftarten, die gut lesbar und nicht zu verspielt sind.

Auch bei der Farbe solltest Du, wie bereits erwähnt, nicht übertreiben. Am besten nur zwei bis drei unterschiedliche Farben verwenden, die einen starken Kontrast zueinander haben. So kann man alles gut erkennen und das auch bei der Abbildung in schwarz-weiß.

 

FAZIT
Der Inhalt Deines eBooks kann noch so gut sein. Wenn keiner darauf klickt, wird der Inhalt leider nicht gelesen. Es wäre schade darum. Natürlich wird nicht die ganze Welt Interesse haben, aber Deine Zielgruppe ganz bestimmt. Also achte auf eine passende Gestaltung, um möglichst viele Interessenten anzusprechen. Investiere in Dein professionelles eBook Cover-Design. Du wirst sehen, es lohnt sich.

 

 

Zur Autorin: Vanessa Baier hat Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing studiert und ist seit 2013 bei designenlassen.de im Bereich Online-Marketing tätig. Dort schreibt sie unter anderem für den firmeneigenen Blog.

Young female is writing notes and planning her schedule.

Wie schreibe ich ein gutes Exposé?

„Bitte reichen Sie ein Exposé ein.“

Dieser Satz verursacht bei vielen Autoren regelmäßig Schweißausbrüche und kalte Füße.

Einen Tausend-Seiten-Roman schreiben? Kein Problem.

Aber bei 2-3 Seiten Exposé rauft sich so manch einer die Haare.

Schwierigkeiten und Stolpersteine gibt es beim Exposé genug: Wie balanciere ich auf dem schmalen Grat zwischen sachlich und werbend? Wie ausführlich darf/soll/kann die Zusammenfassung des Inhalts sein? Was soll ich denn überhaupt reinschreiben, was kann ich auslassen?

Vorneweg noch eine Sache: Es gibt kein Universalrezept für ein ideales Exposé, jeder Verlag, Agent oder Lektor hat seine eigene Vorstellung davon, wie das perfekte Exposé aussehen soll. Informiere dich auf der Verlags- oder Agenturseite, oftmals werden dort schon einige Hinweise und Besonderheiten zu den Anforderungen genannt.

Wozu ein Exposé?

Deine Eintrittskarte in die Verlagswelt ist ein gut durchdachtes, gehaltvolles und sinnvoll strukturiertes Exposé. Erfahrene Lektoren und Literaturagenten werden ein Manuskript gar nicht erst lesen, wenn das Exposé sie nicht überzeugt.

Doch auch, wenn du dein Werk keinem Verlag anbieten möchtest, empfiehlt es sich trotzdem, ein Exposé anzufertigen. Oftmals merkst du beim Versuch, dein Manuskript zusammenzufassen und einen Handlungsaufriss auszuarbeiten, welche Schwachstellen dein Werk noch hat. Du bekommst eine objektivere Sichtweise auf deine eigene Arbeit und stellst vielleicht erst beim Erstellen des Exposés erschrocken fest, dass deine Nebenhandlungen zu stark gewichtet sind oder verhältnismäßig unwichtigere Teile zu lang beschrieben werden. Fällt es dir schwer, den Hauptplot in einem klaren Spannungsbogen kurz und logisch nachvollziehbar unterzubringen? Dann solltest du vielleicht nochmal überprüfen, ob denn dein Manuskript überhaupt logisch und nachvollziehbar ist. Oftmals weisen Unverständlichkeiten im Exposé darauf hin, dass auch im Manuskript Unklarheiten zu finden sein werden.

Bei Facebook wurden Autoren dazu aufgefordert, die Handlung ihrer Werke in einem zusammenfassenden, prägnanten Satz zu beschreiben. Für viele Autoren ist schon diese – durchaus sinnvolle – Übung eine Königsdisziplin. Obwohl einige tolle, treffende Sätze dabei waren, konnte man zwei unterschiedliche Problematiken erkennen:

  • Einige Autoren verwechseln an dieser Stelle den Inhaltssatz mit einem Werbesatz. Konzentriere dich darauf, den Kern des Werkes darzulegen. Überlege dir, was der wichtigste Aspekt deines Manuskripts ist, und distanziere dich dabei emotional von deiner Arbeit.
  • Die zweite große Schwierigkeit zeigt sich darin, dass der Satz sich zwar auf den Inhalt bezieht, der Autor allerdings Probleme damit hat, zum eigentlichen Kern vorzustoßen. Diese Sätze sind oft ungenau und wirken unbestimmt und unschlüssig. Wenn du dir ernsthafte Gedanken darüber machst, was das Wesen deines Werkes ist, fällt es dir auch beim Schreiben leichter, die Handlung um diesen Hauptgedanken herum aufzubauen.

Wenn du ein Exposé anfertigst, legst du damit dein eigenes Werk unter die Lupe und stellst dir dabei nochmal die grundlegenden Fragen:

  • Was ist die Haupthandlung meines Werkes?
  • Was unterscheidet mein Manuskript von anderen Manuskripten des gleichen Genres oder sogar Themas?
  • Was will ich mit meinem Werk vermitteln? Was möchte ich beim Leser auslösen?
  • Liegt der Fokus bei meinem Manuskript auf der Handlung oder der emotionalen Ebene?
  • Hat mein Werk einen roten Faden? Ist es stimmig? Sind die Handlungen abgeschlossen und nachvollziehbar?

Natürlich solltest du dir schon Gedanken über diese Fragen gemacht haben, bevor du mit deinem Manuskript beginnst, aber nicht selten verschieben sich die Antworten während des Schreibprozesses unbemerkt.

Auch, wenn es anstrengend, nervig und zeitaufwendig ist – sinnvoll ist es dennoch, jeweils ein Exposé vor und eines nach der Arbeit am Manuskript anzufertigen.

Und wie schreibe ich denn nun ein Exposé?

Genug dazu, wozu ein Exposé geschrieben werden sollte – nun geht es ans Eingemachte.

Der kurze, einleitende Text sollte den Arbeitstitel sowie Informationen zu Genre und Thema enthalten und auf die Zielgruppe eingehen. Benenne das Genre ganz konkret und vermeide Aussagen wie: „Es ist zwar ein Thriller, aber auch mit Romantik und ein bisschen Fantasy“. Unentschlossenheit wirkt hier unprofessionell, also leg dich fest! Du kannst dein Manuskript auch mit ähnlichen Werken des gleichen Genres vergleichen, aber sei vorsichtig: ein Vergleich mit Jane Austen, Arthur Miller oder Tolkien wirkt unangebracht und überheblich – orientiere dich lieber an „kleineren“ Autoren.

Biographische Angaben gehören nur dann ins Exposé, wenn sie für den weiteren Inhalt wichtig sind oder besonders hervorstechen (große Literaturpreise, namhafte Tätigkeiten) und werden ansonsten separat in der Vita genannt.

Nun kommt wieder die Mein-Werk-in-einem-Satz-Übung zum Einsatz. Fasse noch vor der Inhaltsangabe dein Manuskript in einem Satz zusammen; zur Not auch in zwei oder (maximal!) drei Sätzen.

Jetzt folgt der entscheidende und längste Teil – die Inhaltsangabe.

Ein Exposé wird immer im Präsens geschrieben und sollte – wenn nicht ausdrücklich anders angegeben – nicht mehr als zwei bis drei DIN A4 Seiten umfassen, wobei die Inhaltsangabe den größten Teil davon einnimmt. Bleib sachlich; das Exposé ist kein Klappen- oder Werbetext. Sätze wie „Und dann geschieht Unglaubliches“ oder „Um das zu erfahren, müssen Sie mein Manuskript lesen“ gehören hier nicht hin! Wichtig ist vor allem, die Handlung knapp, verständlich und logisch nachvollziehbar aufzuzeigen. Wertungen oder Interpretationen deines eigenen Textes sind hierbei fehl am Platz. Dein Exposé ist auch keine Absichtserklärung, also verzichte darauf, dem Lektor oder Leser zu erläutern, was der tiefere Sinn deines Buches ist oder was für eine Botschaft es vermitteln soll. Entweder dein Werk schafft das von selbst – oder eben nicht.

Achte darauf, dass sich die Länge der Inhaltsangabe bei deinem Exposé zum einen an der Länge und Komplexität des Manuskripts orientiert und zum anderen daran, was du mit dem Exposé bezwecken willst. Bei einem halbseitigen, werbenden Exposé sollte sich die Inhaltsangabe auf die Haupthandlung und die wichtigsten Protagonisten beschränken. Bei einem Exposé, das einem Agenten, Lektor oder Verlag als Ausarbeitungsgrundlage dient, muss die Inhaltsangabe ausführlicher sein und alle Figuren und Nebenhandlungen einschließen.

Jetzt kommt der kniffelige Teil. Nachdem dir hier nun lang und breit erzählt wurde, dass die Inhaltsangabe kein Werbetext ist und möglichst sachlich und knapp abgehandelt werden sollte, folgt nun das große ABER.

ABER dein Exposé muss dennoch so gut geschrieben, packend und mitreißend sein, dass derjenige, der es in die Finger bekommt, auch tatsächlich Interesse daran hat, dein Manuskript zu lesen. Rück die Handlung ins rechte Licht, hebe die Besonderheiten deiner Arbeit geschickt hervor und lass deine Protagonisten lebendig und greifbar erscheinen. Du musst bei der Charakterisierung deiner Figuren nicht in die Tiefe gehen, aber deren Motivationen und Handlungen müssen klar und verständlich sein.

Ready to go?

Wahrscheinlich brennst du jetzt schon richtig darauf, dich an einem Exposé zu versuchen. Es ist immer hilfreich, das Exposé von Personen lesen zu lassen, die das Manuskript nicht kennen. Such dir zwei, drei Freunde, die dir ehrlich sagen, ob dein Exposé (besonders die Inhaltsangabe) verständlich und ansprechend ist. Falls es beim ersten Mal nicht gleich perfekt ist – nur nicht aufgeben!

Hochsp_Bookrix

Thriller oder Krimi?

Was unterscheidet die beiden Genres voneinander?

Thriller und Krimis gehören zu den beliebtesten Genres des Buchmarktes. Allerdings sind die Grenzen zwischen diesen beiden Kategorien oftmals fließend, was eine klare Zuordnung und Definition nahezu unmöglich macht. Subgenres, Mischformen und falsche Bezeichnungen erschweren die Unterscheidung zusätzlich.

Nichtsdestoweniger wollen wir hier den kurzen Versuch einer Abgrenzung unternehmen.

Der Krimi konzentriert sich für gewöhnlich in erster Linie auf die Aufklärung eines Verbrechens, die Rahmenhandlung wird durch die Ermittlungsarbeit vorgegeben. Es geht darum, eine Tat aufzuklären und nicht darum, sie zu verhindern. Das Verbrechen setzt hierbei den Startschuss für den Krimi, der Höhepunkt ist die Auflösung, die Erkenntnis. Der Leser grübelt gemeinsam mit dem Ermittler und hat dafür auch nur die Informationen, die diesem zur Verfügung stehen.

Das wichtigste Rezept für den Krimi: Der Detektiv darf niemals mehr

wissen als der Leser.”

(Agatha Christie)

Während der Detektiv im klassischen Kriminalroman eine eher unantastbare Person ist, baut der Thriller darauf auf, dass die ermittelnde Person selbst eine wichtige Rolle für die Handlung spielt und dass durch den erbitterten Gegenspieler Gefahr für Leib und Leben des Helden droht.

Im Thriller ist es nicht zwingend notwendig, dass der Held, der dem Täter auf der Spur ist, tatsächlich im kriminalistischen Bereich tätig ist. Oftmals gerät der unbescholtene Protagonist durch Zufall in eine Situation, die ihn dazu antreibt oder gar zwingt, Jagd auf den Gegenspieler zu machen. Der Held entwickelt sich weiter, lernt, quält sich und besteht undenkbare Herausforderungen. Dabei ist es durchaus möglich, dass dem Leser Informationen zur Verfügung stehen, die dem leidenden Helden vorenthalten bleiben. Nicht selten führt das zu Momenten, in denen der Lesende der zentralen Figur am liebsten „HALT! STOP! Tu das nicht!“ zurufen würde, weil er schon längst weiß, was sich hinter einer verschlossenen Tür oder dem Rücken der hübschen und scheinbar unschuldigen Helferin des Helden versteckt.

Wesentliches Element des Thrillers ist – wie der Name schon sagt – der Nervenkitzel, der thrill. Ein Krimiautor will für gewöhnlich den Kopf, das Gehirn des Lesers erreichen und anregen, dieser soll mitdenken, überlegen, kombinieren und spekulieren. Der Thriller hingegen zielt auf den Bauch, die Haut, das Herz und den Puls. Er soll das Kribbeln im Nacken, das Gefühl, beobachtet zu werden, den Drang, sich umzusehen und vor dem Schlafengehen die Türen abzuschließen, auslösen. Ein guter Thriller sorgt dafür, dass der Leser nachts wachliegt und die Story ihn vielleicht sogar in den Schlaf begleitet, während der Krimi-Leser über vollgekritzelten Notizblöcken mit Hinweisen brütet, um noch vor dem Ermittler herauszufinden, wer es denn nun getan hat.

Zentrales Thema im Krimi ist die Neugier, im Thriller dagegen die ANGST.