ZwischenZeilen

Für Autor:innen, Leser:innen und jeden der Bücher liebt

Becoming … Any Cherubim

Und schon ist er da: Teil 2 der Becoming-Story von Any Cherubim. Wir haben dich ja bereits mitgenommen auf den Weg zum Autoren-Dasein von Any Cherubim. Aber wer ist denn eigentlich die Person dahinter? Wie fühlt es sich an, wenn man als Autor:in erste Erfolge feiert? Jetzt bekommst du einen Blick hinter die Kulissen.

Anys erste Male & ganz private Einblicke

Any, wir wollen nochmal kurz auf dein Schreiben zurückkommen. Zwei Fragen interessieren uns nämlich noch brennend.

Zu welcher Tageszeit schreibst du denn am liebsten?

Das ist ganz unterschiedlich. Ich versuche täglich ein Minimum an Wörtern zu schaffen, meistens gelingt mir das in den Abend- und Nachtstunden besser als am Vormittag.
Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich mit meiner Schreibpartnerin Ewa Aukett eine Vereinbarung getroffen habe: Jede von uns muss jeden Tag eine bestimmte Wortanzahl erreichen. Liegt diese unter der Vorgabe, darf sich die andere Person eine besonders fiese Strafe ausdenken.

Und ja … Ich habe schon mal verloren und muss nun in diesem Jahr eine Lesung auf einem meiner Social-Media-Kanäle hochladen. Zum Glück war Ewa so gnädig, dass ich nicht live vorlesen muss. Ihr müsst wissen, ich bin schüchtern und würde mich deswegen ständig verhaspeln.

Wie sieht dein perfekter Schreibtag aus?

Am liebsten starte ich mit einer Tasse Tee, einem aufgeräumten Schreibtisch und einem leeren Haus. Wenn ich dann auch noch in den Schreib-Flow komme, mich komplett in der Geschichte verliere, dass ich alles um mich herum vergesse und sich Stunden wie wenige Minuten anfühlen, dann ist der Tag schon ziemlich genial. So richtig perfekt ist der Tag, wenn ich meine Wortanzahl übertreffe und meinem Zeitplan voraus bin. Leider geschieht das eher selten.

Dann kommen wir doch mal zu deinen ersten Malen. 😉

Erzähl doch mal, wie war das erste Mal Veröffentlichen für dich?

OH. MEIN. GOTT!

Ich war das reinste Nervenbündel. Das Schlimme ist: Das ist heute immer noch so. Egal wie viele Bücher ich schon veröffentlicht habe, mein Herz rast und mein Magen vollführt ganze Saltos. Das wird sich wahrscheinlich nie ändern.

Man schreibt monatelang an einer Story, feilt, überarbeitet, schlägt sich Nächte um die Ohren und sitzt täglich in der Achterbahn der Selbstzweifel. Und dann kommt der Tag, an dem du dein Baby der Öffentlichkeit präsentierst und gebannt auf die Meinung der Leser:innen wartest.

Mein Debütroman kam anfangs überhaupt nicht gut an. Das Buch erhielt reihenweise schlechte Kritiken, die ich mir sehr zu Herzen nahm.
Doch als ich aufgestanden bin und mein Krönchen wieder gerichtet hatte, schaute ich mir die einzelnen Kritikpunkte genauer an und musste feststellen, dass die Leser:innen zum Großteil Recht hatten. Von da an war es ein stetiges Lernen. Ich arbeitete hart an mir, wollte einzelne Schreibtechniken kennenlernen und tat alles, um das nächste Buch besser zu machen. Mit Erfolg!
Heute kann ich darüber lachen.

Dein erstes Mal … TOP 20

Als ich das erste Mal in die Top 20 der Amazon-Charts rutschte, glaubte ich zuerst an einen Fehler im System. Ich konnte es kaum fassen. Ausgerechnet mein Fantasy-Buch, an dem ich so hart gearbeitet habe, erreichte so eine tolle Platzierung mit vielen positiven Bewertungen. Der Erfolg löste einen wahren Motivationsschub aus.
Was mich besonders freute, waren die vielen begeisterten Lesernachrichten, die mich per Mail und Facebook erreichten. So schaffte ich es im Laufe der Zeit, mir eine Fangemeinde aufzubauen.

Dein erstes Mal … Meet&Greet

Für meine Meet&Greets auf den Frankfurter Buchmessen habe ich mir immer ganz besondere Aktionen ausgedacht. Einmal trommelte ich einige Autorenkolleg:innen zusammen und wir gingen mit den Leser:innen bei Facebook eine Wette ein: „Wenn mehr als fünfzig Lesebegeisterte zu unserem Meet&Greet auftauchen, müssen wir Autor:innen tanzen.“
Damit wir uns nicht ganz zum Deppen machten, studierten wir gemeinsam ein paar leichte Tanzschritte ein. Es war unglaublich! Es kamen so viele Leute, dass ein Schritt vor oder zurück nicht möglich war; der Durchgang war vollkommen verstopft. Es tauchte sogar das Sicherheitsportal der Messeleitung auf. Wir hätten niemals mit so einer Masse gerechnet, die uns unbedingt tanzen sehen wollte. Es war ein tolles Erlebnis, an das ich mich gern erinnere.

Dein erstes Mal … Buchmesse

Jeder Besuch auf der Frankfurter Buchmesse war ein Highlight für mich. Man kommuniziert das ganze Jahr mit seinen Leser:innen virtuell, und dann kommt diese eine ganz besondere Woche … Man trifft die Menschen, die vollkommen begeistert von deinen Geschichten sind. Ihr könnt mir glauben: Man sieht die Begeisterung in den leuchtenden Augen der Leser:innen.
Es ist so toll, dass hier alle mit einer gemeinsamen Leidenschaft aufeinandertreffen: Bücher.

Und jetzt kommen wir noch zu dem etwas persönlicheren Teil. Hier kommt ein Einblick in das Leben von Any Cherubim:

Fangen wir doch mal damit an, wie du dich selbst beschreiben würdest.

Seriös, zurückhaltend und mit sehr gutem Benehmen.

Ha, ha!

Spaß beiseite. Ich bin schnell zu begeistern, habe eine Schwäche für Schokolade und Notizbücher. Ich kann Unehrlichkeit und Lügen nicht ausstehen und bin ein gerechtigkeitsliebender Mensch. Ich liebe gutes Essen im Kreis meiner Familie und Freunde, bin ohne mein Schreibzimmer nur ein halber Mensch und mag – ganz girly-like – alles was funkelt und glitzert.

Und wie würde dein Mann dich beschreiben?

Originalunterhaltung:
„Schatz“, sagt Rainer mit einem Seufzen. „Wieso kommst du jetzt mit so schwierigen Fragen? …“

Ich setze einen bittenden Dackelblick auf.

„Na gut. Du bist liebevoll gehässig, wenn ich mich beim Rasieren mal wieder geschnitten habe. Du bist ein positiver Pessimist und ein negativer Optimist.“ Er lacht.

„Jetzt sag schon, die Leser:innen wollen Antworten“, maule ich.

„Schon gut. Also, du bist kreativ, sehr familiär, treu, manchmal etwas dramatisch und … ich liebe dich einfach.“

Was würden deine Kinder wohl sagen?

Tim (22): „Lost.“

Tim und Nico (gerade 18 geworden) kichern.

Ich: „Jetzt sagt doch mal, wie seht ihr mich?“

Nico: „Ein kleines bisschen psychopathisch.“

Tim kringelt sich vor Lachen.

Ich: „Warum das denn?“

Nico: „Weil du Morten eiskalt getötet hast.“ (Achtung Spoiler: Das ist ein Elefant aus „YOU & ME – Teil 2“)

Ich: „Aber …!“

Tim: „Nee, Mama, das stimmt schon, manchmal bist du schon echt fies.“

Etwas später …

Tim: „Also, ich finde dich offen und locker, manchmal bist du wie ein Kind und übelst heftig kreativ.“

Nico: „Stimmt, sie ist sehr kreativ, aber sie hat Morten trotzdem umgebracht. Sie ist und bleibt ’ne Mörderin.“

Etwas Tiefsinnigeres war aus meiner Familie nicht herauszubekommen. Außerdem fehlt in dieser Unterhaltung mein dritter Sohn David, der zu dem Zeitpunkt noch unterwegs war.

Wie würde dich deine Autorenbetreuerin beschreiben?

Ganz ehrlich? Ich habe keinen blassen Schimmer. Auf jeden Fall liebt sie mich, da bin ich mir sicher, aber sie hat mich mit Sicherheit auch das eine oder andere Mal schon verflucht.

(Anmerkung der Autorenbetreuerin: Stimmt und stimmt 😉)

Wie sah dein Leben vor dem Autoren-Dasein aus?

Bevor ich ernsthaft mit dem Schreiben loslegte, war ich hauptsächlich Mama und habe nachts nebenher in einer Spedition im Büro gearbeitet. Ich habe viel mit den Kindern unternommen, mit ihnen gebastelt und gespielt, bis sie älter wurden und die intensive Mama-Betreuung langsam nicht mehr brauchten. 2009 probierte ich mich erfolgreich im Direktvertrieb einer Kosmetikfirma aus und begann meine ersten Geschichten für BookRix zu schreiben.

Wie hat das Schreiben dich verändert?

Dank des Feedbacks meiner Leser:innen bin ich selbstbewusster und mutiger geworden. Früher fiel es mir nicht leicht, mit Kritik umzugehen. Okay, Hand aufs Herz, auch heute schmerzt es manchmal, wenn man eine Buchbewertung liest und keinen konstruktiven Satz findet. Aber damit komme ich inzwischen klar – mein Schreibstil und meine Geschichten können nicht jedem gefallen.

Das Wichtigste für mich ist, nie zu vergessen, für wen ich das mache. Ich schreibe keine hochtrabende Literatur, das war nie mein Ziel. Ich will z. B. die Kassierer:in im Supermarkt nach einem harten Arbeitstag für ein paar Stunden aus ihrem Alltag entführen. Ich will meine Leser:innen einfach unterhalten.

Wenn du nicht gerade schreibst, was machst du dann?

Seit letztem Jahr habe ich das Nähen und, dank einer Autorenkollegin, das Aquarell-Malen für mich entdeckt. Mit dem Zeichnen und Malen hat mich meine liebe Kollegin Ewa Aukett angesteckt. Sonst verbringe ich meine Zeit gerne mit meiner Familie.

Was liest du eigentlich privat? Hast du ein Lieblingsbuch?

Ich liebe dich Bücher von Colleen Hoover, Emma Scott, Brittainy C. Cherry und Ewa Aukett. Die Biss-Saga sollte ich noch erwähnen, weil sie mich wieder zum Schreiben gebracht hat und ich den Schreibstil von Stephenie Meyer liebe.
Leider komme ich nicht regelmäßig zum Lesen, deshalb bin ich ein großer Fan von Hörbüchern geworden. Ich höre immer bei der Hausarbeit, beim Kochen, beim Wäschewaschen und auch bei längeren Autofahrten.

Vielen, vielen Dank, Any, für diesen tollen Einblick in dein Leben. Wir freuen uns immer, wenn Autor:innen uns daran teilhaben lassen.

Wir hoffen, auch dir hat die Becoming-Story von Any Cherubim gefallen. Lass doch gerne einen Kommentar da. 😊

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